Rund um Timo Glock und das McLaren-Kundenteam Dörr Motorsport geht der Auto-Tausch munter weiter: Beim bevorstehenden DTM-Rennwochenende auf dem Nürburgring (09.-10. August 2025) erhält der frühere Formel-1-Fahrer erstmals das aktuelle Fahrzeug von Teamkollege Ben Dörr. Der 20-Jährige klettert hingegen in den McLaren 720 S GT3, den Glock seit dem zweiten Saisonlauf auf dem Lausitzring fuhr.
Eigentlich sollte Glock für den Beginn der zweiten Saisonhälfte ebenso ein nagelneues Auto erhalten wie es bei Dörr zum Auftakt in Oschersleben der Fall gewesen war. Die Auslieferung des McLaren verzögert sich allerdings und wird nach aktuellem Stand frühestens Ende August erwartet. Salomonisches Urteil von Teamboss Rainer Dörr: Glock und Dörr Junior wechseln die Autos zum fünften Rennwochenende der Saison 2025.
Timo Glocks neuer DTM-McLaren verspätet sich
"Wir haben verschiedene Setups ausprobiert, auch Leute von McLaren waren eingebunden", erklärte Glock während einer DTM-Pressekonferenz an diesem Dienstag. "Und trotzdem haben wir weiterhin festgestellt, dass das Auto nicht die gleiche Performance hatte. Daraufhin hat Rainer Dörr entschieden, ein neues Auto zu bestellen. Das sollte ursprünglich bis zum Nürburgring da sein. Aber es gab dann das ein oder andere Thema bei McLaren."
Glock fuhr in Oschersleben mit dem Vorjahres-McLaren des Teams chancenlos hinterher. Mit dem Fahrzeug, das Dörr Motorsport ansonsten in der NLS-Serie einsetzt, wurde es danach allerdings auch nicht merklich besser. Glock belegt nur den 20. Platz in der DTM-Tabelle mit 6 Punkten, sein bestes Resultat war ein zehnter Platz am Lausitzring-Sonntag. In den Qualifyings lief bisher kaum etwas rund: Startplatz 17 am Norisring war das Höchste der Gefühle. Teamkollege Dörr hat nach einem aussichtsreichen Saisonauftakt immerhin 24 Zähler gesammelt.
Timo Glocks DTM-Zwischenbilanz 2025
| Rennstrecke | Startaufstellung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Oschersleben 1 | P21 | P20 |
| Oschersleben 2 | P20 | Ausfall |
| Lausitzring 1 | P21 | P17 |
| Lausitzring 2 | P19 | P10 |
| Zandvoort 1 | P21 | Ausfall |
| Zandvoort 2 | P19 | Disqualifikation (Parc-Ferme-Verstoß) |
| Norisring 1 | P21 | P19 |
| Norisring 2 | P17 | Ausfall |
Glock: "Es geht überhaupt nicht um meine Positionierung"
Ob es für Glock mit dem Tausch-Auto weiter nach vorne geht? Eine bessere Performance dürfte sich grundsätzlich jeder Rennfahrer auf der Welt wünschen, aber die einzelnen Ergebnisse seien für den 43-Jährigen in dieser Situation nicht entscheidend: "Für mich ist wichtig, dass wir verstehen, warum es Unterschiede zwischen den Autos gibt. Ob ich dadurch eine einzelne Platzierung einfahren kann, interessiert mich nicht. Auch McLaren will das verstehen. Es geht überhaupt nicht um meine Positionierung oder was am Ende dabei herauskommt - sondern darum, das Problem zu verstehen."
Glock saß schon einmal bei einem privaten Test am Steuer von Dörrs neuem GT3-McLaren und berichtete: "Ich weiß, wie sich das Auto angefühlt hat - es war deutlich einfacher, mal konstante Rundenzeiten zu fahren. Ich hoffe, dass das auch weiter so bleibt. Danke auch an Ben, der dem zugestimmt hat. Wir versuchen, uns als Team weiterzuentwickeln und haben dann gemeinsam entschieden, die Autos für den Nürburgring zu tauschen."
Ultimatives Ziel: Dörr-McLaren soll Top-Team in DTM werden
Glock soll und will Dörr Motorsport dabei unterstützen, sich als Team in der DTM zu etablieren. Ein persönlicher Erfolg könnte aber sicherlich auch dem Comeback-Piloten nicht schaden, um die Motivation hochzuhalten. Glock habe im erst zweiten DTM-Jahr von Dörr Motorsport angesichts der erfahrenen Konkurrenz ohnehin keine einfache Saison erwartet. "Aber wir haben als Team große Fortschritte gemacht", war er überzeugt. "Das Ziel ist es ja, eines der Top-Teams in der DTM zu werden."
Möglichkeiten zur Verbesserung sah der 156-malige DTM-Starter unter anderem in den Performance-Boxenstopps auf Zeit: "Wir können gute Boxenstopps machen - aber von zehn sind aktuell nur fünf wirklich gut. Bei Top-Teams sind acht von zehn stark. Und wir müssen uns besser strukturieren, was Vorbereitung und Gesamtplanung über das Jahr angeht. Das ist ein Bereich, auf den man ein Auge werfen muss, wo man sich cleverer aufstellen muss, was die Programme betrifft."



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