DTM

Freitags fahren alle mit Kartoffelsäcken - Scheider will zum Saisonauftakt aufs Podest

Timo Scheider erzählte Motorsport-Magazin.com wie stark er die Konkurrenz einschätzt, was er in Hockenheim erwartet und was 2012 für Veränderungen bringt.
von Frederik Hackbarth & Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Timo Scheider konnte den ersten Tag der neuen Saison mit einem guten Gefühl abschließen, wenngleich er noch nichts auf die guten Zeiten des neuen Audi A5 geben wollte. Denn ungeachtet des starken Auftrittes der Ingolstädter am Freitag in Hockenheim erwartet er noch viel von Mercedes. "Am Freitag fahren sie alle mit Kartoffelsäcken. Die Frage ist, wie schwer die alle waren", überlegte Scheider im Interview mit Motorsport-Magazin.com.

Wir haben alle mit dem gleichen Reglement bei null angefangen. Ich denke nicht, dass wir überhaupt einen Vorteil gegenüber BMW hatten
Timo Scheider

Mercedes sieht er aber bei weitem nicht als den einzigen Gegner an. Denn einen Leistungsnachteil erwartet er auf Seiten von BMW nicht. "Wir haben alle mit dem gleichen Reglement bei null angefangen. Ich denke nicht, dass wir überhaupt einen Vorteil gegenüber BMW hatten", zeigte sich der Audi-Pilot bestimmt. Zudem hätte das Team große Namen in allen Bereichen geholt. "Ich hoffe natürlich, dass wir einen kleinen Vorsprung behalten, sollte er denn vorhanden sein. Aber man darf sie sicherlich nicht unterschätzen und ich erwarte sie konkurrenzfähig."

Deshalb glaubt Scheider auch, dass sein Ziel, das Podest zu erreichen, nicht einfach zu stemmen wird. Um jeden Preis alles geben wird er aber nicht, was ihn seine Erfahrung aus seinen zwei Meisterjahren gelehrt hat. "Wichtig ist, nicht in den ersten ein, zwei Rennen auszufallen, sondern etwas vorrausschauend zu fahren und einige Punkte mitzunehmen. Dann kristallisiert sich das von alleine heraus."

Punktsystem ändert das Fahrverhalten

Sollte diese Strategie aufgehen und Scheider 2012 seinen dritten DTM-Titel feiern, würde er diesen aber trotz eines weiteren Herstellers nicht höher bewerten. "Es beschränkt sich am Ende wieder auf drei, vier Fahrer und Teams, auf die du dich konzentrieren musst. Daher ist es aus fahrerischer Sicht kein Unterschied, aber es sieht natürlich besser aus", verriet der Deutsche, der als Einziger zugab, noch mit der neuen Schaltwippe gekämpft zu haben. "Ich bin heute das erste Mal aus der Box herausgefahren und hab dann ins Leere gegriffen. Ich hatte eigentlich erwartet, dass das ganz einfach ist, aber ich musste dann doch etwas über mich selbst lachen."

Es gab Zeiten, da fuhr man den zweiten Platz sicher nach Hause, da es nur um zwei Punkte unterschied ging. Doch jetzt sind es sieben, was einen größeren Anreiz bedeutet
Timo Scheider

Doch nicht nur die Schaltwippen sind neu, sondern auch das Punktesystem, dem Scheider eine große Bedeutung zumisst. "Es gab Zeiten, da fuhr man den zweiten Platz sicher nach Hause, da es nur um zwei Punkte unterschied ging. Doch jetzt sind es sieben, was einen größeren Anreiz bedeutet", erklärte der Audi-Pilot, der nun ein aggressiveres Fahrverhalten um den ersten Platz erwartet. Zudem sei es auch in diesem großen Feld wichtig, nun bis zum zehnten Platz Punkte zu bekommen, um auch weiter hinten platzierten Piloten noch einen Anreiz zu geben.


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