DTM

DTM, Juncadella verliert Sieg: Deshalb ist die Strafe korrekt

Großer Aufruhr nach der Strafe, die Daniel Juncadella in Spielberg den Sieg kostet. Motorsport-Magazin.com erklärt: Der Mercedes-Fahrer war selbst schuld.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Daniel Juncadella überquerte die Ziellinie beim DTM-Rennen am Samstag als Erster - und bekam eine Strafe statt Champagner. Während Audi einen Dreifach-Sieg feierte, kassierte der Mercedes-Fahrer eine Durchfahrtsstrafe, die nachträglich in eine 30-Sekunden-Zeitstrafe umgewandelt wurde. Platz 14 statt Start/Ziel-Sieg, weil er beim Re-Start nach der Safety-Car-Phase wenige Minuten vor Rennende einen Fehler begangen haben soll.

Juncadellas Bestrafung sorgte in den sozialen Netzwerken - auch unter ehemaligen und aktuellen DTM-Fahrern - für große Empörung. Wie Motorsport-Magazin.com aber aufklären kann, völlig zu Unrecht! Denn: Juncadella missachtete das für Jedermann einsehbare Sportliche Reglement der DTM und kassierte dafür entsprechend eine Strafe.

Juncadella hat bei besagtem Re-Start sogar zwei Fehler gemacht, wurde aber nur für folgendes Vergehen bestraft: Er beschleunigte tatsächlich zu früh, während er den Pulk aus 18 DTM-Rennwagen hinter sich her zog. Dabei sollte gerade bei solch heiklen Situationen besser nichts schiefgehen...

Was Juncadella gemäß Reglement hätte machen müssen und was er wirklich machte:

Es gibt auf der langen Start-Zielgeraden am Red-Bull-Ring drei weiße Linien. Die erste in Fahrtrichtung ist die Ziellinie. Die zweite weiße Linie befindet sich noch vor der weißen Startlinie, also zwischen Ziel- und Startlinie. Zwischen der zweiten weißen Linie und der Startlinie hätte Juncadella das Tempo bestimmen und beschleunigen können. Das hat er aber schon im ersten Korridor zwischen der Ziellinie und der zweiten Linie getan. Und genau das ist verboten und wird bestraft.

Erst nach dieser Linie hätte Juncadella beschleunigen dürfen - Foto: DTM/Screenshot

Außerdem ist der Spanier nicht, wie im Reglement vorgegeben, mit gleichbleibendem Tempo gefahren, was ebenfalls hätte bestraft werden können.

Eine bittere Pleite für Juncadella und Mercedes - die sein HWA-Team theoretisch sogar hätte vermeiden können! Es wäre nämlich möglich gewesen, Juncadella trotz Funkverbot vorzuwarnen. Er hätte von seinem Renningenieur auf diesen Reglementpassus hingewiesen werden können, denn: Das Funkverbot gilt beim Einsatz eines Safety Car erst, wenn der betreffende Fahrer die Startlinie überquert hat.

DTM Spielberg 2018: Rennen 1 in 60 Sekunden: (01:07 Min.)

Aus den Fehlern von Juncadella und seinem Team schlug Audi volles Kapital. Die Ingolstädter feierten nicht nur einen Dreifach-Sieg, sondern winkten auch noch Rene Rast zum Sieg, sodass dieser sich weiter Hoffnungen auf die Verteidigung der DTM-Meisterschaft machen darf.


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