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DTM Norisring: Winward-Protest nach Laswon-Unfall abgelehnt

Die Kollision zwischen Liam Lawson und Philip Ellis im DTM-Samstagsrennen auf dem Norisring könnte ein Nachspiel haben. Team legt Protest ein.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Update: "Der Antrag wurde abgelehnt, weil er nicht zulässig ist", teilte die Rennleitung in ihrer offiziellen Entscheidung am Samstagabend um 18:13 Uhr - knapp vier Stunden nach dem Rennende - mit. Winward hatte seinen Protest konkret gegen den Veranstalter, in diesem Fall die DTM-Dachorganisation ITR, gerichtet.

Ein AvD-Sprecher teilte mit: "Die Sportkommissare haben den Protest abgewiesen, das Team Winward hat fristgerecht Berufung angekündigt. Wenn innerhalb von 96 Stunden die Berufung vom Team schriftlich bestätigt und die Berufungsgebühr entrichtet wird, geht der Vorgang an das DMSB-Berufungsgericht."

Das Rennergebnis des DTM-Samstagrennens auf dem Norisring ist noch nicht final. Das Mercedes-Team Winward hat nach Informationen von Motorsport-Magazin.com einen Protest eingelegt. Dabei geht es um die Kollision zwischen Winward-Pilot Philip Ellis und dem DTM-Meisterschaftsführenden Liam Lawson.

Die Rennleitung untersuchte den Vorfall während des Rennens, entschied sich aber gegen eine Aktion. Dagegen protestiert nun das Mercedes-Kundenteam Winward, wie Teamchef Christian Hohenadel gegenüber Motorsport-Magazin.com bestätigt hat: "Wir sind mit der Entscheidung nicht einverstanden und wollen, dass sie noch einmal überprüft wird."

Der eingereichte Protest ist inzwischen auch offiziell vom AvD bestätigt worden. "Das Team Winward hat im Zuge der Kollision zwischen #57 Ellis und #30 Lawson Protest eingelegt, der jetzt von den Sportkommissaren behandelt wird", teilte ein Sprecher mit.

In Runde 22 kollidierte Lawson mit Vordermann Ellis und drehte den Mercedes-AMG GT3 des Schweizers auf der Strecke. Lawson übernahm dadurch zwischenzeitlich die zweite Position, während Ellis weit zurückfiel. Das vorletzte Rennen der Saison gewann Maximilian Götz (HRT-Mercedes) vor Arjun Maini (Getspeed-Mercedes) und Lawson. Der Neuseeländer führt die Meisterschaft mit 224 Punkten vor Kelvin van der Linde (206) und Götz (205) an.

Van der Linde über Lawson: Schade für den Sport

Kurz nach dem Rennende ärgerte sich auch der viertplatzierte Titelanwärter Kelvin van der Linde über den Lawson/Ellis-Crash. Der Abt-Pilot hatte letzte Woche in Hockenheim nach einer Kollision mit Lawson eine 5-Sekunden-Zeitstrafe kassiert. Dass Lawson am heutigen Samstag nicht bestraft wurde, konnte van der Linde nicht nachvollziehen und sagte bei Sat.1: "Schade für den Sport, ich bin echt enttäuscht."

Lawson konterte darauf angesprochen während der Top-3-Pressekonferenz im Anschluss: "Es ist typisch, das jetzt von ihm zu hören. Das waren zwei komplett unterschiedliche Zwischenfälle. Und nachdem, was er (heute; d. Red.) in Turn 1 gemacht hat, bin ich überrascht, dass er nichts bekommen hat."

DTM Norisring: Rennen 1 als Video-Zusammenfassung: (03:52 Min.)

Lawson: War natürlich keine Absicht

Die Kollision mit Ellis, der am heutigen Samstag seinen 29. Geburtstag feiert, beschrieb Lawson als Racing: "Ich wusste, dass Philip mich aufhalten wollte, wohl um Maxi (Götz) an der Spitze zu helfen. Er hat das Auto an den Kurvenscheitelpunkten wirklich gestoppt, ich musste viel bremsen. Ich hatte die Gelegenheit, auf der Innenseite vorbeizugehen. Ich war direkt neben ihm auf dem Weg zu Kurve 3. Ich war mit einer Seite an der Mauer und konnte nirgendwo anders hin."

Der junge Neuseeländer weiter: "Dann hatten wir einen Kontakt. Ich war überrascht, dass er sich gedreht hat. Es fühlte sich an wie eine sehr leichte Berührung. Natürlich war das keine Absicht, als ich zum Überholmanöver ansetzte. Als ich mich dann für die Innenseite committed hatte, hatte ich das Gefühl, dass ich etwas mehr Platz hätte haben sollen."

Ellis nach Lawson-Kollision Zehnter

Lawson traf bei dem Vorfall im Schöller-S mit der rechten Vorderseite seines Ferrari 488 die linke Heckpartie des Winward-Mercedes. Ellis drehte sich, konnte einen Kontakt mit der Mauer jedoch vermeiden.

Zu diesem Zeitpunkt schirmte Ellis den führenden Mercedes-Markenkollegen und späteren Sieger Götz gegen das Ferrari-Duo Lawson und Nick Cassidy ab, der in Nürnberg den Formel-1-Rückkehrer Alex Albon ersetzt. Der von Platz sechs gestartete Ellis beendete das vorletzte Rennen der Saison auf dem zehnten Platz. "Es tut mir sehr leid für Philip, dem wir zu seinem Geburtstag natürlich umso mehr einen Podestplatz gegönnt hätten", sagte Winward-Teamchef Hohenadel.

Weitere Informationen zu diesem Vorfall folgen an dieser Stelle


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