DTM

DTM 2019: Heizdecken-Verbot jetzt auch bei Regenreifen

Die DTM erwartet beim Saisonauftakt in Hockenheim gleich ein Regenrennen. Eine Reifen-Regeländerung sorgt für zusätzliche Herausforderung.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die neuen Turbo-Rennwagen der DTM werden bei ihrem ersten Renneinsatz gleich richtig auf die Probe gestellt: Für das erste Rennen der Saison 2019 auf dem Hockenheimring (Samstag, ab 13:30 Uhr live bei Sat.1) sind Regen und kühle Temperaturen mit maximal acht Grad vorhergesagt. Bei diesen Bedingungen ist ein sensibler Gasfuß gefragt im Umgang mit den über 600 PS starken Turbo-Autos...

Und als ob das nicht schon reichen würde, sorgt eine Neuerung im Sportlichen Reglement für zusätzliche Würze: Seit dieser Saison ist der Einsatz von Heizdecken auch bei den Regenreifen von Exklusivausstatter Hankook verboten!

Während die Slick-Reifen seit 2017 vor dem Einsatz nicht mehr vorgeheizt werden dürfen, waren die Regenreifen von dieser Regelung bis zuletzt ausgenommen. Damit ist nun Schluss, die Fahrer müssen auch bei nassen Bedingungen mit kalten Regenreifen aus der Boxengasse auf die Rennstrecke abbiegen.

So werden die Outlaps nach einem Boxenstopp noch entscheidender. Beim Versuch, die nötige Temperatur in die Reifen zu bekommen, verlieren die Fahrer häufig einige Sekunden. Zudem besteht das erhöhte Risiko eines Abflugs aufgrund zu geringer Grip-Verhältnisse. Bis zu acht Runden soll es dauern, bis ein Regenreifen die optimale Temperatur erreicht hat.

Der Plan hinter dem Verbot der Heizdecken bei Regenreifen: Der Fahrer soll noch mehr in die Verantwortung genommen werden.

"Hirn anschalten und los geht's", gibt Hankook Motorsport Direktor Europa Manfred Sandbichler die Marschroute für den voraussichtlich verregneten Samstag in Hockenheim vor. "Wir wünschen uns alle, dass der Fahrer noch mehr in den Vordergrund rückt. Wenn die Rennen nur von den Ingenieuren am Kommandostand gewonnen werden, dann können wir auch Playstation spielen. Dann brauchen wir keine Rennen mehr zu fahren."

Netter Nebeneffekt des kompletten Verbots der Heizdecken: Die Teams können weitere Kosten einsparen. Bis zuletzt mussten sie für den Fall eines Regenrennens das komplette Equipment samt Personal für die Benutzung von Heizdecken einkalkulieren. Dieser Posten fällt in der Saison 2019 weg. "Das war sehr aufwendig und ein ziemlicher Kostenfaktor", bestätigt Thomas Baltes, verantwortlicher Hankook DTM-Renningenieur.

Turbo-Lärm: Das ist die neue DTM 2019: (05:30 Min.)

Einen Vorgeschmack auf die erwarteten regnerischen Verhältnisse erhielten Teams und Fahrer bereits am Freitag während des nassen 2. Freien Trainings. Bruno Spengler markierte die erste BMW-Bestzeit seit dem Wechsel auf die Turbo-Rennwagen, Jake Dennis von DTM-Neueinsteiger R-Motorsport belegte den zweiten Platz mit nur 0,014 Sekunden Rückstand. Im trockenen 1. Training hatten die Fahrer des neuen Aston Martin Vantage DTM noch 1,8 Sekunden Rückstand auf die Spitze.

"Wir haben im 2. Training schon gesehen, dass es eine Verschiebung gibt", sagt Hankook-Ingenieur Baltes. "Gewisse Fahrzeughersteller, die die sonst weiter hinten standen, waren weiter vorne. Bei Regen ist das Kräfteverhältnis ganz anders."

Während des Qualifyings und des Wertungslaufes eines Veranstaltungstags darf ein Fahrer maximal 12 Regen-Reifen (jeweils 6 Vorderreifen und 6 Hinterreifen) verwenden. Mit Blick auf die Anzahl der erlaubten Slick-Reifen gibt es eine Änderung gegenüber der Vorsaison. Statt wie bisher acht, stehen jedem Fahrer an einem Rennwochenende nur noch sieben Sätze Hankook-Slicks zur Verfügung.


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