Es hat Tradition beim 24h-Rennen Nürburgring (14.-17. Mai 2026) ähnlich der Bratwurst am Brünnchen: Der Veranstalter hat für die 54. Auflage des Eifel-Klassikers wieder einmal am Qualifying-Ablauf geschraubt. Fast im jährlichen Takt gibt es hier kleinere oder größere Anpassungen - so auch diesmal, weil "wir den Ablauf für die Fans nachvollziehbarer und transparenter gestalten wollten", wie Rennleiter Walter Hornung jedes Jahr aufs Neue und auch jetzt wieder erklärt.

Dabei könnte eine gewisse Konstanz sicherlich auch nicht schaden, um den ohnehin komplexen Modus zu verstehen. Neu in diesem Jahr, passend zum 24h-Debüt von Max Verstappen: Das Top-Qualifying am Freitag (15. Mai), bei dem die besten Startplätze für das Rennen vergeben werden, wird ähnlich wie bei der Formel 1 in drei Abschnitte unterteilt: Top Q1, Top Q2 und zum Abschluss das Top Q3.

Schumacher chancenlos, starke Gegner für Verstappen am Ring (13:37 Min.)

24h Nürburgring 2026: Qualifying mit Formel-1-Flair

Das Top Q1 ist für den frühen Freitagmorgen um 08:50 Uhr angesetzt. Hier treten alle startberechtigten Fahrzeuge der höchsten Klassen (SP9, SP11, AT1, SP-Pro und SP-X) an, die im Vorfeld noch nicht für das Top Q3 gesetzt waren - dazu später mehr. Die 20 schnellsten Fahrzeuge aus dem Top Q1 rücken dann ins direkt im Anschluss stattfindende Top Q2 auf. Die ersten beiden Sessions dauern jeweils 35 Minuten. Im finalen Top Q3 am Freitagnachmittag (13:35 - 14:35 Uhr) kämpfen dann maximal 12 Autos per Einzelzeitfahren um die Pole Position.

Nach Top Q1 sowie Top Q2 und noch vor dem Top Q3 steht das Qualifying 3 (10:35 - 11:50 Uhr) auf dem Zeitplan, bei dem die Fahrzeuge aus den höchsten Klassen (SP9, SP11, AT1, SP-Pro und SP-X) jedoch nicht zugelassen sind. Diese Session ist also nur den langsameren Autos in den kleineren Klassen vorbehalten. Nur am Donnerstag (14. Mai) beim Qualifying 1 (13:15 - 15:15 Uhr) und dem Qualifying 2 (20:00 - 23:30 Uhr) dürfen alle bis zu 150 Autos gleichzeitig auf die Strecke.

24h Nürburgring 2026: Top-Qualifying einfach erklärt

AbschnittAblauf
Top Q1: Alle GT3-Autos + SP11, AT1, SP-Pro und SP-X automatisch dabei
Top Q2: 20 schnellste Autos aus Top Q1 kommen weiter
Top Q3: 12 Autos (6 schnellste aus Top Q2 und 6 vorab qualifizierte) kämpfen um Pole Position

Neue bei 24h Nürburgring: Alle GT3-Autos automatisch im Top-Qualifying

Gut zu wissen: Die im Motorsport üblichen Freien Trainings gibt es nicht bei den 24h Nürburgring. Stattdessen dienen die drei 'normalen' Qualifyings am Donnerstag und Freitag zur Vorbereitung. Neu ist in diesem Jahr auch: Die stärksten Autos (SP9, SP11, AT1, SP-Pro und SP-X) sind erstmals allesamt automatisch fürs Top-Qualifying qualifiziert. Zuvor wurden einige Plätze für das Top-Quali noch anhand der kombinierten Bestzeiten aus dem Qualifying 1 und 2 vergeben - das entfällt 2026. Damit sind die Qualifyings (1,2 und 3) nur noch für die Startpositionen der leistungsschwächeren Autos relevant.

Auch wichtig: In den drei Abschnitten des Top-Qualifying darf ein Fahrer aus einem Team nur maximal eine Session (Top Q1, Top Q2 oder Top Q3) bestreiten. Beispiel: Formel-1-Star Verstappen dürfte das Top-Qualifying auf seinem Winward-Mercedes also nicht komplett alleine fahren. Zwei seiner drei Teamkollegen (Gounon, Juncadella, Auer) müssen bei der Zeitenjagd ebenfalls ans Steuer. Diese Vorgabe gilt allerdings nur für GT3-Autos der Pro-Klasse, alle weiteren Fahrzeuge (Pro-Am, Am) haben freie Fahrerwahl.

Top Q3 Qualifying: Sechs Plätze schon vorab vergeben

Um das Qualifying beim 24h-Rennen Nürburgring noch ein wenig komplizierter für neue Zuschauer - davon wird es dank Verstappen sicherlich einige geben - zu machen: Bereits im Vorfeld des Rennwochenendes können sich die Teams einen fixen Platz im Top Q3 sichern. Das war schon in der Vergangenheit der Fall. Sechs Plätze im Top Q3 können vorab gebucht werden: entweder mit guten Leistungen bei den NLS-Rennen oder bei den 24h Qualifiers (17.-19. April 2026).

Und das funktioniert so: Bei den NLS-Läufen gibt es einen Startplatz für die Gesamt-Schnellsten aller Qualifyings und zwei Plätze für die Schnellsten der Rennen, wobei jeweils alle Sektorenzeiten zu theoretischen Bestzeit-Runden kumuliert werden. Im Rahmen der 24h Qualifiers wird ein weiterer Top-Q3- Startplatz an das Team mit der schnellsten Rundenzeit aus Qualifying und Top-Qualifying vergeben. Je ein weiterer Startplatz geht an die Teilnehmer mit der theoretisch schnellsten Renn-Rundenzeit in den beiden Qualifiers-Rennen des Wochenendes.

Bedeutet im Umkehrschluss: Sollten sich vorab sechs Autos einen Platz im Top Q3 sichern können, werden in den Top-Qualifyings (Top Q1, Top Q2) beim 24h-Rennen nur noch sechs weitere Q3-Plätze vergeben. Die Startaufstellung erfolgt dann nach dem im Motorsport üblichen Prinzip: Hinter den Top-12 aus dem Top Q3 reihen sich die schnellsten Fahrzeuge aus dem Top Q2 auf, dahinter die verbliebenen Autos aus dem Top Q1. Beim 24h-Rennen wird dann in drei Gruppen je nach Leistungsklasse gestartet.

Klingt kompliziert, ist es auch, aber neue Zuschauer beim 24h-Rennen Nürburgring können relativ beruhigt sein: Der sportliche Wert der Pole Position beim Eifel-Rennen hält sich historisch in Grenzen. Bei den bisherigen 53 Ausgaben gelang es dem Pole-Setter nur elfmal, den ersten Startplatz in den Gesamtsieg umzuwandeln - zuletzt im Jahr 2008 der Manthey-Porsche-Truppe aus Meuspath.

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