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DTM-Statistik zur Halbzeit: Audi, BMW, Aston Martin im Check

Wer hat die besten Karten in der DTM-Saison 2019? Motorsport-Magazin.com vergleicht die Leistungen von Audi, BMW und Newcomer Aston Martin.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Halbzeit in der DTM-Saison 2019! Zehn von 18 Rennen sind vorüber. In Hockenheim, Zolder, Misano, auf dem Norisring und zuletzt in Assen haben die 18 Fahrer von Audi, BMW und R-Motorsport mit dem Aston Martin Vantage gezeigt, wie gut ihre neuen Class-1-Autos sind. Motorsport-Magazin.com macht den Statistik-Check zur ersten Saisonhälfte.

DTM 2019: Die Rennsiege

Audi und BMW teilen sich jeweils fünf Siege in der laufenden Saison. DTM-Neueinsteiger Aston Martin warten noch auf den ersten Sieg beziehungsweise Podestplatz. Interessant: An jedem der bisher fünf Veranstaltungen teilten sich Audi und BMW die Siege. Der Autobauer aus München triumphierte dabei vier Mal im Samstags-Rennen, die Ingolstädter hingegen waren vier Mal im Rennen am Sonntag erfolgreich.

Nicht nur bei den Siegen, sondern auch bei den Siegern gibt es Parallelen: Für Audi gewann Rene Rast drei Rennen, auf BMW-Seite stand Marco Wittmann drei Mal ganz oben. Tabellenführer Rast setzte sich in den beiden Sonntags-Rennen in Hockenheim und Zolder sowie beim Samstags-Lauf auf dem Norisring durch. Wittmann gewann die beiden regnerischen Samstags-Rennen in Hockenheim und Assen sowie das samstägliche Rennen in Misano.

Aus dem Audi-Lager gelangen außerdem Titelkandidat Nico Müller (Misano) sowie Mike Rockenfeller (Assen) jeweils ein Saisonsieg. Für BMW feierte Philipp Eng in Zolder seinen ersten DTM-Sieg, während Bruno Spengler auf dem Norisring mit Sieg Nummer fünf einen neuen Rekord auf dem Nürnberger Stadtkurs aufgestellt hat.

Beide Parteien war sowohl im Negativen als auch im Positiven von der Safety-Car-Flut betroffen. Das Sonntags-Rennen in Hockenheim gewann Rene Rast dank doppeltem Boxenstopp vom 16. Startplatz. Bei BMW verhalf Marco Wittmann in Misano eine günstige Safety-Car-Phase vom letzten Platz zum Sieg.

Rennen Sieg Samstag Sieg Sonntag
Hockenheim Marco Wittmann (BMW) Rene Rast (Audi)
Zolder Philipp Eng (BMW) Rene Rast (Audi)
Misano Marco Wittmann (BMW) Nico Müller (Audi)
Norisring Rene Rast (Audi) Bruno Spengler (BMW)
Assen Marco Wittmann (BMW) Mike Rockenfeller (Audi)

DTM 2019: Die Podestplätze

Während bei den Siegen Gleichstand herrscht, zeigen sich mit Blick auf die Podestplätze große Unterschiede zwischen Audi und BMW. Audi hat 20 von 30 möglichen Podiumsplatzierungen erzielt, BMW kommt nur auf 10 Podesterfolge. Einem Aston-Martin-Fahrer ist es bislang noch nicht gelungen, unter die Top-3 zu fahren.

Dass Audi der Konkurrenz aus München überlegen ist, zeigte sich schon beim Saisonauftakt in Hockenheim, als Audi-Fahrer fünf von sechs möglichen Podiumsplätzen errangen. Mit Ausnahme von Zolder standen bei jeder weiteren Veranstaltung vier Audi-Piloten an beiden Renntagen auf dem Treppchen. BMW erlebte sein erfolgreichstes Wochenende in Zolder, wo es drei Fahrern eines M4-Rennwagens gelang, auf die vorderen drei Positionen zu fahren.

Philipp Eng: Blick in einen Fahrer-Raum im Renntruck: (10:24 Min.)

Alle sechs Audi-Fahrer standen in der Saison 2019 mindestens ein Mal auf dem Podium. Rene Rast und Nico Müller waren die Fahrer für die Big Points, beide Titelrivalen teilen sich je sechs Podestplätze. In Hockenheim (Robin Frijns), Misano (Rast) und Assen (Müller) gelang es jeweils einem Audi-Fahrer, in beiden Rennen aufs Podium zu fahren.

Bei BMW konnten nur vier der sechs Werksfahrer einen Podiumsplatz erringen. Timo Glock und Rookie Sheldon van der Linde gingen bislang leer aus. Stattdessen präsentiert sich, wie schon so oft in der Vergangenheit, Marco Wittmann als der Fahrer, der am besten mit dem BMW-Paket zurechtkommt. Der zweifache Champion erzielte vier Podestplätze und damit die meisten aller M-Piloten.

Ebenfalls stark unterwegs in seiner zweiten DTM-Saison ist Philipp Eng. Der Österreicher erzielte mit seinem Premierensieg insgesamt drei Podestplätze.

Pos Fahrer Hersteller Anzahl Podestplätze
1 Rene Rast Audi 6
2 Nico Müller Audi 6
3 Marco Wittmann BMW 4
4 Philipp Eng BMW 3
5 Mike Rockenfeller Audi 3
6 Joel Eriksson BMW 2
7 Robin Frijns Audi 2
8 Jamie Green Audi 2
9 Bruno Spengler BMW 1
10 Loic Duval Audi 1

DTM 2019: Die Qualifyings

Gleiche Anzahl an Siegen, gleiche Anzahl an Pole Positions: Audi und BMW beförderten in der bisherigen Saison jeweils fünf Fahrer auf den ersten Startplatz. Gesamtspitzenreiter ist Rene Rast, der vier von zehn Rennen von der Pole in Angriff nahm. Auf der Gegenseite konnte Marco Wittmann drei Pole Positions für sich verbuchen.

Nico Müller (Audi), Philipp Eng (BMW) und Rookie Sheldon van der Linde (BMW) erzielten je eine Pole Position. Für R-Motorsport errang Paul Di Resta im Regen von Hockenheim mit Platz drei das mit Abstand beste Qualifying-Ergebnis.

Ganz so ausgeglichen geht es dann aber doch nicht zu zwischen Audi und BMW. Mit Blick auf Starts aus der ersten Reihe liegen die Ingolstädter deutlich vorne. Bei 20 Gelegenheiten nahm 13 Mal ein Audi-Fahrer einen Platz in der ersten Startreihe ein. Bei BMW schafften es nur sieben Mal Fahrer auf eine der ersten beiden Positionen.

Auch hier stellt Rene Rast seine außergewöhnlichen Fähigkeiten unter Beweis. Wenn es nicht für die Pole reichte, erzielte der Champion von 2017 trotzdem oft ein Top-Ergebnis im Qualifying: Rast startete in 7/10 Rennen aus Reihe eins. Wittmanns vier Starts aus der ersten Reihe können sich ebenfalls sehen lassen.

DTM 2019: Was passiert in der Startaufstellung am Norisring?: (17:05 Min.)

Auffällig: Zu Beginn der Saison hatte BMW auf einer schnellen Runde die Nase vorn, während Audi seine Stärken im Rennen bewies. In Hockenheim und Zolder gingen alle vier Pole Positions an BMW-Fahrer, mit jeweils einem Audi-Rivalen dahinter. Bei den sechs folgenden Rennen in Misano, am Norisring und in Assen standen hingegen fünf Mal Audi-Fahrer an der Spitze. Nur am Samstag in Assen setzte sich Wittmann gegen die RS 5-Armada durch.

Was nicht unerwähnt bleiben darf: Audi-Kundenteam WRT verblüfft alle Experten in dieser Saison. Der DTM-Neueinsteiger startete mit Jonathan Aberdein schon zwei Mal aus der ersten Reihe. Der unerfahrene Südafrikaner erzielte in Misano und Assen jeweils den zweiten Startplatz. In vier Rennen punktete Aberdein, zuletzt mit P6 und P4 in Assen. Teamkollege Pietro Fittipaldi schaffte es ebenfalls schon vier Mal in die Punkteränge.

Rennen Pole Samstag Pole Sonntag
Hockenheim Marco Wittmann (BMW) Philipp Eng (BMW)
Zolder Marco Wittmann (BMW) Sheldon van der Linde (BM)
Misano Rene Rast (Audi) Rene Rast (Audi)
Norisring Nico Müller (Audi) Rene Rast (Audi)
Assen Marco Wittmann (BMW) Rene Rast (Audi)

DTM 2019: Die Meisterschaft

Obwohl die Statistiken ein einigermaßen ausgeglichenes Verhältnis zwischen Audi und BMW vermuten lassen, zeigen sich in der Breite deutliche Performance-Unterschiede auf. Das belegen die Zahlen: Audi führt in der Hersteller-Wertung mit 576 Punkten vor BMW, das mit 406 Zählern den zweiten Platz belegt. DTM-Newcomer Aston Martin (gilt in der DTM als Hersteller) liegt mit 37 Punkten (mehrere Punktabzüge wegen Motoren-Strafen) abgeschlagen an letzter Stelle.

In der Fahrer-Wertung zeichnet sich nach 10/18 Rennen ein Favoritenkreis ab. Audi hat mit Spitzenreiter Rene Rast (158 Punkte) und Nico Müller (136) zwei heiße Eisen im Feuer. Bei BMW stechen der Gesamtdritte Marco Wittmann (118) und Philipp Eng (111) heraus.

Gleiches Bild in der Team-Wertung: Doppelführung für Audi. Das Audi Sport Team Rosberg (Rene Rast/Jamie Green) belegt den ersten Platz mit 219 Punkten. Ärgster Verfolger ist das Audi Sport Team Abt Sportsline, das mit Nico Müller und Robin Frijns 201 Zähler sammeln konnte. Bestes BMW-Team ist RMG (Marco Wittmann/Bruno Spengler) auf Platz drei mit 195 Punkten.

DTM 2019: Hersteller im Vergleich (10/18 Rennen)

Statistik Audi BMW Aston Martin
Punkte 576 406 37
Siege 5 5 0
Podestplätze 20 10 0
Poles 5 5 0
Erste Startreihe 13 7 0
Schnellste Runden 6 4 0

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