DTM

DTM Misano 2018: Mercedes hat den Theorie-Nachteil

Die DTM betritt mit Misano Neuland - aber nicht alle Fahrer. Piloten von Audi und BMW haben sich sogar mit speziellen Rennen auf das Wochenende vorbereitet.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Am kommenden Wochenende betritt die DTM zum zweiten Mal nacheinander Neuland. Nach den Rennen in Brands Hatch, erstmalig auf dem langen Grand-Prix-Kurs, geht es weiter nach Misano. Dort trägt die Tourenwagenserie die ersten beiden Nachtrennen ihrer Geschichte aus.

Die Rennen zur späten Uhrzeit sind das eine, die Rennstrecke das andere: Nur wenige DTM-Piloten sind schon einmal ein Rennen auf dem 4,226 Kilometer langen Kurs in der Nähe des beliebten Badeorts Rimini gefahren.

Den größten theoretischen Vorteil genießt Audi. Robin Frijns, Jamie Green und Meister Rene Rast haben bereits Rennen auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli bestritten. Das Trio kennt die Strecke von Rennen in der Blancpain GT Series, wo sie in den vergangenen Jahren in der Sprint-Kategorie mit dem Audi R8 LMS an den Start gingen - teilweise wurden die Rennen in der Nacht ausgetragen.

Nico Müller verfügt ebenfalls über Misano-Erfahrung, auch, wenn sein letztes Rennen schon eine Weile zurückliegt: In der Saison 2008 bestritt er dort ein Rennen in der Italienischen Formel Renault 2.0. Audi-Markenkollege Mike Rockenfeller hat in Misano immerhin schon mal einen Test in einem Cup-Porsche absolviert.

Interessant: Jamie Green fuhr sogar in der laufenden Saison ein Rennen in Misano. Der Brite absolvierte im Juni einen Gaststart in der Italienischen GT3-Meisterschaft. Außerdem absolvierte Green dort einen Sichttest bei Nacht.

Green: Ganz schön dunkel

"An einigen Stellen war es trotz Flutlicht ganz schön dunkel", sagte Audi-Fahrer Green, der 2008 in Mugello Sieger des bisher letzten DTM-Rennens in Italien war. "Im Gegensatz zu einem GT3-Auto haben unsere DTM-Autos nur Tagfahrlicht, sind aber viel schneller. Da braucht es noch weitere Ausleuchtung, sonst könnte es heikel werden."

Green war beim italienischen GT3-Rennen im Juni nicht der einzige DTM-Pilot in der Starterliste. Auch Bruno Spengler nutzte die Gelegenheit, um sich mit dem unbekannten Kurs vertraut zu machen. Der BMW-Meister von 2012 freut sich nach der GT-Erfahrung auf die neue Herausforderung: "Er ist auch für DTM-Autos wirklich interessant und bietet einige Überholmöglichkeiten für eine gute Show."

Eng kennt Misano by Night

BMW-Markenkollege Augusto Farfus kennt Misano ebenfalls, sein letztes Rennen liegt aber einige Jahre zurück. 2000 und 2001 ging der Brasilianer dort in der Italienischen Formel Renault 2.0 an den Start. Damals wurde die Strecke noch gegen den Uhrzeigersinn befahren, seit 2007 dann mit dem Uhrzeigersinn.

Mit Philipp Eng gibt es einen dritten Fahrer im BMW-Lager, der auf Streckenkenntnisse in Misano zurückblickt. Vor seinem Einstieg in die Tourenwagenserie fuhr 2016 und 2017 mit der Blancpain Sprint Series in Misano.

"2016 und 2017 in der Blancpain GT Sprintserie war das Samstagrennen jeweils in der Nacht, und es gab sehr spektakuläre Bilder", erinnerte sich der Österreicher Eng. "Auch für uns Fahrer war es fantastisch, und im DTM-Auto wird das sicher noch besser. Ich glaube, dass man viele glühende Bremsscheiben und Flammen aus dem Auspuff sehen wird. Die Strecke liegt und gefällt mir. Ich bin gerne dort."

Während bei Audi und BMW je drei Piloten Erfahrung in Misano gesammelt haben, gibt es bei Mercedes mehr Fragezeichen. Nur Daniel Juncadella bestritt 2017 ein Misano-Rennen in der Blancpain Sprint Series. Die Titelanwärter Gary Paffett (nur einige Testrunden in der Vergangenheit) und Paul Di Resta stehen vor ihrer Rennpremiere auf dem italienischen Kurs.

Misano: Der Zeitplan

Die aktuelle Strecke ist 4.226 Meter lang und hat 16 Kurven, von denen zehn nach rechts und nur sechs nach links führen. Da bleibt wenig Platz für Hochgeschwindigkeitsabschnitte. Die längste Gerade misst gerade einmal 565 Meter. Misano ist eine anspruchsvolle Strecke mit unterschiedlichen Kurvenradien und vielen Richtungswechseln.

Misano: kabel eins statt Sat.1

Die Streckenkenntnis einiger DTM-Piloten dürfte ihnen wohl vor allem zu Beginn des Wochenendes helfen. Allerdings dürfte der Rest des Feldes genügend Runden im Simulator gedreht haben. Am Freitag, 24. August steigt das 1. Training um 21:30 Uhr. Am Samstag stehen das 2. Training (17:15 Uhr), das 1. Qualifying (20:00 Uhr) sowie um 22:30 Uhr das 1. Renne an.

Der Sonntag beginnt um 16:40 Uhr mit dem 3. Training, bevor das Qualifying (20:00 Uhr) sowie das abschließende Rennen (22:30 Uhr) folgen. Da Sat.1 lieber Promi Big Brother zeigt, werden die DTM-Rennen diesmal an kabel eins abgetreten. An der Besetzung der Kommentatoren und Moderatoren ändert sich nichts.

DTM-Piloten: Erfahrung in Misano

Fahrer Rennen in Misano
Loic Duval (Audi) -
Robin Frijns (Audi) Blancpain Sprint 2016, Blancpain Sprint 2015
Jamie Green (Audi) GT3 Italia 2018 + Blancpain Sprint 2017
Nico Müller (Audi) Formel Renault 2.0 Italy 2008
Rene Rast (Audi) Blancpain Sprint 2016
Mike Rockenfeller (Audi) -
Philipp Eng (BMW) Blancpain Sprint 2017 + Blancpain Sprint 2016
Joel Eriksson (BMW) -
Augusto Farfus (BMW) Formel Renault 2.0 Italy 2000 + 2001 (gegen Uhrzeigersinn)
Timo Glock (BMW) -
Bruno Spengler (BMW) GT3 Italia 2018
Marco Wittmann (BMW) -
Lucas Auer (Mercedes) -
Paul Di Resta (Mercedes) -
Daniel Juncadella (Mercedes) Blancpain Sprint 2017
Pascal Wehrlein (Mercedes) -
Edo Mortara (Mercedes) -
Gary Paffett (Mercedes) -

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