Das Top-Qualifying zu den 24h Nürburgring 2025 ist von einem schweren Crash überschattet und unterbrochen worden. Scherer-Sport-PHX-Pilot Laurens Vanthoor verunfallte im #16 Porsche 911 GT3 R (Niederhauser, L. Vanthoor, Feller) bei hoher Geschwindigkeit. Glück im Unglück: Der Porsche-Werksfahrer konnte den stark beschädigten Neunelfer selbstständig verlassen.

Der #16 Porsche ist nach ersten Erkenntnissen des Teams Scherer Sport PHX ein Totalschaden. Laut eines Scherer-Sprechers konzentriert sich das Team aus Meuspath am Nürburgring nun bei seinem Heimspiel auf das Schwester-Auto mit der #1 (Audi R8 LMS GT3 Evo2), das von Christopher Haase, Luca Ludwig und Markus Winkelhock pilotiert wird.

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Mehrstündige Unterbrechung nach Vanrthoor-Crash

Der Highspeed-Unfall sorgte für mehrstündige Unterbrechung mit roten Flaggen, um die Leitplanken zu reparieren. Das Top-Qualifying wurde wegen dieser zeitlichen Verzögerung erst einmal verlegt. Eine Wiederaufnahme ist nach aktuellem Informationsstand für 16:00 Uhr geplant.

Dann sollen die Piloten wegen des geänderten Zeitplans aber nur noch eine anstelle von zwei schnellen Runden auf der Nürburgring-Nordschleife fahren, um zeitliche Vorgaben einzuhalten. Das Qualifying 3 soll im Anschluss an das Top-Qualifying folgen und um 25 Minuten (65 statt 90 Minuten verkürzt werden.

Nürburgring: Laurens Vanthoor verunfallt im Schwedenkreuz

Vanthoor verlor kurz nach dem Beginn des Top-Qualifyings (13:20 Uhr) während seiner ersten Runde die Kontrolle über den Porsche. Der Belgier schlug auf der Nordschleife im Abschnitt Schwedenkreuz ein. Vanthoor kam auf trockener Strecke mit einem Reifen links auf den Kerb und drehte sich mehrfach quer über die Fahrbahn. Schließlich schlug der GT3-Porsche mit der Front in die Leitplanken ein. Das Qualifying wurde daraufhin sofort unterbrochen, noch bevor einer der 17 Fahrer eine schnelle Runde gesetzt hatte.

"Laurens soll okay sein, das ist das Wichtigste", sagt Scherer-Teamkollege Markus Winkelhock aus dem #1 Audi in einer ersten Reaktion. "Natürlich ist das extrem schade für unser Schwesterauto und das Team, weil der Aufwand extrem groß ist. Ein herber Rückschlag für die ganze Truppe, die am Porsche arbeitet." Vanthoor sei nach einer Untersuchung im Medical Center an der Strecke soweit in Ordnung, teilte Porsche Motorsport mit.

Ausgerechnet Vanthoor: Der Belgier hatte den blauen #16 Porsche, den Vorjahressieger Scherer Sport PHX erstmalig beim 24h-Rennen Nürburgring einsetzt, am Donnerstagabend erst in letzter Sekunde ins heutige Top-Qualifying geführt. Im Qualifying 1 am Mittag konnte die #16 nur eine einzige Runde zurücklegen, bevor ein Schaden an der Antriebswelle dem Boliden den technischen K.o. versetzte.

Zum abendlichen Qualifying 2 (20:00-23:30 Uhr) hatte die Scherer-Crew den Porsche repariert, doch ein schleichender Plattfuß kostete weitere Zeit. Schließlich fasste sich Vanthoor kurz vor dem Sessionende ein Herz und führte den Porsche zum dritten Platz, der den Einzig ins Top-Qualifying bedeutete.

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Eigentlich hatte sich der #16 Porsche schon vor Wochen mit dem Sieg bei den 24h Qualifiers einen der 17 begehrten Plätze im Top-Qualifying gesichert, bis die Sportkommissare den Porsche wieder rausbeförderten, weil die aufgezeichneten Motorparameter nicht mit den Referenzdaten übereinstimmten.

Vanthoor war in dieser Woche direkt aus Le Mans an den Nürburgring gereist. Der 34-Jährige zählte beim 24-Stunden-Rennen in Frankreich zur Porsche-Crew, die den #6 963-Prototypen mit einer geradezu heldenhaften Leistung aufs Podest führte. Der Sieg bei den 24h Le Mans ging zum dritten Mal in Folge an Ferrari, diesmal in Form des privaten AF-Corse-499P um den Polen Robert Kubica.