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DTM 2021: Buhk ersetzt Paffett bei Mücke-Mercedes

Für Gary Paffett dürfte der Titelzug schon vor dem ersten DTM-Rennen abgefahren sein. Der zweifache Meister wird durch Maxi Buhk ersetzt.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Kurzfristiger Fahrerwechsel mit Folgen: Gary Paffett verpasst den DTM-Saisonauftakt in Monza (18.-20. Juni 2021) am kommenden Wochenende. Der Brite, der für das Mercedes-Team Mücke Motorsport antritt, wird auch beim zweiten Saisonevent auf dem Lausitzring (23.-25. Juli 2021) fehlen. Mit zwei ausgelassenen Rennwochenenden respektive vier verpassten Rennen dürfte der Titelzug für Paffett schon vor dem Saisonstart abgefahren sein.

An beiden Terminen fehlt Paffett wegen Terminüberschneidungen mit der Formel E. Die Elektro-Serie trägt zeitgleich zur DTM Rennwochenenden im mexikanischen Puebla (Kollision mit Monza) sowie beim vorletzten Saisonlauf in London aus.

Bemerkenswert: Im Gegensatz zu Nico Müller, der in der Formel E für das US-Team Dragon startet, wegen seines laufenden Audi-Vertrags aber in der DTM starten wird, ist Paffett in der E-Serie gar nicht als Fahrer vorgesehen. Der zweifache DTM-Champion ist bei Mercedes seit 2019 'nur' als Team-Berater für die Stammfahrer Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries eingeplant.

Paffett: "Ich kann es kaum erwarten, selbst ins Auto zu steigen. Mal sehen wie konkurrenzfähig der Mercedes-AMG sein wird. Aber ich gehe davon aus, dass wir in der DTM ein Wörtchen mitreden werden, gute Punkte einfahren und uns während der Saison vielleicht steigern können. Das sollte ein realistisches Ziel sein. Die ersten Tests stimmen mich sehr optimistisch."

Für den 40-jährigen Paffett, der seit Ende 2019 kaum Rennen gefahren ist, steht bereits Ersatz parat. Maximilian Buhk gibt sein DTM-Debüt und startet in Monza sowie auf dem Lausitzring für das von Peter Mücke geführte Team. Das AMG-Ass vertrat Paffett bereits bei den offiziellen ITR-Testfahrten auf dem Hockenheimring, hätte eigentlich auch beim nachfolgenden Test in der Lausitz einspringen sollen und saß zuletzt bei einem privaten Test in Monza im Mercedes-AMG GT3 von Mücke.

"Ich freue mich - wenn auch nur vertretungsweise - Teil dieses Entwicklungsprojektes zu sein", sagt der 28jährige Reinbeker. "Mit Space Drive bzw. mit einem elektronischen Lenksystem zu fahren ist für mich eine völlig neue Erfahrung. Mein erster Eindruck war sehr positiv. Ich war überrascht wie gut das Feedback war, welches ich von der Lenkung bekommen habe. Natürlich gibt es noch einige Bereiche, in denen wir uns verbessern können. Der Saisonauftakt in Monza wird spannend."

Neuheit für AMG-Ass Buhk

Buhk ist seit 2012 mit einjähriger Unterbrechung für Mercedes-AMG im Einsatz und kennt auch den aktuellen Mercedes-AMG GT3 aus dem Effeff. In der DTM erwartet den 28-Jährigen allerdings eine Besonderheit. Der Mücke-Mercedes ist mit dem Steer-by-Wire-Lenksystem namens Space Drive ausgestattet, das auch Sophia Flörsch (Abt-Audi) sowie Timo Glock (ROWE-BMW) fahren werden.

Mit den DTM-Einsätzen stehen Buhk geschäftige Wochen bevor. Am vergangenen Wochenende startete er für das Mercedes-Team MANN-FILTER Team Landgraf beim GT Masters auf dem Red Bull Ring. Beim Saisonauftakt der inzwischen als Deutsche GT Meisterschaft bekannten Rennserie in Oschersleben (15. Mai 2021) gelang ihm an der Seite von Teamkollege Raffaele Maerciello ein Sieg.

Mit Buhk wurde dem Rennstall aus Berlin durch Mercedes-AMG ein adäquater Ersatz für Paffett zugeteilt. Der gebürtige Reinbeker gehört seit Jahren zu den absoluten GT3-Spezialisten. Zu seinen größten Erfolgen zählt der Sieg beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps 2016 sowie der Gewinn der GT World Challenge (Fahrer-Gesamtwertung) im selben Jahr, P2 beim 24h-Rennen Nürburgring 2019 und nicht zuletzt die GT3-Europameisterschaft 2012.

"Wir sind gut vorbereitet auf den Saisonstart in Monza und freuen uns auf das Comeback in der DTM und darüber hinaus noch mit solch einem innovativen und zukunftsweisenden Projekt", sagt Teamchef Peter Mücke. Wir sind stolz Teil des Entwicklungsteams von Schaeffler Paravan zu sein. In der DTM stoßen wir auf ein sehr hochkarätiges Fahrerfeld, das ist ein guter Ansporn. Der Rennsport ist seit jeher ein Beschleuniger, wenn es um die Weiterentwicklung zukunftsträchtiger Technologien geht."


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