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Exklusiv: Mercedes-Angebot für Audi-Star Rene Rast

Rene Rast startet mit Audi nach dem Gewinn der dritten DTM-Meisterschaft bald in der Formel E durch. Jetzt kam raus: Ihm lag ein Angebot von Mercedes vor!
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Rene Rast bleibt Audi auch in Zukunft erhalten. Nach dem werksseitigen DTM-Ausstieg der Ingolstädter setzt der nun dreifache Champion seine Karriere in der Formel E fort. 2021 bestreitet Rast für das Audi-Werksteam an der Seite von Lucas di Grassi seine erste volle Saison in der Elektro-Rennserie.

Was für die meisten Beobachter nach Rasts überzeugenden Leistungen beim vergangenen Saisonfinale der Formel E mit sechs Rennen in Berlin keine Überraschung darstellte, hätte tatsächlich auch ganz anders kommen können: Nach exklusiven Informationen von Motorsport-Magazin.com bemühte sich Mercedes ganz konkret um Rast, der bereits seit 2009 zur Audi-Familie gehört.

Welches Programm Mercedes für Rast vorgesehen hatte, ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht bekannt. Der Autobauer aus Stuttgart hat unterschiedliche attraktive Möglichkeiten im Angebot: die Formel 1 samt den Kundenteams Williams und Racing Point (ab 2021 als Aston Martin mit Sebastian Vettel) sowie seit 2019 ein Werksteam in der Formel E.

Rene Rast hoch drei: Der alte und neue DTM-Champion - Foto: DTM

Das Formel-E-Team von Mercedes hat Ende Oktober bestätigt, dass die bisherigen Stammfahrer Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries eine zweite Saison für das Werksteam bestreiten werden. Der ehemalige Formel-1-Fahrer Vandoorne schloss die Saison 2019/20 als Vize-Meister ab, Debütant de Vries wurde Elfter.

In einer gemeinsamen Medienrunde von Mercedes-Teamchef Ian James mit Vandoorne und de Vries antwortete James auf die Frage von Motorsport-Magazin.com, ob immer klar gewesen sei, dass die beiden Fahrer an Bord bleiben und wann die Entscheidung intern gefallen sei: "Ich bin nicht sicher, ob ich das vor Stoffel und Nyck beantworten möchte. Wir haben immer gesagt, dass wir zwei Fahrer wollen, die Teil der Entwicklung des Teams sind. Es war eine natürliche und leichte Wahl, diese Beziehung in Saison 7 fortzuführen."

Mit Rast hätte sich Mercedes nicht nur den erfolgreichsten GT/Tourenwagen-Fahrer des Jahrzehnts gesichert, sondern obendrein einen deutschen Piloten. Neben der Formel 1 verzichtet Mercedes auch in der Formel E im Gegensatz zur Elektro-Konkurrenz von Audi, BMW und Porsche auf einen heimischen Fahrer im Cockpit.

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com waren in der abgelaufenen Saison nicht alle Mercedes-Abteilungen, darunter das mächtige Marketing, vollends glücklich mit dem belgisch-niederländischen Fahrerduo Vandoorne und de Vries. Rast mit seiner Strahlkraft hätte sich auf dem wichtigen deutschen Markt weitaus besser vermarkten lassen.

Rasts langjähriger Berater Dennis Rostek wollte auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com Verhandlungen mit Mercedes nicht bestätigen.

Rostek teilte mit: "Ich habe in den vergangenen drei Monaten sehr intensiv mit einem Hersteller verhandelt, der großes Interesse an Rene hatte. Dabei handelte es sich auch um andere Programme als die, die Audi anbot. Die Verhandlungen waren weit fortgeschritten. Audi hat letztendlich jedoch eine langfristige und sehr attraktive Perspektive aufgezeigt, für die wir uns gemeinsam entschieden haben. Ich bin sehr glücklich über die Einigung und Rene und ich sind schon ganz Feuer und Flamme auf die weitere Zukunft mit Audi."

Drei DTM-Titel in nur vier Jahren: Rene Rast mit Manager Dennis Rostek in Hockenheim - Foto: Privat

Rasts neues Engagement in der Formel E bedeutet nicht zwingend seinen Ausstieg aus der DTM, die 2021 nach den Hersteller-Rückzügen von Gerhard Berger mit einem GT-Reglement fortgeführt wird. Eine Fortsetzung von Rast sei laut Rostek vorstellbar, wenn die Rahmenbedingungen es zulassen.

Im Zuge der Formel-E-Bekanntgabe teilte Rast auf seiner Instagram-Seite mit: "Mein primäres Audi-Motorsportprogramm für 2021 ist die Formel E. Natürlich bin ich aber auch an der DTM interessiert. Im Moment müssen wir abwarten und schauen, ob es möglich wäre, beide Programme auf eine gewisse Weise zu kombinieren."


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