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Bergers DTM-Traum: Letzte Rennrunde auf der Nordschleife!

DTM-Boss Gerhard Berger hat eine Idee, die weltweit Schlagzeilen machen würde. Wie sich ein DTM-Auto auf der Nordschleife fährt, erklärt Martin Tomczyk.
von Robert Seiwert & Arno Wester

Motorsport-Magazin.com - Vor genau 25 Jahren trug die DTM zum letzten Mal ein Rennen auf der legendären Nordschleife aus. Am 10. Juni 1993 sahen 120.000 Fans entlang der Strecke, wie der spätere italienische DTM-Champion Nicola Larini im Alfa Romeo 155 V6 TI als Nordschleifen-Neuling völlig überraschend beide Rennen auf dem 25,3 Kilometer langen Eifelkurs gewann. Es war der letzte von insgesamt zehn Läufen (fünf Auftritten) der Tourenwagenserie auf der legendären Nordschleife seit 1988.

Seitdem stellt sich jährlich die Frage: Kehrt die DTM noch einmal zurück in die 'Grüne Hölle'? Auch unter DTM-Boss Gerhard Berger lautet die Antwort vorerst: Nein. Aber: Der frühere Formel-1-Fahrer hat einen Traum, der weltweit sicherlich für große Schlagzeilen sorgen würde!

Berger zu Motorsport-Magazin.com auf die Frage, was er von einem DTM-Rennen auf der Nordschleife hält: "Ich sehe das als unrealistisch. Leider! Mein persönlicher Traum wäre ein DTM-Rennen auf dem Grand-Prix-Kurs des Nürburgrings, bei dem die letzte Rennrunde über die Nordschleife führt. Da würden wir nicht über Reifenluftdruck sprechen, sondern über Big Balls bei den Fahrern!"

Früher im Rahmen des 24h-Rennens

Die Bilder aktueller DTM-Autos auf der wohl schwierigsten Rennstrecke der Welt wären heutzutage die Sensation schlechthin, jedoch mit immensen Kosten (Streckenposten, Sicherheit etc.) und weiteren Hürden (TV-Übertragung) verbunden. Wenn überhaupt, könnte sich die Austragung im Rahmen eines anderen Events wie dem 24-Stunden-Rennen rechnen. 1992 und 1993 etwa fuhr die DTM schon am Donnerstag vor dem 24h-Rennen - und das vor mehr als 100.000 Zuschauern.

Tomczyk: Bammel vor der Nordschleife

Wie aktuelle DTM-Autos auf der Nordschleife aussehen, zeigte der frühere DTM-Champion Martin Tomczyk am Sonntag beim vergangenen Rennwochenende auf dem Nürburgring. Der BMW-Werkspilot drehte zwei Demorunden mit einem BMW M4 DTM-Rennwagen über die berühmteste Rennstrecke der Welt.

"Die Nordschleife in einem DTM-Auto - das ist für einen Fahrer Gänsehaut pur", sagte Tomczyk. "Ich muss gestehen, ich hatte schon ein bisschen Bammel, denn die Nordschleife ist doch etwas komplett anderes. Ein DTM-Fahrzeug ist eher auf flache Strecken und Sprintrennen ausgelegt. Dennoch war ich ziemlich schnell unterwegs, einfach aufgrund der sensationellen Aerodynamik, die ein DTM-Auto bietet. Das Ganze war eine tolle Herausforderung - und es war gar nicht so leicht, das Fahrzeug auf der Stecke zu halten."

Martin Tomczyk mit dem DTM-Renntaxi auf der Nordschleife - Foto: Andreas Beil

DTM-Rückkehr zum Grand-Prix-Layout eine Option

Eine DTM-Rückkehr auf die Nordschleife bleibt wohl ein Traum - die Rückkehr zum Grand-Prix-Streckenlayout auf dem Nürburgring jedoch eine Möglichkeit. "Man muss schon, so wie in Brands Hatch auch, den großen Kurs im Auge haben", sagte Berger zu Motorsport-Magazin.com. "Da gibt es Vor- und Nachteile, das werden wir genau analysieren. Bei unseren Diskussionen ist die Grand-Prix-Strecke immer ein Thema."

Seit August 2001 fährt die DTM jährlich auf der 3,6 Kilometer langen Kurzanbindung des Nürburgrings - damit die Zuschauer die Autos häufiger zu sehen bekommen, wie die Begründung damals lautete. Von 1984 bis Mai 2001 kam meist die GP-Variante mit ihren aus der Formel 1 bekannten 4,556 Kilometern zum Zuge. Übrigens: Bei den zehn Rennen auf der Nordschleife betrug die Renndistanz jeweils vier Runden (101,400 km).

Echter Klassiker: DTM-Rennen in der Grünen Hölle - Foto: Daimler AG

König Ludwig!

Der Erfolgreichste war "Ring-König" Klaus Ludwig mit zwei Pole Positions und zwei Siegen. Dabei schlug der Ringfuchs 1992 bei einem seiner "besten DTM-Rennen" überhaupt den Mercedes-Markenkollegen und Pole-Setter Johnny Cecotto. In zwei der knappsten Zieleinläufe der DTM-Geschichte mit etlichen Führungswechseln musste sich der Venezolaner im ersten Lauf schließlich um nur 18 und im zweiten Rennen um lediglich 37 Hundertstelsekunden geschlagen geben.

Mit dem Doppelsieg im Mercedes-Benz 190E 2.5-16 Evo2 übernahm Klaus Ludwig damals die Tabellenführung und sicherte sich später auch seinen zweiten DTM-Titel. Ein möglicher weiterer Erfolg wurde 1989 durch einen unfreiwilligen Krankenhausaufenthalt verhindert. Pole-Mann Ludwig musste wegen einer Nierenkolik schweren Herzens auf den Start bei einem seiner Lieblingsrennen verzichten.


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