DTM

BMW-Chef greift Rockenfeller an: Hochgradig unsportlich

BMW-Motorsportdirektor Jens Marqardt ist nach dem ersten Rennen der DTM in Moskau mächtig angefressen. Vor allem auf Mike Rockenfeller hat er es abgesehen.
von Robert Seiwert
Moskau: Es kracht zwischen Rockenfeller und Farfus: (01:10 Min.)

Beim DTM-Samstagsrennen in Moskau ging es gerade in den Anfangsrunden heftig zur Sache. Vor allem zwischen Mike Rockenfeller und Augusto Farfus krachte es. Während der Audi-Pilot später trotz gebrochenen Fußes auf das Podium fahren sollte, musste Farfus seinen BMW vorzeitig mit einem Schaden abstellen. Sein Rennen war ohnehin schon gelaufen, nachdem er sich im Kampf mit Rockenfeller einen Reifenschaden am rechten Vorderrad zugezogen hatte.

Das Duell in der dritten Runde brachte besonders BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt auf die Palme. "Die Manöver, die da gefahren wurden, waren nicht okay", meinte er kurz nach Rennende. "Das, was der Rocky mit Augusto gemacht und ihm damit das Rennen kaputt gemacht hat, ist hochgradig unsportlich."

Sehr unglückliches Manöver

Auf dem Weg in die letzte Kurve kam es zum Zweikampf zwischen Rockenfeller und Farfus, dabei ging es um die zweite Position hinter dem Führenden Rene Rast. Rockenfeller drängt den Brasilianer auf der Innenseite dabei augenscheinlich in Richtung Boxengasseneinfahrt. Farfus wehrte sich, es kam zum Kontakt. Mit dem besseren Ausgang für den Audi-Piloten, der seine Fahrt im Gegensatz zu Farfus unbeschadet fortsetzen konnte.

RMG-Teamchef Stefan Reinhold: "Was mit ihm im Rennen dann passiert ist - ich meine das Manöver mit Mike Rockenfeller - macht mich sprachlos. Das war sehr gefährlich. Wir werden uns das noch einmal genau ansehen." Die Rennleitung brummte Rockenfeller für den Vorfall eine Verwarnung auf, seine erste in dieser Saison. Für Farfus, den großen Pechvogel der letzten beiden Jahre, waren hingegen alle Chancen auf einen Podestplatz vertan.

"Aus meiner Sicht hat er auf meinen Angriff etwas zu übermütig reagiert", sagte Farfus. "Ich war ganz klar auf der Innenseite, dann hat er mich geblockt und abgedrängt. Das habe ich als ziemlich unfair empfunden. Daher bin ich überrascht, dass er mit einer Verwarnung davongekommen ist. Mein Rennen war danach jedenfalls gelaufen. In saisonübergreifend 15 Rennen schaffte es Farfus bislang nur ein einziges Mal in die Punkteränge.

Moskau: Es knallt zwischen Glock und Ekström: (91:21 Min.)

Vielleicht auch total falsch

Rockenfeller, der ebenso wie Farfus als fairer Pilot im Fahrerlager gilt, schilderte die Situation wie folgt: "Meiner Meinung nach hat er versucht, anzugreifen. Ich wollte zumachen. Ich habe meine Linie einmal gewechselt, dann fuhr er in mein Auto rein. So hat es sich für mich angefühlt. Ich muss mir aber die Bilder anschauen, vielleicht liege ich auch total falsch."

Marquardt regte sich nach dem Samstagsrennen nicht nur über Rockenfellers Vorgehen auf. Auch die Situation zwischen Timo Glock und Mattias Ekström in der Startphase missfiel dem BMW-Verantwortlichen. Zwischen dem Audi-Star und Glock kam es beim turbulenten Start zu einer Berührung, in der Folge Ekström die Strecke verlassen musste und bis auf die elfte Position zurückfiel.

Marquardt: Das ist ein Witz

Auch hier beließ es die Rennleitung bei einer Verwarnung für Glock. "Die Eki-Nummer ist lächerlich", wetterte Marquardt. "Und dass der Timo da auch noch eine Strafe bekommt, ist ein Witz." Es war Glocks erste Verwarnung in diesem Jahr. Erst ab der dritten gibt es eine Strafversetzung um fünf Plätze.

So wie bei Marco Wittmann, der sich nach der Pole im Qualifying vom sechsten bis auf den dritten Platz nach vorne kämpfte. Glock wurde Fünfter, Ekström überquerte die Ziellinie auf Platz acht. "Für uns wäre heute viel mehr drin gewesen", war Marquardt überzeugt.


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