Ein schwarzer und nur mit den Pflichtsponsoren der DTM-Organisation ITR versehener Lamborghini Huracan GT3 des Teams T3 Motorsport sorgt beim Saisonauftakt in Portimao für Aufregung. Dabei handelt es sich um den Lambo mit der #26 von Esmee Hawkey, deren zweite DTM-Saison laut Medienberichten angeblich auf der Kippe stand bzw. steht.

Die wildesten Gerüchte machten den Umlauf, seit Hawkey nach Informationen von Motorsport-Magazin.com Anfang April vor dem DTM-Test in Hockenheim an Corona erkrankt war und dieser Fakt auch vom Team bestätigt wurde. Angeblich wäre die Britin gar nicht krank, sondern einer ihrer Sponsoren hätte kurzfristig einen Rückzieher gemacht, so die Spekulationen, die den Anschein erwecken konnten, Hawkey käme im zweiten T3-Lamborghini neben Nicki Thiim erst gar nicht zum Einsatz.

Auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com beim Team-Management hieß es dazu in Portimao: "Im Februar dieses Jahres wurde in Absprache mit dem Management von Esmee Hawkey ein Fahrzeugdesign präsentiert. Beim Saisonauftakt in Portimao ist das Fahrzeug mit der #26 neutral und schwarz. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen."

Wirklich? "Wir werden Esmee definitiv auch weiterhin aktiv in der DTM-Saison 2022 unterstützen", betont T3-Teamchef Jens Feucht im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Wir wissen um ihr Potenzial und bieten Partnern interessante Möglichkeiten an."

Bisherige und vielleicht auch weiterhin bestehende Geschäftsbeziehungen werden von Feucht offenbar bewusst namentlich nicht genannt. Allerdings deutet der 51-Jährige an, dass man für jegliche Unterstützung der einzigen Frau in der DTM von außerhalb "offen und gesprächsbereit sei". Die Britin selbst lässt sich von den Spekulationen nach eigenen Angaben nicht beeinflussen. "Ich will mich auf meinen Job konzentrieren, denn dafür bin ich hier und habe auch nicht vor, diese Bühne vorzeitig zu verlassen."

Zweite Saison in der DTM: Esmee Hawkey aus Großbritannien -
Zweite Saison in der DTM: Esmee Hawkey aus Großbritannien -Foto: DTM

Dafür spricht auch eine offizielle Stellungnahme der Teamleitung, die Motorsport-Magazin.com vorliegt und in der es heißt: "Esmee hat im letzten Jahr gezeigt, dass sie eine hohe Zugkraft als Werbebotschafterin in einem von Männern dominierten Geschäft und in einer der höchsten GT3-Klassen weltweit hat. Gerade in Zeiten von Arbeitskräftemangel ist sie eine wichtige Identifikationsfigur im Kampf um qualifizierte Frauen in der Industrie."

Die 24-Jährige sah beim Saisonauftakt am Samstag wegen eines Schadens in Folge eines Auffahrunfalls nicht die Zielflagge. Teamkollege Nicki Thiim lag über einen Großteil des Rennens aussichtsreich auf Punktekurs, bis den Sohn des früheren DTM-Champions Kurt Thiim nach der Safety-Car-Phase ein technisches Problem ereilte. Der deutschsprachige Däne verpasste die Punkteränge als Zwölfter.

"Beim Restart gab es leider an meinem Auto ein technisches Problem", bestätigte Thiim gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Ausgerechnet in dem Moment, wo Mirko (Bortolotti) an der Spitze nicht in die Gänge kam und ich außen an der Mauer entlang nach vorne fahren wollte. Das wäre definitiv möglich gewesen, aber wie aus dem nichts konnte ich keinen zweiten Gang einlegen, was ich sechs oder sieben Mal versucht habe. Als er endlich reinging, habe ich neun Plätze verloren (von P5 auf P14, d. Red.) und bin am Ende nicht einmal in den Punkterängen gelandet. Rang zwölf ist letztendlich ein schlechter Lohn für den guten Job des gesamten Teams in dieser Konstellation."