Motorsport-Magazin.com Plus
DTM

DTM 2021: Kalender-Kollisionen mit ADAC GT Masters und SRO

Die DTM präsentiert ihren Rennkalender für 2021. Mehrfache Überschneidungen mit den GT3-Konkurrenzserien ADAC GT Masters und GT World Challenge.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die DTM hat am Rande des Saisonfinales auf dem Hockenheimring ihren Rennkalender für 2021 veröffentlicht. Als letzte der relevanten GT3-Serien - zu denen die DTM unter dem Pre-Class-1-Reglement künftig zählen möchte - hat Gerhard Berger die neun Austragungsorte für das kommende Jahr präsentiert.

Mehr als je zuvor geht der Blick bezüglich der Rennkalender in Richtung des ADAC GT Masters. Zahlreiche Überschneidungen in der Vergangenheit waren ein Problem für Fans und TV-Quoten - jetzt könnte es auch um Teams und Sponsoren gehen, nachdem sich die Hersteller aus der DTM verabschiedet haben. In beiden deutschen Rennserien treten GT3-Kundenteams an.

Nach aktuellem Stand - zu Zeiten von Corona auf wackligem Podest gebaut - gibt es auch 2021 wieder einige Überlappungen der beiden Rennserien. Bis zu vier Mal tragen DTM und ADAC GT Masters ihre Rennen parallel an Wochenenden aus - und damit bei mehr als der Hälfte der sieben geplanten Veranstaltungen der ADAC-Rennserie.

Die erste Überschneidung könnte es vom 11. bis 13. Juni 2021 geben, wenn das ADAC GT Masters auf dem Red Bull Ring und die DTM zeitgleich in Monza gastiert. Für die Premiere auf dem italienischen Formel-1-Kurs hat die DTM zwei Daten kommuniziert: den 11. bis 13. oder alternativ den 18. bis 20. Juni.

Foto: DTM

Sollte sich die DTM für den späteren Termin im Juni entscheiden, kommt es zu Überschneidungen mit zwei anderen relevanten Rennserien. Die GT World Challenge fährt parallel in Zandvoort (18.-20. Juni) und die Formel E will ihren Deutschland-Lauf in Berlin (19. Juni) austragen. Änderungen im Formel-E-Kalender sind wegen eines neu eingeführten Block-Systems (häppchenweise Bekanntgabe der Termine) allerdings naheliegend.

Der Formel-E-Kalender ist für die DTM nicht mehr wegen der Hersteller, sondern wegen des TV-Partners relevant: Ab 2021 überträgt erstmals Sat.1 die Rennen der Elektro-Rennserie im Fernsehen. Die Rennen starten meist um 16:00 Uhr, während die DTM in den vergangenen Jahren 13:30 Uhr für den Rennbeginn gefestigt hat.

Während die DTM ihren Rennkalender in der Vergangenheit vorrangig nach der Formel 1, den großen 24-Stunden-Rennen und der Formel E ausrichtete, ist jetzt - wie beim ADAC GT Masters - auch die GT World Challenge Europe ein Thema. Auf allen drei Plattformen treten internationale Kundenteams mit GT3-Fahrzeugen an.

2021 kommt es zwischen dem ADAC GT Masters und der GT World Challenge Europe (GTWC) nach aktuellem Planungsstand zu keiner einzigen Überschneidung. Mit der ebenfalls von Stephane Ratel organisierten Intercontinental GT Challenge (IGTC) könnte es zwei Terminkollisionen (Zandvoort/Suzuka im August, Hockenheim/Indianapolis im Oktober) geben.

Anders sieht es beim DTM-Kalender aus. Hier stehen 2021 bis zu sechs Überschneidungen mit SRO-Rennserien an (noch nicht bestätigtes Sankt Petersburg/Paul Ricard GTWC, evtl. Monza/Zandvoort GTWC, Norisring/Misano GTWC, Nürburgring/Suzuka IGTC + ADAC GT Masters Zandvoort, Red Bull Ring/Nürburgring IGTC, Assen/evtl. GTWC tba) an. Das kann durchaus relevant sein, wenn Teams und/oder Rennfahrer beabsichtigen, in mehreren Serien zu starten.

DTM Highlights: Hockenheim-Finale mit Rast-Titel und Zukunft: (01:41 Min.)

"Jede Serie muss für sich entscheiden, wie man sich austauscht", sagte Thomas Voss, ADAC Leiter Motorsport, bei einer Pressekonferenz am Sonntag. "Wir machen das seit Jahren erfolgreich mit der SRO, um Teams und Fahrern zu ermöglichen, mit ihren Fahrzeugen möglichst oft am Start zu sein. Unser Credo war schon immer, mit relevanten Serien zu arbeiten und Kalender abzustimmen. Dazu gehören Langstrecken-Klassiker und auch die relevanten europäischen GT-Serien."

Das ADAC GT Masters hat seinen Rennkalender am 19. September veröffentlicht. Die DTM zog nach zahlreichen Diskussionen über die Zukunft eineinhalb Monate später nach. Trotzdem soll es bis zu vier Terminüberschneidungen geben, wobei Berger vor einiger Zeit erwähnte, dass er kein Problem damit hätte, wenn DTM-Teams auch im ADAC GT Masters (GTM) antreten würden.

Bei den zu erwartenden Kalender-Kollisionen (evtl. Monza DTM/Red Bull Ring GTM, Zolder DTM/Nürburgring GTM, Nürburgring DTM/Zandvoort GTM, Hockenheim DTM/Sachsenring GTM) erscheint diese Option wenig realistisch. Mit Kalenderänderungen muss in Folge der anhaltenden Pandemie gerechnet werden, gleichzeitig müssen Teams und Sponsoren ihre Programme planen.

Bei allen Rennserien ruht die Hoffnung unterdessen auf einer Rückkehr der Zuschauer an die Strecken. Die DTM hat sich deshalb für einen späten Auftakt Ende Mai 2021 entschieden. "Dieses Jahr haben wir den Kalender durchgezogen, meist aber ohne Fans", sagte Berger. "Ein Jahr kann man so überbrücken. Als Promoter brauchen wir aber auch das Einkommen. Deshalb starten wir lieber später und haben dann alle 14 Tage ein Rennen."

Auch das ADAC GT Masters legt erst im Mai in Oschersleben los, zwei Wochen vor dem geplanten und finanziell lukrativen DTM-Auftakt auf der neuen Rennstrecke Igora Drive im russischen Sankt Petersburg. Hier wollte die DTM schon 2020 ihr Renndebüt geben, musste wegen Corona jedoch absagen. Auch geplante in Rennen in Monza, Anderstorp und auf dem Norisring fielen aus.

Foto: DTM

Ein auffälliger Unterschied zwischen den Kalendern der DTM und des ADAC GT Masters: Der ADAC verzichtet auf Rennen nach Mitte Juni bis Anfang August, um den Sport-Großereignissen Fußball-Europameisterschaft (11. Juni-11. Juli) und Olympische Spiele in Tokio (23. Juli-08. August) weitestgehend auszuweichen. In diese Zeit fallen nur Rennen auf dem Red Bull Ring (11.-13. Juni) und Nürburgring (06.-08. August).

Die DTM hingegen plant in diesem Zeitraum vier Veranstaltungen in Monza (11.-13. oder 18.-20. Juni), am Norisring (02.-04. Juli), auf dem Lausitzring (23.-25. Juli) sowie im belgischen Zolder (06.-08. August).

Nachdem die Formel 1 ihren Rennkalender mit 23 Grands Prix an diesem Dienstag veröffentlicht hat, steht nun auch fest, wie viele Terminüberschneidungen es mit der DTM geben wird. Bis zu vier Mal tragen die Serien ihre Rennen parallel aus, teilweise in unterschiedlichen Zeitzonen: Monza könnte mit dem Kanada GP (13. Mai) kollidieren, Norisring mit dem Österreich GP (04. Juli), Red Bull Ring mit dem Niederlande GP (05. September) sowie das Saisonfinale in Hockenheim mit dem Großen Preis von Singapur (03. Oktober).

Rennkalender 2021: DTM und ADAC GT Masters

Datum Rennserie Ort
14.-16. Mai ADAC GT Masters Oschersleben
28.-30. Mai DTM Sankt Petersburg (Bestätigung ausstehend)
11.-13. Juni ADAC GT Masters Spielberg
11.-13. oder 18.-20. Juni DTM Monza
02.-04. Juli DTM Norisring
23.-35. Juli DTM Lausitzring
06.-08. August DTM Zolder
06.-08. August ADAC GT Masters Nürburgring
20.-22. August DTM Nürburgring
20.-22. August ADAC GT Masters Zandvoort
03.-05. September DTM Spielberg
10.-12. September ADAC GT Masters Lausitzring
17.-19. September DTM Assen
01.-03. Oktober DTM Hockenheim
01.-03. Oktober ADAC GT Masters Sachsenring
15.-17. Oktober ADAC GT Masters Hockenheim

Motorsport-Magazin.com Plus