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DTM

DTM-Champion Rast fragt Mick Schumacher: Das steckt dahinter

Spannende Szene in Spielberg: Rene Rast sucht das Gespräch mit Formel-3-Titelfavorit Mick Schumacher. Motorsport-Magazin.com weiß, was dahintersteckt.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Es war eine Szene mit absolutem Symbolcharakter: Am Samstag in Spielberg war Mick Schumacher eigentlich schon auf dem Weg zum Podium, um seinen ersten von zwei Siegen in der Formel-3-Europameisterschaft zu feiern. Doch der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher musste einen kurzen Zwischenstopp einlegen. Bei Rene Rast, dem amtierenden DTM-Champion.

Rast erschien plötzlich am Parc Fermé und winkte Schumacher zu sich. TV-Kameras fingen das kurze Gespräch der beiden Rennfahrer ein, zeigten einen nickenden Rast und einen gestikulierenden Schumacher. Den Inhalt dieser Diskussion gaben die TV-Bilder allerdings nicht wieder. Motorsport-Magazin.com weiß aber, worüber sich Rast und Schumacher ausgetauscht haben!

Tatsächlich erkundigte sich Audi-Pilot Rast nach den feuchten Stellen auf der Rennstrecke, die Schumacher kurz zuvor im Formel-3-Rennen erlebt hatte. Denn: Auf das Formel-Rennen folgte 90 Minuten später der Samstags-Lauf der DTM. Und das bei unsicheren Witterungsbedingungen, bei denen nicht eindeutig klar war, ob Slicks oder Regenreifen die richtige Wahl sein würden.

Schumacher: Tipps für den DTM-Champion

Mick gibt dem DTM-Meister Tipps! Der Austausch lohnte sich für Rast: Der 32-Jährige gewann das Rennen vom neunten Startplatz und feierte seinen dritten Sieg in Folge. Mit einem weiteren Triumph im Sonntagsrennen setzte Rast dem Wochenende die Krone auf und hat nun realistische Chancen auf die Titelverteidigung.

Wie sehr Rast für die Meisterschaft arbeitet, zeigt genau diese Szene. Der Mindener galt schon immer als akribischer Arbeiter, der sich äußerst fleißig auf seine Aufgaben vorbereitet. Das kurze Gespräch mit Schumacher war ein weiterer Beleg für seinen Arbeitseifer, der ihm 2017 in seiner Rookie-Saison in der DTM den Titel beschert hatte. "Das ist mit ein Schlüssel für seinen sportlichen Erfolg", bestätigte Audi-Motorsportchef Dieter Gass bei Motorsport-Magazin.com.

Rast: Mick zeigt, aus welchem Haus er kommt

Neben Rast erlebte auch Schumacher ein ausgesprochen erfolgreiches Rennwochenende in Österreich. Der 19-Jährige erzielte alle drei Pole Positions, gewann zwei Rennen und fuhr drei Mal auf das Podium. Fünf Siege in Folge seit dem Nürburgring-Wochenende führten Schumacher zur Führung in der Meisterschaft, die er beim Finale in Hockenheim vorzeitig im ersten Rennen perfekt machen kann."

"Ich wünschte, ich könnte beim DTM-Finale in Hockenheim ebenfalls meinen fünften Sieg in Folge feiern", sagte Rast zu Motorsport-Magazin.com. "Mick zeigt, was er kann und aus welchem Haus er kommt. Seine Leistung kann man gar nicht hoch genug bewerten."

Rast und Mick: Kings of the Ring(e)

Rast und Schumacher waren vor zwei Wochen am Nürburgring die 'Kings of the Ring'. Der DTM-Pilot gewann beide Rennen in der Eifel, Schumacher gelang sogar ein Dreifach-Sieg in der Formel-3-EM. Zum Abschluss des Wochenendes posierten die beiden Fahrer samt vielen Pokalen für gemeinsame Fotos in der Boxengasse.

Mit vier Siegen in Folge am Nürburgring und in Spielberg ist Rast Historisches gelungen: In der Neuen DTM seit 2000 hat kein Fahrer so oft hintereinander gewonnen. Dieses Kunststück gelang überhaupt erst drei anderen Fahren in der Geschichte der DTM: Klaus Ludwig (1989), Nicola Larini (1993) und Alessandro Nannini (1993/1994 und 1996).

100. DTM-Sieg für Audi - Titel möglich

Gleichzeitig erzielte Rast am Sonntag den 100. DTM-Sieg für Arbeitgeber Audi. Vor dem Finale in Hockenheim liegt er genau 30 Punkte hinter Spitzreiter Paul Di Resta (Mercedes). Einen ähnlichen Rückstand machte Rast im vergangenen Jahr in Hockenheim mit einem perfekten Finalwochenende wett und schnappte Audi-Legende Mattias Ekström den Titel vor der Nase weg.

Rast: "Ich kann es eigentlich nicht glauben. Wir haben momentan einen brutalen Lauf. Das ist schon unheimlich. Vor vier Rennen waren es noch knapp 100 Punkte Rückstand auf Paul di Resta (der nach Misano doppelt so viele Punkte, nämlich 186 gegenüber 93 von Rast hatte; d.Red.). Jetzt sind es nur noch 30. Wir haben immer gesagt: Nichts ist unmöglich. Wir kämpfen weiter um jeden Punkt und unsere theoretische Chance."


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