Der Titelkampf in der DTM-Saison 2025 bleibt eine ultra-enge Kiste: Rene Rast (Schubert-BMW) hält die Meisterschaft mit seinem Samstags-Sieg auf dem Red Bull Ring komplett offen. Der BMW-Star gewann sein drittes Rennen in der laufenden Saison sowie das 31. seiner beeindruckenden DTM-Karriere.

Und damit nicht genug: Rast hat sogar die Führung in der Gesamtwertung übernommen - und das völlig unverhofft. Bis zur letzten Runde sah Jack Aitken (Emil-Frey-Ferrari) wie der sichere neue DTM-Spitzenreiter aus, doch der Brite versenkte seinen Ferrari von Platz zwei plötzlich im Kiesbett. In der drittletzten Kurve verlor Aitken nach der Fahrt über einen Kerb die Kontrolle über das Auto und flog von der Strecke ab.

Podest weggeworfen: Drama um Jack Aitken

Was für ein Drama um Aitken, der im letzten Umlauf von hinten kaum Druck erhalten hatte. "Sorry, war mein Fehler", funkte er per Teamfunk durch. Unverhofft wandelte das BMW-Team Schubert die Doppel-Pole doch noch in den Doppelsieg um: Pole-Setter Marco Wittmann erbte den zweiten Platz von Aitken. Thierry Vermeulen in einem weiteren Emil-Frey-Ferrari komplettierte das Podium als Dritter.

Rast legte den Grundstein für den späteren Sieg in der dritten Runde, als er Vordermann Wittmann augenscheinlich ohne größere Schwierigkeiten überholte, die Führung übernahm und sie bis zum Zieleinlauf nach 39 Runden nicht mehr hergab. Das BMW-Kundenteam galt wie üblich am Red Bull Ring als großer Favorit und wurde dieser Rolle dank Schützenhilfe von Aitken vollständig gerecht.

Vermeulen erbt Podium nach Aitken-Ausfall

Wo eigentlich Aitken hätte stehen sollen, landete dann Teamkollege Vermeulen, der das Rennen vom fünften Platz aufgenommen hatte. Der Niederländer, dessen Kumpel Max Verstappen am Samstag an seiner Permit auf dem Nürburgring arbeitete, profitierte zunächst von einem schwachen Start des von P3 gestarteten Gilles Magnus (Aston Martin) und später von einem gut getimten Boxenstopp.

Ben Green im dritten Emil-Frey-Ferrari landete auf dem vierten Platz - neben BMW waren die Sportwagen aus Italien eindeutig die zweite Kraft. Maro Engel (Winward-Mercedes) verbesserte sich vom neunten Startplatz bis auf Platz fünf, während Teamkollege Jules Gounon spät mit einem qualmenden Mercedes auf P8 zurückfiel. Zwischen den beiden Winward-Mercedes errang Lokalmatador Thomas Preining den siebten Platz. Jordan Pepper (GRT-Lamborghini), Gounon, Gilles Magnus und Luca Engstler (GRT-Lamborghini) komplettierten die Top-10.

Die Meisterschaft: Rene Rast ist neuer Spitzenreiter mit nun 157 Punkten. Der dreimalige Champion löste Lucas Auer (155 Punkte) ab, der nach einem schwierigen Samstag vor heimischer Kulisse nicht über P12 hinauskam. Auf den Plätzen drei und vier folgen Jordan Pepper (154) und Jack Aitken (149). Thomas Preining und Marco Wittmann teilen sich die fünfte Position mit jeweils 146 Zählern. Ayhancan Güven (145) und Maro Engel (142) komplettieren die Top-8 der Gesamtwertung. Die acht bestplatzierten Fahrer trennen vor dem zweiten Rennen am Sonntag nur 15 Punkte.

DTM am Red Bull Ring: So lief das Rennen am Samstag

Die Startaufstellung: Marco Wittmann holte sich am Samstagmorgen seine erste Pole Position seit 2021 - damals auch auf dem Red Bull Ring. Mit Rene Rast auf dem zweiten Platz ging BMW mit der Doppelführung ins 13. Saisonrennen. In der zweiten Startreihe fand sich der erste der Tabellen-Top-5 wieder: Jack Aitken startete vom vierten Platz in das erste Spielberg-Rennen, seine Titelkontrahenten und Lokalmatadoren Lucas Auer und Thomas Preining kamen nicht über P13 bzw. P16 hinaus. Auch Jordan Pepper (P15) und Ayhancan Güven (P19) blieben im Qualifying hinten hängen.

Der Start: Enges Ding an der Spitze, aber Marco Wittmann verteidigte die Pole Position vor seinem Schubert-Teamkollegen Rene Rast. Der von P3 gestartete Gilles Magnus fiel in der Startrunde auf P8 zurück, wodurch Jack Aitken der erste Verfolger des BMW-Duos war. Ricardo Feller (kam von P8) sorgte mit seinem Land-Audi für Alarm bei Emil Freys Ferrari-Trio und kämpfte sich auf P4 nach vorne. Pechvogel Timo Glock war schon auf Start/Ziel von der Strecke abgekommen und musste in der 2. Runde einen ungeplanten Boxenstopp mit seinem Dörr-McLaren einlegen.

Die erste Rennhälfte: Führungswechsel in Runde 3: Rast hatte augenscheinlich keine Schwierigkeiten, Wittmann zu überholen und den ersten Platz zu übernehmen. Auffällig: Die beiden Ford Mustang GT3 von HRT stürmten wild durchs Feld nach vorne, allen voran Arjun Maini, der sich vom 20. bis auf den 13. Platz verbesserte. Für Titelfavorit Lucas Auer ging es hingegen zurück: Der Mercedes-Pilot lag nach den ersten Runden nur auf P14.

Timo Glock eröffnete den Boxenstopp-Reigen in Runde 13., Ricardo Feller entschied sich von P4 ebenfalls für einen frühen Pflicht-Reifenwechsel in Runde 14 (dauerte mit 14 Sekunden ewig lange), ebenso Dörr, Vermeulen und Bortolotti. Jack Aitken bog in Runde 15 auf Platz drei liegend in die Boxengasse ab. Marco Wittmann absolvierte seinen Boxenstopp in Runde 17 von P2 und kehrte vor Aitken auf die Strecke zurück. Der Ferrari-Pilot griff mit seinen wärmeren Reifen an, Wittmann verteidigte, Kontakt den Berg hoch inklusive - bis Aitken sich durchsetzen konnte.

Der weitere Rennverlauf: Spitzenreiter Rast dürfte sich über das harte Duell seiner Verfolger gefreut haben, als er in Runde 19 die Boxengasse ansteuerte und nach einem schnellen Reifenwechsel (5,8 Sekunden) das Rennen souverän als virtuell Führender fortsetzte. Zu den Gewinnern der Boxenstopp-Phase zählte Thierry Vermeulen, der vom siebten bis auf den virtuell vierten Platz nach vorne gespült wurde. Ebenso Jules Gounon, der von seinem früheren Stopp (Runde 20) profierte und in einem Zuge Jordan Pepper und Thomas Preining (beide Stopp in Runde 23) für den sechsten Platz kassierte.

Danach tat sich eine ganze Weile nicht mehr allzu viel, bis Gounon in der vorletzten Runde eine Rauchentwicklung an seinem Mercedes meldete und immer weiter zurückfiel. Teamkollege Engel erbte die sechste Position. Und das große Drama dann im letzten Umlauf: Jack Aitken versenkte seinen Ferrari im Kiesbett! Platz zwei futsch, Doppelsieg für Schubert.