DTM

Fuji-Knaller! Karthikeyan gewinnt verrücktes Rennen vor DTM-Duo

Was für ein Show-Rennen in Fuji: Narain Karthikeyan gewinnt das Sonntagsrennen vor Marco Wittmann und Loic Duval. Sechs DTM-Autos in den Top-10.
von Robert Seiwert
DTM Fuji Dreamrace: Zusammenfassung von Rennen 2: (01:0 Min.)

SO geht Show-Rennen! Super GT und DTM lieferten sich am Sonntag in Fuji ein völlig verrücktes Rennen samt zahlreichen Unfällen, Reifenschäden, Safety-Car-Phasen und einem wahnsinnigen Zieleinlauf in der letzten Runde.

Narain Karthikeyan setzte sich nach 31 Runden auf dem Fuji Speedway durch und erzielte den zweiten Sieg für die Vertreter der Super GT an diesem Wochenende. Der von Platz zwei gestartete Honda-Fahrer und frühere Formel-1-Pilot übernahm schon früh die Führung und hielt sich aus sämtlichen Geplänkeln geschickt heraus.

Dahinter hielt es die Zuschauer allerdings nicht mehr auf den Sitzen, als sich Loic Duval und Marco Wittmann an seinem 30. Geburtstag ein Fotofinish-Duell um den zweiten Platz lieferten. Nach zuvor völlig wilden Phasen, in denen vier Super-GT-Autos nach Unfällen ausschieden und es an allen Ecken und Enden knallte, schickte die Rennleitung kurz vor Schluss zum dritten Mal ein Safety-Car auf die Strecke.

Zu einer letzten Runde wurde das Feld noch einmal freigelassen - es sollte sich aus Fan-Sicht lohnen. Duval, der zuvor im Rennen wegen eines Reifenschadens früh zurückgefallen war, dadurch aber gleichzeitig wegen Safety-Car-Phasen profitierte, drückte hinter dem Zweitplatzierten Wittmann.

Duval war in der finalen Runde mit wesentlich frischeren Hankook-Einheitsreifen unterwegs und hatte überlegenen Speed. Lange Zeit kam er jedoch nicht am zweifachen DTM-Champion vorbei, der sich mit seinem BMW M4 auf der Strecke breit machte. Erst in der letzten Kurve auf dem Weg zur Start/Ziel-Geraden gelang es Duval mit einem sehr beherzten Manöver, Wittmann den zweiten Platz auf den letzten Metern abzuluchsen.

So dachte man zumindest. Weil Duval bei seiner Aktion aber die Strecke verlassen hatte, brummte ihm die Rennleitung eine 1-Sekunden-Strafe (!) auf. Dadurch fiel der Franzose hinter Wittmann auf den dritten Platz zurück.

Duval: "Was für ein Rennen! Ich hatte früh einen Reifenschaden, kam wegen der Safety Cars aber wieder zurück ins Rennen. Die letzte Runde war dann einfach nur verrückt. Wir wollten hier eine gute Show abliefern, hoffentlich ist uns das gelungen."

Mit BMW-Gaststarter Kamui Kobayashi (P5) und dem Audi-Trio Mike Rockenfeller (P7), Rene Rast (P9) und Benoit Treluyer (10) schafften es insgesamt sechs DTM-Vertreter in die Top-10 des Klassements. Auch der beinamputierte BMW-Gastfahrer Alex Zanardi erreichte in einem völlig wilden Rennen mit Platz 13 ein respektables Ergebnis.

Super GT x DTM in Fuji: So lief das Rennen am Sonntag

Die Startaufstellung: Die DTM auf Pole in Japan! Audi-Fahrer Loic Duval erbte den ersten Startplatz, weil der eigentliche Pole-Setter Daisuke Nakajima um fünf Platz nach hinten versetzt wurde. Vier DTM-Autos fuhren in die Top-8 der Startaufstellung: Duval (P1), Rene Rast (P4), Marco Wittmann (P7) und Mike Rockenfeller (P8). BMW-Gaststarter Alex Zanardi startete in seinem speziell umgebauten BMW M4 erneut vom letzten Platz.

Das Wetter: Dunkle Wolken zogen vor dem Rennstart über dem Fuji Speedway auf und es sah danach aus, als ob es jederzeit schütten würde. Doch der Wettergott hielt sich tatsächlich an die Vorhersage und hielt die Schleusen dicht. Bei 22 Grad, stärkerem Wind und Wolkenhimmel ging das Rennen komplett trocken über die Bühne. Im Qualifying wenige Stunden zuvor wurden die Fahrer mit feuchten Streckenbedingungen konfrontiert.

Der Start: Loic Duval verteidigte die Pole erfolgreich gegen Verfolger Narain Karthikeyan durch die erste Runde. Auch dahinter blieb es größtenteils ruhig, Rene Rast behauptete die vierte Position gegen die Super-GT-Meute. Marco Wittmann beendete die erste Runde als Siebter, während dahinter Mike Rockenfeller auf P9 zurückfiel. Zu Beginn der zweiten Runde spielten die Super-GT-Fahrer ihre Stärken aus: Karthikeyan überholte Duval in Kurve 1, Rast konnte sich auf P4 auf der 1,4 Kilometer langen Geraden nicht gegen Koudai Tsukokashi (Nissan) und Daisuke Nakajima (Honda) wehren.

Die Boxenstopps: Loic Duval legte in Folge seines Reifenschadens als erster Fahrer in Runde 7 seinen Pflicht-Boxenstopp ein. Der Letztplatzierte Alex Zanardi entschied sich ebenfalls für einen frühen Reifenwechsel. Kurz nach dem Stopp des BMW-Fahrers in Runde 8 bog das Safety Car auf die Strecke ab und führte das Feld wieder zusammen. Benoit Treluyer kam ebenfalls an die Box, unter SC-Bedingungen galt dies jedoch nicht als Pflicht-Reifenwechsel.

In Runde 15 absolvierten Rene Rast von P5 und der dahinterliegende Marco Wittmann ihre Wechsel auf einen frischen Satz der Hankook-Reifen. Einen Umlauf später holte sich auch Mike Rockenfeller neue Reifen an der Box ab.

Die Zwischenfälle: Pechvogel Loic Duval! Nach dem Ausfall gestern auf dem Weg in die Startaufstellung, hatte der Audi-Pilot auch am Sonntag Schwierigkeiten. Auf Position fünf liegend erlitt der Pole-Setter einen Reifenschaden auf der linken Hinterseite und musste in Runde 7 die Boxengasse ansteuern. Duval absolvierte damit seinen Pflicht-Reifenwechsel, fiel aber bis ans Ende des Feldes zurück.

Auf dem Weg in die Box verlor Duval ein Teil, das gefährlich auf der Strecke liegen blieb. Die Rennleitung rief in Runde 8 eine Safety-Car-Phase aus, um die Strecke zu säubern. Zu diesem Zeitpunkt führte Karthikeyan (Honda) vor Yamamoto (Honda), Nakajima (Honda), Tsukakoshi (Honda), Rast (Audi) und Wittmann (BMW) das Feld an. Der Inder verteidigte die Führung, dahinter übernahm Tsukakoshi die zweite Position.

In Runde 20 erlitt Rene Rast ein ähnliches Schicksal wie zuvor sein Audi-Markenkollege Duval: Der amtierende DTM-Champion zog sich links hinten einen Reifenschaden zu und verlor dabei ein Teil seines Hecks. Um das Teil - genau wie bei Duval - von der Strecke zu entfernen, schickte die Rennleitung erneut das Safety Car auf die Strecke.

Zu diesem Zeitpunkt führten die beiden DTM-Autos von Benoit Treluyer und Alex Zanardi das Feld an. Loic Duval nutzte auf P3 liegend die Neutralisationsphase, um einen weiteren Boxenstopp nach seinem ersten frühen Reifenwechsel einzulegen.

Nach dem Re-Start wurde es chaotisch: Im hinteren Feld ereigneten sich mehrere Unfälle zwischen Super-GT-Autos, überall war Karbon auf der Strecke verteilt. Während Zanardi einige Plätze zurückfiel, legte Treluyer in Führung liegend seinen Pflicht-Reifenwechsel ein.

Dadurch übernahm Karthikeyan die Führung vor Wittmann, Duval und Kobayashi. Der Audi-Pilot und sein BMW-Kontrahent lieferten sich heftige Duelle um den dritten Platz. Nach einem weiteren Unfall bog das Safety Car zum dritten Mal auf die Strecke ab.

Dream Race in Fuji: Ergebnis Rennen 2

Pos. Fahrer Fahrzeug Zeit
1 Nahrain Karthikeyan Honda NSX-GT 57:38.362
2 Marco Wittmann BMW M4 DTM 57:39.297
3 Loic Duval Audi RS5 DTM 57:40.187
4 Naoki Yamamoto Honda NSX-GT 57:41.774
5 Kamui Kobayashi BMW M4 DTM 57:42.105
6 Daisuke Nakajima Honda NSX-GT 57:42.718
7 Mike Rockenfeller Audi RS5 DTM 57:42.898
8 Ryo Hirakawa Lexus LC500 57:43.043
9 Rene Rast Audi RS5 DTM 57:43.986
10 Benoit Treluyer Audi RS5 DTM 57:45.588
11 Tsugio Matsuda Nissan GT-R 57:45.904
12 Mitsunori Takaboshi Honda NSX-GT 57:45.997
13 Alessandro Zanardi Audi RS5 DTM 57:46.042
14 Heikki Kovalainen BMW M4 DTM 57:47.312
15 Yuji Kunimoto Lexus LC500 57:47.672
16 Kazuya Oshima Lexus LC500 57:47.673
17 James Rossiter Nissan GT-R 47:01.590
18 Kohei Heirate BMW M4 DTM 47:18.722
19 Kazuki Nakajima Lexus LC500 47:28.165
20 Hiroaki Ishiura Lexus LC500 47:32.076
21 Koudai Tsukakoshi BMW M4 DTM 45:09.968
22 Tomoki Nojiri Audi RS5 DTM 45:20.856

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