DTM

DTM-Rückkehrer Wehrlein: Ich war nicht der beliebteste Fahrer

Mit Pascal Wehrlein kehrt ein ehemaliger Champion in die DTM zurück. Und mit ihm Erinnerungen an einen bestimmten DRS-Funkspruch. So reagiert er heute.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Pascal Wehrlein ist zurück in der DTM. Nach dem vorläufigen Formel-1-Aus tritt er wieder für seinen vertrauten Mercedes-Rennstall in der Tourenwagenserie an. Für die DTM bedeutet das Comeback des Champions von 2015 sicherlich eine Aufwertung des Starterfeldes. Viele Fans der Serie freuten sich über die Nachricht von Wehrleins Rückkehr, der im letzten Jahr von Mercedes noch einmal angreifen möchte.

Die Reaktionen auf Wehrlein fielen allerdings nicht durchgängig positiv aus. Vor allem der bekannte Ausspruch 'I need DRS' fiel nicht selten in den sozialen Netzwerken. Eine Anspielung auf Wehrleins Forderung 2015 am Nürburgring, dass seine Mercedes-Kollegen ihn unterstützen sollten. So ließen ihn etwa Daniel Juncadella und Maximilian Götz sehr offensichtlich passieren, um Wehrlein im Titelkampf zu unterstützen.

DRS-Spruch begleitet Wehrlein bis heute

Eine Situation, die es in der DTM schon zuhauf gegeben hat bei sämtlichen Herstellern. Mal mehr, mal weniger offensichtlich. Doch Wehrlein begleitet dieser Spruch offenbar bis heute, so ganz können einige Fans nicht davon ablassen. Es wird spannend sein, zu sehen, wie die Reaktionen auf Wehrlein bei seinem ersten DTM-Rennen nach zwei Jahren in der Formel 1 ausfallen.

"Ich weiß, dass ich 2015 nicht der beliebteste Fahrer war", sagte Wehrlein an diesem Mittwoch zu Motorsport-Magazin.com. Dass sich heute noch immer DTM-Fans über besagten DRS-Spruch aufregen, konnte er nicht nachvollziehen. Wehrlein: "Ich finde die Kommentare mittlerweile ziemlich witzig. Und manche können sich eben immer noch darüber aufregen, was vor drei Jahren passiert ist."

Wehrlein blickt zurück: 20 Jahre und extrem ehrgeizig

Gleichzeitig räumte Wehrlein ein, dass er damals nicht immer die glücklichste Figur im Kampf um die Meisterschaft abgab. "Ich weiß, dass mir im Nachhinein der Spruch nicht sehr geholfen hat in der Situation, in der ich um den Titel gekämpft habe", sagte der heute 23-Jährige. "Vielleicht hätte ich das auch gar nicht sagen müssen. Damals war ich 20 Jahre und extrem ehrgeizig. Ich wollte unbedingt die Meisterschaft gewinnen. Dabei ist dieser Satz gefallen. Heute denke ich nicht mehr darüber nach."

Die DTM-Saison 2015 war durchweg mit hohem Druck verbunden, nicht nur für Wehrlein. Man erinnere sich nur an die "Schieb-ihn-raus"-Affäre damals rund um Audi, Timo Scheider und Wehrlein. Letztendlich blieb Wehrlein cool und sicherte sich als jüngster Fahrer der Geschichte die Meisterschaft, bevor er in die Formel 1 aufstieg. Ehrgeizig sei er heute ebenso, betonte Wehrlein mit Nachdruck. Die nicht immer einfache Zeit in der Formel 1 hat ihn allerdings reifen lassen.

Wehrlein: Schluss mit Schimpfen

Und in der heutigen DTM würde ihm ein Funkspruch wie damals ohnehin nicht mehr helfen. Wegen des eingeführten Funkverbots können die Teams ihren Fahrern keine mündlichen Anweisungen mehr geben. "Das gefällt mir gut", sagte Wehrlein mit einem Lachen zur Funkverbot-Regel. "Da muss ich dann am Funk nicht mehr schimpfen. Ich rede ja nicht mit mir selber, dann bin ich auch ruhig."


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