DTM

DTM 2018: Pascal Wehrlein wäre sehr gern in Japan gefahren

Pascal Wehrlein startet nach zahlreichen Gesprächen 2018 nun doch nicht in der Super Formula. Er selbst hätte die Japan-Rennserie aber gern mitgenommen.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Pascal Wehrlein kehrt 2018 in die DTM zu Mercedes zurück und unterstützt zudem die Formel-1-Silberpfeile bei einigen ausgewählten Rennen als Ersatzmann. Beinahe wäre noch ein weiteres Programm hinzugekommen: Starts in der japanischen Super Formula. Wehrlein stand auf dem Sprung in die in Europa eher unbekannte Formel-Rennserie, bis sein Engagement letztendlich abgesagt wurde.

"Ich hätte es sehr gern gemacht", sagte Wehrlein beim Mercedes-Kickoff in Stuttgart zu Motorsport-Magazin.com. Nach seinem Aus in der Formel 1 dachte Wehrlein lange nach, ob er dieses Jahr DTM oder Super Formula fahren sollte - oder sogar beides parallel, wie sogar nach der Unterzeichnung seines DTM-Vertrages noch zur Debatte stand. Die endgültige Japan-Absage kam erst später.

Wehrlein: "Ich war nicht sicher, ob Japan oder DTM. Ich habe mehr als vier Wochen darüber nachgedacht und viel mit Uli (Ulrich Fritz, Mercedes-Teamchef;d.Red.) gesprochen. Am Ende konnte er mich überzeugen. Es war im Gespräch, DTM und Super Formula gleichzeitig zu machen. Aber leider war es nicht so erwünscht, alle drei Sachen zu machen. Und wenn ich in beiden Serien nicht meine volle Leistung bringen kann, macht es keinen Sinn. Lieber mache ich eine Sache richtig."

Wehrlein selbst hätte die Japan-Serie gern mitgenommen, doch Mercedes will in seiner letzten DTM-Saison noch einmal alles für den Titel geben. Eine ähnliche Devise gilt auch für Edo Mortara, bei dem es zwischen DTM und Formel E zu zwei Terminkollisionen kommt. Im Zweifel wollen die Stuttgarter alle Kräfte für den vorerst letzten DTM-Auftritt bündeln und Meisterschaften nach Stuttgart holen.

Für Wehrlein selbst hätte die Super Formula einige Vorzüge gehabt. Die ultraschnelle Formelserie ist spätestens seit den Engagements von Talenten wie Stoffel Vandoorne und Pierre Gasly auch in der Formel 1 auf dem Schirm. In F1-Kreisen heißt es sogar, dass sie eine bessere Vorbereitung auf die Königsklasse sei als die Formel 2. Zum Einsatz kommen rund 660 Kilo leichte Einheits-Chassis mit Motoren von Honda und Toyota, die mehr als 550 PS leisten.

Wehrlein: "Für die Super Formula hätte gesprochen, dass ich weiter im Formelauto bleibe und dort weiter Erfahrungen sammle. In den letzten zwei Jahren war es ja auch nichts anderes. Die Super Formula wäre eine ganz andere Welt und eine neue Erfahrung gewesen. Trotzdem ist es sehr professioneller Werkssport mit Toyota und Honda, was auch neue Türen öffnen kann. Und es wird nicht so viel Budget benötigt. In der Formel 2 braucht man knapp zwei Millionen, die Super Formula liegt nicht mal bei einem Viertel davon."

Für die DTM hingegen spricht natürlich die weitere Mercedes-Unterstützung. Mit dem Champion von 2015 steigen die Chancen der Stuttgarter, noch mal richtig auf Titeljagd zu gehen. Und mit Mercedes hat Wehrlein obendrein die besten Möglichkeiten, die Rückkehr in die Formel 1 - sein erklärtes Ziel - zu schaffen. Ob mit den Silberpfeilen oder bei einem Kunden-Team.

"Es ist die letzte Saison von Mercedes in der DTM und jeder wird noch mal alles geben, um den Titel zu holen", sagte Wehrlein. "Außerdem bleibe ich in Europa und somit vielleicht eher im Blickfeld als in Japan."


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