DTM

DTM 2018: Kosten Boxenstopp-Fehler Paffett die Meisterschaft?

Gary Paffett wird zum vierten Mal innerhalb von fünf DTM-Rennwochenenden Opfer eines Boxenstopp-Patzers. Mercedes-Teamchef: Fehlerquote ist bedenklich.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Gary Paffett machte am Sonntagnachmittag in Spielberg gute Miene zum bösen Spiel. Wieder einmal hatte sich seine Mannschaft beim Boxenstopp einen Fehler geleistet, der den Mercedes-Piloten einige Sekunden kostete. Zwar hielten sich die Auswirkungen aufs Endergebnis am Red Bull Ring in Grenzen, doch es war der vierte dicke Patzer im Verlauf der letzten fünf Rennwochenenden.

Und das in der entscheidenden Phase in der Meisterschaft, in der Paffett zu Teamkollege Paul Di Resta aufholen muss und auch noch Audi-Star Rene Rast im Nacken spürt. "Bedenklich ist leider unsere Fehlerquote", sagt Mercedes-Teamchef Uli Fritz zu Motorsport-Magazin.com. "Bei den Boxenstopps sind wir nicht konstant. Heute waren wir einfach als Team nicht gut genug."

Paffett kam am Sonntag in der 18. Runde - der heißen Phase des Rennens - zu seinem Pflicht-Reifenwechsel an die HWA-Box. Wieder einmal klemmte ein Rad, er verbrachte 37,914 Sekunden in der Boxengasse - nach Mercedes-Kollege Daniel Juncadella (38,924) der langsamste Reifenwechsel im gesamten Feld.

DTM Spielberg: Top-5 Boxenstopps, 2. Rennen

Fahrer Team Zeit in Sekunden
1 Mike Rockenfeller Audi Sport Team Phoenix 34,874
2 Joel Eriksson BMW Team RBM 35,385
3 Rene Rast Audi Sport Team Rosberg 35,482
4 Loic Duval Audi Sport Team Phoenix 35,487
5 Jamie Green Audi Sport Team Rosberg 35,675
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17 Gary Paffett Mercedes-AMG Motorsport PETRONAS 37,914

Rast 2,5 Sekunden schneller als Paffett

Dadurch konnte Audi-Pilot Nico Müller Paffett direkt in der Box überholen und als der Brite wieder auf die Strecke abbog, zog auch noch der spätere Sieger Rene Rast vorbei. Zum Vergleich: Müllers Boxenstopp dauerte 36,394 Sekunden, Rast wurde 35,482 Sekunden abgefertigt. Damit war der Doppelsieger von Spielberg allein in der Boxengasse 2,5 Sekunden schneller als Paffett.

"Es ist enttäuschend", sagte Paffett, der das Rennen auf Platz drei hinter Rast und Müller beendete. "Die Jungs arbeiten so hart, sie trainieren so viel. Es ist kein Desaster, hat uns aber ein paar Positionen gekostet. Die Jungs sind auch nicht glücklich darüber und werden alles tun, um in Hockenheim perfekte Arbeit abzuliefern."

DTM Spielberg 2018: Rennen 2 in 60 Sekunden: (01:03 Min.)

Paffett nimmt Boxencrew in Schutz

Mercedes-Veteran Paffett stellte sich gleichzeitig vor seine Boxencrew und bemerkte, dass sie im Samstagsrennen den viertschnellsten Reifenwechsel im Feld absolviert hatten. Der Brite: "Manchmal sieht man auch nur die schlechten Dinge. Gestern war ich im Nirgendwo, hatte aber den viertschnellsten Stopp. Das hat aber keiner gesehen! Man schaut nur darauf, wenn jemand um den Sieg fährt."

Das sind allerdings auch meist die Momente eines Rennens, die letztendlich die Meisterschaft entscheiden können. Und die Boxenstopps haben Paffett im Vergleich zu Di Resta und Rast in dieser Saison mehrfach stark benachteiligt.

DTM-Gesamtwertung nach 18/20 Rennen

Fahrer Hersteller Punkte
1 Paul Di Resta Mercedes 229
2 Gary Paffett Mercedes 225
3 Rene Rast Audi 199

Zu viele Fehler bei Paffett

In Zandvoort dauerte Paffetts Stopp zu lange, sodass Rast vorbeizog und den Sieg über die Ziellinie verteidigte. Am Nürburgring verlor er ebenfalls einen möglichen Sieg, weil er durch einen lahmen Boxenstopp insgesamt fünf Plätze einbüßte. Im Regen-Chaos von Misano verwechselte das Team Paffett mit Pascal Wehrlein und jetzt in Spielberg folgte der nächste Patzer.

Fairerweise ist anzumerken, dass der Fehler in Österreich wohl nichts am Ergebnis geändert hätte. Gegen die beiden Audis von Rast und Müller hätte Paffett vermutlich nicht kämpfen können, ihre Pace war im Rennen deutlich überlegen. "Selbst mit einem magischen Boxenstopp hätten wir gegen Audi keine Chance gehabt", versuchte Paffett vor dem Saisonfinale in Hockenheim den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen.


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