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DTM - Empörung in Spielberg: War Juncadellas Strafe zu hart?

Einige Fans meinten: Daniel Juncadella wurde beim DTM-Rennen in Spielberg viel zu hart bestraft und verlor deshalb den Sieg. Motosport-Magazin.com hakt nach
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Daniel Juncadellas Strafe, die ihn den Sieg kostete, war eines der großen Themen beim DTM-Rennwochenende in Spielberg. Dass der Mercedes-Fahrer beim Indy-Restart kurz vor Rennende offensichtlich gegen das Reglement verstieß, hatte Motorsport-Magazin.com bereits am Samstag nach Rennende in folgendem Artikel ausführlich erklärt:

Juncadella hatte beim Re-Start zu früh - im ersten statt im zweiten Korridor auf Start/Ziel - beschleunigt und damit einen Regelverstoß begangen. Dafür kassierte der Spanier, wie im Reglement festgehalten, eine Durchfahrtsstrafe, die nachträglich in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde.

So landete Juncadella letztendlich auf dem 14. statt auf dem 1. Platz und viele Zuschauer und Fans fragten sich: War das Strafmaß berechtigt oder hätte es auch gereicht, Juncadella etwa mit einer 5-Sekunden-Strafe zu belegen? Das hätte ihn wohl auch den Sieg gekostet, aber zumindest die Chance auf Punkte gelassen.

DTM Spielberg 2018: Rennen 1 in 60 Sekunden: (01:07 Min.)

Das sagt der DMSB

Motorsport-Magazin.com hakte beim Deutschen Motor Sport Bund nach. "Die 30-Sekunden-Strafe, wie sie gegen Juncadella ausgesprochen wurde, ist nicht neu, sondern den Fahrern seit Beginn der Saison 2017 bekannt", teilte der DMSB mit. "Es waren übrigens sogar die Fahrer, die sich dafür ausgesprochen haben, dass man Piloten, die sich in einer so sensiblen Situation wie dem Restart nach Indianapolis-Art einen Vorteil verschaffen, spürbar bestrafen muss."

Im Sportlichen Reglement der DTM steht unter Artikel S40 Safety-Car in Absatz 40.11 unter anderem: 'Verstöße und Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen können vom Renndirektor mindestens mit einer Drive-Through-Penalty bestraft werden'.

Das Strafmaß ist bei einem Vergehen wie durch Juncadella also eindeutig geregelt. In seinem Fall hatte dieser nur das Problem, dass sich die Aktion kurz vor Rennende ereignete. So konnte er sich schon aus Zeitgründen nicht mehr zurückkämpfen. Was aber, wenn die Safety-Car-Phase viel früher im Rennen passiert wäre und sich Juncadella in dieser Situation auch einen Vorteil verschafft hätte? Die Reaktionen der Konkurrenz wären höchstwahrscheinlich anders ausgefallen...

Der DMSB weiter zum festgelegten Strafmaß: "Das ist auch nur logisch, wenn man sich zum Beispiel folgendes Szenario vorstellt: Bei einem Re-Start nach einer Safetycar-Phase zu Beginn des Rennens fährt der Zweitplatzierte eine halbe Wagenlänge vor dem Führenden. Wenn er nun nur eine 5-Sekunden-Strafe bekäme, hätte er durch seinen minimalen Vorteil den Führenden überholt und noch 50 Minuten Zeit, in Führung liegend fünf Sekunden Vorsprung herauszufahren. Das wäre sicher nicht fair."

Regel wurde eindeutig kommuniziert

Juncadellas Aussagen ("Jemand wollte nicht, dass wir heute gewinnen") nach dem Rennen lassen darauf hindeuten, dass er schlichtweg die Regelvorgaben am Red Bull Ring für einen Indy-Restart nicht kannte. Hätte er einfach nur an der korrekten und auch sichtbaren Linie beschleunigt und nicht früher, wäre ihm der zweite Saisonsieg wohl kaum noch zu nehmen gewesen.

Dass diese Regelung bei der Fahrerbesprechung vor dem Rennen erklärt wurde und die Restart-Zonen auf Start/Ziel deutlich durch Markierungen (siehe folgende Fotos) gekennzeichnet waren, lässt Juncadella auch nicht unbedingt besser aussehen...

Foto: Motorsport-Magazin.com
Foto: Motorsport-Magazin.com

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