DTM

Krampf-Drama: Das war bei Auer wirklich am Norisring los

Lucas Auer hat seine Pech-Strähne überwunden - Podest-Rückkehr am Norisring. Doch erst jetzt kommt heraus, wie sehr er wirklich im Auto kämpfen musste.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Am Sonntag auf dem Norisring hat Lucas Auer seine Pechsträhne endlich durchbrechen können. Der Mercedes-Pilot konnte nach drei Nullnummern in Folge wieder Punkte in der Meisterschaft sammeln. Doch der Weg dahin war schwer. Nicht nur, weil er die Konkurrenz im Nacken hatte, sondern auch, weil ihn der zweiten Rennhälfte plötzlich ein Krampf plagte.

Dennoch konnte er sich knapp gegen die Verfolger Marco Wittmann und Mattias Ekström verteidigen und am Ende das Siegertreppchen auf dem Norisring besteigen. "Das bedeutet mir riesig viel", sagte Auer kurz nach Rennende. "Besonders mit dem Umstand mit dem Fuß und alles. Jetzt sehe ich zu, dass ich eine Massage bekomme."

Krampf plagt Auer gegen Rennende

Doch was genau war passiert? "Ich habe einen so brutalen Krampf bekommen. Sowas hab ich noch nie im Leben gehabt, dass es sich so aufbaut, dass du nicht mehr weißt, wie du bremsen sollst", erklärte der Österreicher bei Motorsport-Magazin.com, als er nach dem Zieleinlauf sichtlich erleichtert war.

Aus reiner Verzweiflung wechselte er gegen Rennende sogar vom üblichen linken auf seinen rechten Fuß, um die Bremse zu betätigen. "Ich habe es versucht und da hat es mich fast rausgedreht", so Auer. Ein ungewöhnliches Gefühl, schließlich muss der Fuß mit hoher Kraft an den Pedalen arbeiten. Sich dann auch noch am Norisring spontan umstellen zu müssen, machte es nicht einfacher.

Im Motorsport bremst man anders

"In der DTM müssen wir teilweise mit 100kg auf die Bremse drücken und das haben wir unser ganzes Leben mit links gemacht. Mit rechts kannst du ja nicht einmal so hart bremsen, geschweige denn, mit 80kg Bremsdruck Gefühl aufbauen. Der linke Fuß ist halt anders trainiert", erläuterte der 22-Jährige.

An einen so erfolgreichen Ausgang des Rennens hatte Auer wegen des Krampfes selbst nicht mehr geglaubt: "Ich habe gedacht, dass ich mich wegdrehe oder in die Mauer fahre. Aber eher, dass ich mich drehe, denn ich hatte kein Gefühl mehr. Nach dem Drauftreten muss man gefühlvoll von der Bremse gehen und dabei hätte ich erwartet, dass es mich irgendwann wegdreht."

Kurz vor Schluss kam es dann auch zu einer brenzligen Situation, als Auer beim Anbremsen auf die letzte Kurve, nur eine Minute vor dem Ablauf der Zeit, das Heck verlor. Er konnte seinen Wagen noch abfangen, doch der Quersteher kostete vier Zehntelsekunden und erlaubte Marco Wittmann noch einmal einen Angriff, den der 22-Jährige allerdings abwehren konnte.

Umso glücklicher war er, dass er den zweiten Platz über die Ziellinie fahren konnte. "Es ist wirklich gut wieder anzukommen und dann Zweiter zu sein ist mega. Das war wirklich wichtig", freute sich Auer. In der DTM-Fahrerwertung hat er trotz drei Nullnummern in Folge wieder die meisten Punkte. Allerdings teilt er sich die Führung mit Mattias Ekström.


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