Die Motorsport-Welt befindet sich inmitten des irren 24-Stunden-Rennen-Marathons: Die Klassiker in Le Mans, auf dem Nürburgring und in Spa-Francorchamps finden dieses Jahr im Juni erstmals an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden bzw. innerhalb von nur 16 Tagen statt. Nur sieben Fahrer stellen sich dem Termin-Wahnsinn und nehmen alle drei 24h-Rennen in Angriff: Kelvin van der Linde, Raffaele Marciello und Augusto Farfus (alle BMW), Luca Stolz und Maxime Martin (beide Mercedes-AMG), Mattia Drudi (Aston Martin) sowie Porsche-Privatfahrer Loek Hartog.
Ein enorm anstrengendes Unterfangen aus physischer und mentaler Sicht, das den 'Glorreichen Sieben' so ziemlich alles abverlangen wird, da sind sich Experten sicher. Zahlreiche Piloten würden auf einen solchen 24-Stunden-Tripleheader lieber verzichten. Dazu zählt auch Mick Schumacher.
24h-Marathon - Mick Schumacher: "Das ist schon eine Nummer"
Der Alpine-Pilot, der am vergangenen Wochenende bei den 24 Stunden von Le Mans den zehnten Gesamtplatz belegte, sagte: "Ich würde das wahrscheinlich nicht schaffen und mir wahrscheinlich auch nicht antun. Ich bin nur einmal auf der Nordschleife gefahren. Das war schon Eindruck genug, um zu sagen, dass das wahrscheinlich eines der härtesten Rennen ist, die man fahren kann. Alle drei Rennen hintereinander zu fahren, das ist schon eine Nummer, vor der man nur den Hut ziehen kann."
Die Fahrzeiten in den Autos sind das eine, der zusätzliche Aufwand für schier unzählige PR-Termine und Briefings das andere. Obendrein wird der Körper wegen einer Vielzahl an Nacht-Sessions und den nächtlichen Stints in den Rennen aus seinem gewohnten Rhythmus gerissen. Eine Besonderheit bei den 24 Stunden von Le Mans, die den Anfang des Triple-Headers bildeten: Die Rennwoche dauert effektiv über eine Woche inklusive des offiziellen Testtages am Sonntag vor dem Rennen.
"Die Länge des Events ist schon hart", sagte Schumacher. "Es gibt viele Dinge, die wir drumherum unternehmen müssen und die Energie kosten. Eine der größten Änderungen, die ich im Vergleich zum Vorjahr vorgenommen habe, ist es, sich die Pausen einzuteilen und zu nehmen. Man muss den Schlaf nehmen, den man bekommt. Die Tage sind lang. Am Mittwoch und Donnerstag (vor dem Rennen; d. Red.) war ich um 2 und 3 Uhr morgens im Bett. Und um 10 Uhr musst du am nächsten Morgen wieder an der Strecke sein."
| Rennen | Termin | Veranstalter | Zuschauer 2024 |
|---|---|---|---|
| 24h Le Mans | 14.-15.06.2025 | ACO | 329.000 |
| 24h Nürburgring | 19.-22.06.2025 | ADAC Nordrhein | 240.000 |
| 24h Spa-Francorchamps | 26.-29.06.2025 | SRO | 99.500 |
Schumacher: Aktuell kein Interesse an 24h Nürburgring
Kein Vergleich zu Schumachers früheren Zeiten im Formelsport bis hin zur Formel 1. Le Mans scheint dem 26-Jährigen aktuell auch zu reichen. Auf die Frage, ob er Interesse hätte, auch einmal bei den 24h Nürburgring an den Start zu gehen, entgegnete Schumacher: "Im Moment eher nicht. GT-Autos sind sehr anders zu fahren. Man muss im GT-Sport ein Profi sein, um dort vorne mitfahren zu können." Cousin David Schumacher steht unterdessen vor seinem zweiten Nürburgring-Start, mit dem Ford Mustang GT3 von HRT erstmals in der gesamtsiegfähigen SP9-Klasse.
Jules Gounon: "Höchstes Performance-Level nicht möglich"
Schumachers Alpine-Teamkollege Jules Gounon zählt zwar zu den erfahrenen Langstrecken-Piloten im GT-Sport, ist Saisons mit mehr als 25 Rennen gewohnt und blickt auf Starts bei den drei großen 24-Stunden-Rennen zurück - auf den Triple-Header hat der Franzose, der auch bei Mercedes-AMG als Werksfahrer angestellt ist, aber gerne verzichtet.
Gounon, dem dieses Jahr die beiden 24h-Rennen in Le Mans sowie in Spa-Francorchamps reichen: "Es ist nicht möglich, bei drei 24-Stunden-Rennen innerhalb von drei Wochen auf dem höchsten Level zu performen. Vor allem, weil Le Mans zehn Tage dauert und ich andere Rennen (DTM; d. Red.) direkt davor hatte. Es war eine gute Entscheidung, nicht beim Nürburgring-Rennen zu sein, obwohl du in deinem Innern immer alle vier 24-Stunden-Rennen fahren willst, beginnend mit Daytona im Januar."
Die sieben Piloten, die sich dem 24-Stunden-Triple stellen, würden sich laut Gounon "noch lange daran erinnern". Und weiter: "Für die Jungs wird das wirklich hart, vor allem das letzte der drei Rennen in Spa. Le Mans ist lang und Nürburgring ist anstrengend, weil es bei sehr herausfordernden Bedingungen um das richtige Risiko-Management im Verkehr geht. Und in Spa fahren über 70 Autos derselben Kategorie. Das macht es schwierig mit Blick auf den Verkehr. Für mich sind zwei dieser Rennen genug."



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