ADAC GT Masters

Giorgio Maggi sammelt am Sachsenring weitere Punkte

ADAC GT Masters-Rookie Giorgio Maggi holt in turbulentem Sonntagsrennen Junior-Punkte. Honda Team Schubert Motorsport-Pilot sammelt weiter Erfahrung.

Motorsport-Magazin.com - Über 20.000 Zuschauer reisten am vergangenen Wochenende für die sechste Station des ADAC GT Masters 2018 an den Sachsenring. Honda Team Schubert Motorsport-Pilot Giorgio Maggi erlebte auf der aus der MotoGP weltberühmten Rennstrecke in Hohenstein-Ernstthal zwei weitere lehrreiche Rennen in der Liga der Supersportwagen.

Der Start ins Rennwochenende gestaltete sich zunächst schwierig. Am verregneten Trainingsfreitag konnten Maggi und sein Teamkollege Christopher Dreyspring nur bedingt Erfahrungswerte auf dem anspruchsvollen Kurs sammeln. Im ersten Qualifying gelang dem Duo der 22. Startplatz im Feld der insgesamt 34 Teilnehmer.

Das erste Rennen verlief zunächst ermutigend. Nach dem Fahrerwechsel kämpfte Maggi im Mittelfeld jedoch zunehmend mit dem Reifenverschleiß. Vor allem in der zweiten Hälfte seines Stints zahlte der Schweizer den Preis für das Fahren im dichten Pulk. Den Honda NSX GT3 mit der Startnummer 9 kam schlussendlich nicht über den 26. Gesamtrang hinaus.

Am Sonntag qualifizierte sich Maggi für das zweite Rennen in der 17. Startreihe. In der chaotischen Startphase hielt sich der 20-Jährige erfolgreich aus den zahlreichen Kollisionen heraus. Auf dem Weg in die Boxeneinfahrt wurde Maggi von einem Konkurrenten umgedreht, woraufhin er einige Plätze verlor. Dem Fahrerduo gelang trotzdem eine beachtliche Aufholjagd. Maggi und sein Teamkollege machten insgesamt 16 Positionen gut. Mit dem 17. Platz sammelte er am Ende dennoch drei weitere Punkte in der Juniorwertung.

In zwei Wochen steht vom 21. bis 23. September das Saisonfinale des ADAC GT Masters auf dem Hockenheimring auf dem Programm. Die letzten beiden Rennen des Jahres will Maggi noch einmal nutzen, um das in seiner Debütsaison gelernte in weitere Punkteresultate zu verwandeln.

Fünf Fragen an Giorgio Maggi

Giorgio, der Start ins sechste Rennwochenende verlief für euch nicht wie geplant...
Leider hat es in zwei der vier Trainingssessions geregnet, und vier Sessions sind für eine Rennstrecke wie den Sachsenring ohnehin schon nicht viel. Wir hätten uns im Vorfeld gerne einen Testtag gewünscht, doch die Möglichkeit gab es leider nicht. Im Regen hat es sich zwar ganz gut angefühlt, aber wir hatten eine Basis, mit der wir arbeiten konnten. Als es dann trocken wurde hatte ich eher Schwierigkeiten mit Unter- sowie Übersteuern. Wir haben dann viel beim Setup probiert und im Qualifying war das Auto dann schon deutlich besser ausbalanciert.

Im ersten Rennen wurde euer Vorwärtsdrang dennoch gestoppt. Was ist passiert?
Christopher war im ersten Stint sehr gut unterwegs, doch gegen Ende bekam er Probleme mit dem Grip auf der Hinterachse. Wir haben beim Boxenstopp die Reifendrücke angepasst und in der ersten Hälfte meines Stints war die Balance in Ordnung. Danach begann ich aber sehr mit dem Auto zu kämpfen. Ich habe die ohnehin schon abbauenden Reifen teilweise etwas überfahren, da ich an den Autos vor mir dranbleiben wollte und mich nach hinten gleichzeitig verteidigen musste. Das war etwas enttäuschend.

Der Sonntag startete für euch ziemlich chaotisch...
Im Qualifying habe ich leider keine saubere Runde zusammenbekommen. Beim ersten Start hatte ich dafür einen guten Schwung aus der ersten Kurve heraus, doch der wurde von der Rennleitung abgebrochen. Beim zweiten Startversuch ging ich rechts an einigen Autos vorbei, wurde dabei aber auf die Wiese gedrängt. Bis in die erste Kurve ging trotzdem alles gut, doch dann brach vor mir das Chaos aus. Der Ferrari hat sich vor mir gedreht, dann hat es sich gestaut und ich habe von hinten einen Schubs bekommen, durch den ich den Ferrari touchiert habe. Dabei habe ich einige Positionen verloren. Das Auto war danach erstaunlicherweise in Ordnung. Der Honda ist wirklich stabil gebaut, denn die Berührung war nicht ohne.

Am Ende habt ihr trotzdem wieder Punkte in der Junior-Wertung gesammelt...
Nach der Safety-Car-Phase war es zunächst etwas festgefahren. Ich war nicht in der Lage nach vorne anzugreifen, dafür war aber auch hinter mir niemand in Schlagdistanz. Als es die nächste Gelbphase während des Boxenstopp-Fensters gab, entschieden wir uns zum Fahrerwechsel. Bei der Einfahrt in die Boxengasse wurde ich ausgangs der letzten Kurve hinten getroffen und drehte mich. Dabei haben wir unheimlich viel Zeit verloren. Danach ist Christopher weiter ein gutes Rennen gefahren. Es war insgesamt sehr schwierig. Der 17. Platz und die Punkte in der Junior-Wertung sind immerhin ein kleiner Trost.

In Hockenheim habt ihr die Chance, die Saison dennoch mit einem guten Resultat abzuschließen...
Ich freue mich auf den Hockenheimring, weil ich die Strecke gut kenne. Mit den Trainingssitzungen sollten wir für die Setuparbeit am Honda im Gegensatz zum Sachsenring besser auskommen. Ich denke, dass wir in Hockenheim wieder eher in Richtung Punkte schauen dürfen. Es werden sicherlich zwei spannende Rennen, denn Hockenheim ist mit den harten Anbremszonen fürs Racing perfekt. Außerdem werden auch mehr Zuschauer aus der Schweiz sowie einige meiner Sponsoren und Familienmitglieder vor Ort sein. Damit ist es für mich wie ein kleines Heimspiel. Andererseits ist es natürlich auch das Finale, was schon wieder das Ende der Saison bedeutet. Darum habe ich auch ein bisschen gemischte Gefühle.


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