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Audis Zukunftsplan: Ab 2026 keine neuen Verbrenner mehr

Audi stärkt sein Elektroportfolio. Ab 2026 soll es nur noch neue Modelle mit E-Antrieb geben. Zeit bis zum Verbrenner-Aus ist absehbar - außer in China.
von Maximilian Stocker

Motorsport-Magazin.com - Audi will den Umstieg auf rein elektrisch betriebene Fahrzeuge beschleunigen. Das betonte CEO Markus Duesmann bei der Berliner Klimakonferenz. In vier Jahren wird die Produktion eines neuen Verbrennermodells starten. Bis 2033 soll die Produktion von Fahrzeugen mit konventionellem Motor schrittweise auslaufen. Bis dahin hat Audi nach wie vor großes Interesse daran, die bestehende Technologie effizient und umweltfreundlich zu gestalteten. Denn sie könnte danach weiterhin zum Einsatz kommen.

Das Unternehmen der Volkswagen-Gruppe geht nämlich davon aus, dass auf dem chinesischen Markt auch danach eine Nachfrage an Verbrennern besteht. Der Bedarf könnte mit Fahrzeugen aus regionaler Produktion gedeckt werden. Die bisherige Produktpalette an Elektroautos soll bis 2025 auf mehr als 20 Modelle ausgebaut werden. Die Vision des CEO lautet: "Der letzte Verbrenner von Audi wird der Beste sein, den wir je gebaut haben."

Ladeinfrastruktur mit erneuerbaren Energien entscheidend

E-Mobilität erlebt in diesen Zeiten einen regelrechten Boom, vor allem in Europa. Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Auto mit dieser Antriebstechnologie. Audi bekennt sich schon seit einigen Jahren zur Elektromobilität und hat schon mehrere E-Modelle wie den Q4 e-tron und den e-tron GT auf den Markt gebracht.

Die Ladeinfrastruktur, speziell jene für das schnelle Laden, ist derzeit noch nicht flächendeckend ausgebaut. Neben den bekannten Tankstellenbetreibern und anderen Playern will auch Audi seinen Teil dazu beitragen, die weißen Flecken auf der Landkarte zu tilgen.

Der Autobauer plant mit seinen 'Charging Hubs' allerdings eine andere Herangehensweise. Die temporären Einrichtungen sollten innerhalb kürzester Zeit aufgebaut werden können. Ein Grund dafür ist, dass keine Hochspannungsleitung verlegt werden muss. Denn ausrangierte Batterien von Elektroautos erhalten in den Ladeeinrichtungen eine Zweitverwendung als Stromspeicher. Sie können mit der vorhandenen Infrastruktur geladen werden und geben den so aufgenommenen Strom an die angeschlossenen Fahrzeuge ab. Ein ähnliches Konzept verfolgt Skoda. Der ebenfalls zum VW-Konzern gehörende Autobauer schafft mit ausrangierten Autobatterien Lademöglichkeiten bei seinen Händlern.

Audi plant exklusive Schnelllademöglichkeit für seine E-Autobesitzer

Sollte das Konzept nach der Pilotphase in den Regelbetrieb übergehen, plant Audi, es exklusiv seinen Kunden zur Verfügung zu stellen. Für die Premium-Ladelösung soll es dann Reservierungsmöglichkeiten geben. Die sogenannten modularen Cubes sollen eine Lounge beinhalten, in der sich die Fahrer während der Ladezeiten aufhalten können.

Des Weiteren setzt sich Audi für den Ausbau von regenerativen Energien ein und arbeitet eng mit entsprechenden Energieversorger zusammen. Bis spätestens 2050 soll das gesamte Unternehmen bilanziell klimaneutral sein.

Vor Audi haben sich in der jüngeren Vergangenheit andere Automobilhersteller zu einem Verbrenner-Aus bekannt. Die traditionsreiche Automarke Jaguar will bis 2025 rein elektrisch werden, Volvo hat sich bis zum Jahr 2030 vorgenommen, dieses Ziel zu erreichen. Bei Volkswagen gibt es noch keine Aussage zum endgültigen Aus der Verbrenner-Technik. Bei der Vorstellung des Programms 'Accelerate' zur Förderung der E-Mobilität gab der Autobauer im März dieses Jahr das Ziel aus, bis 2030 seinen Anteil an E-Fahrzeugen auf 70 Prozent des Gesamtabsatzes steigern zu wollen.


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