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DTM: Aston-Martin-Bekanntgabe vor Hockenheim-Finale

Motorsport-Magazin.com hat exklusiv erfahren: Aston Martin wird seinen Einstieg in die DTM vor dem Saisonfinale in Hockenheim bekanntgeben.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Der Einstieg von Aston Martin in die DTM rückt näher. 2020 soll es soweit sein und nach Informationen von Motorsport-Magazin.com sind auch einzelne Einsätze im Jahr 2019 nicht ausgeschlossen. Eine wichtige Voraussetzung für den DTM-Einstieg von Aston Martin wurde mit dem vollzogenen Börsengang des britischen Sportwagenbauers nun geschaffen.

Aston-Martin-Chef Andrew Palmer hat die Notierung an der Londoner Börse als "einen historischen Meilenstein" für die englische Nobelmarke gepriesen. "Wir sind begeistert von der Dynamik im gesamten Unternehmen und konzentrieren uns voll und ganz darauf, unsere aufregende Wachstumsstrategie weiter umzusetzen."

Die Ende Juli dieses Jahres offiziell bekannt gegebene Gründungsplanung eines Joint-Ventures der beiden Gesellschaften HWA AG und AF Racing AG wurde in Medien bereits als Grundstein für den möglichen Einstieg von Aston Martin in die DTM spekuliert.

Dagegen hatte Motorsport-Magazin.com vor übertriebener Euphorie gewarnt. Hintergrund dieses 'auf die Bremse treten' waren damals unter anderem die fehlenden Zusagen von Audi- und BMW-Vorständen, sich nach dem angekündigten Rückzug von Mercedes-AMG aus der DTM zum Ende dieses Jahres über 2019 hinaus in der DTM engagieren zu wollen sowie der geplante Börsengang von Aston Martin.

Diese Hürden sind nun endlich überwunden. Der kolportierte DTM-Einstieg von Aston Martin soll nach Informationen von Motorsport-Magazin.com in der Woche vor dem DTM-Saisonfinale in Hockenheim (12. - 14.10.2018) offiziell verkündet werden.

AM-Partnerschaft mit Daimler und HWA

Wie berichtet, soll dabei auch die HWA AG eine wichtige Rolle spielen und ihr technisches Know how als Dienstleister zur Verfügung stellen. Weil die Daimler AG im Dezember 2013 Anteile (4,9 Prozent) von Aston Martin übernommen hat und seither eine technische Partnerschaft existiert, bei der die Briten unter anderem Motoren von Mercedes-AMG erhalten, liegt es nahe, dass HWA auch die Rennmotoren für Aston Martin liefert.

"Wir haben alles, was man braucht. Es wäre unser Tagesgeschäft und theoretisch denkbar, dass HWA in definiertem Rahmen für einen anderen Hersteller oder ein anderes Team tätig wird", hat Ulrich Fritz, CEO der HWA AG, in einem Gespräch mit Motorsport-Magazin.com verraten. "Es gibt bei HWA einen Vierzylinder-Turbo mit zwei Litern Hubraum, der auf dem Prüfstand läuft."

Fritz betont zudem, dass dieses Triebwerk ein von HWA eigenständig entwickelter Motor ist, der nichts mit dem ursprünglichen Turbomotor zu tun hat, der von Mercedes im englischen Brixworth für die DTM entwickelt worden ist.

AF Racing und HWA: Großes Potenzial, welches erschlossen werden soll

Allerdings wird HWA nicht - wie aktuell für Mercedes-AMG als Einsatzteam für Aston Martin in der DTM - fungieren, sondern die AF Racing AG. Das noch junge Unternehmen hat mit seinem Schweizer Rennteam R-Motorsport in diesem Jahr schon mehrfach für Furore gesorgt, zuletzt noch am vergangenen Sonntag in Barcelona beim Saisonfinale des Blancpain GT Series Endurance Cups.

Neben dem expandierenden Motorsport-Engagement ist das Schweizer Unternehmen auch im Automotiv-Sektor engagiert. Die AF Racing AG ist strategischer Partner des Hyper-Sportwagenprojekts Aston Martin Valkyrie, gemeinsam mit Aston Martin Lagonda Ltd. und Red Bull Technologies. Der rund 2,7 Millionen Euro teure Luxus-Sportler (1.000 PS, 400 km/h schnell), von dem 150 Exemplare gebaut wurden, ist bereits ausverkauft.

"Das Marktumfeld der HWA AG und der internationale Motorsport im Speziellen entwickeln sich aktuell rasant. AF Racing ist ein junges und gleichermaßen hochdynamisches Unternehmen welches nach neuen Wegen strebt", ist Fritz von der geplanten Partnerschaft überzeugt. "Die Kombination mit der jahrzehntelangen Erfahrung der HWA AG im internationalen Motorsport bietet großes Potenzial, welches wir erschließen wollen."

Aston Martin als Premiumhersteller der legendären Sportwagen des Geheimagenten James Bond steht in diesen Tagen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sportlich im Focus. Der britische Autobauer erlebt aktuell also alles andere als einen "Skyfall".


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