24 h Nürburgring

24h Nürburgring 2018: Porsche siegt dank Wetter trotz Strafe

Porsche war bei den 24h Nürburgring 2018 schon gegen Mercedes geschlagen. Doch der Wettergott gab ihnen eine zweite Chance: Packendes Finale im Regen.
von Tobias Ebner

Motorsport-Magazin.com - Porsche holt seinen ersten Sieg seit 2011 beim 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife! Richard Lietz, Patrick Pilet, Fred Makowiecki und Nick Tandy im Manthey-911er mit der #912 fuhren nach 135 Runden als Sieger des 46. ADAC Zurich 24h-Rennens im dichten Regen und Nebel über Ziellinie.

24h Nürburgring: Die Video-Highlights vom Rennen: (07:05 Min.)

24h Nürburgring 2018: Die Top-10 im Ziel

Zuvor lieferte sich Makowiecki einen packenden Zweikampf um den Sieg in der Schlussphase des Rennens. Makowiecki rang dabei Mercedes-Pilot Adam Christodoulou vom Black-Falcon-AMG #4 auf nasser Strecke nieder. Dritter wurde mit der #5 (Buurman / Jäger / Seyffarth / Stolz) ein zweiter Mercedes-AMG GT3 von Black Falcon. Das Quartett setzte sich gegen den Aston Martin #007 (Martin / Sörensen / Thiim / Turner) und den Black-Falcon-Mercedes #6 (Haupt / Bastian / Johansson / Piana) durch.

P Fahrer Team-Auto Rd. Gap
1. Lietz / Pilet / Makowiecki / Tandy Manthey-Porsche #912 135
2. Engel / Christodoulou / Metzger / Müller Black-Falcon-Mercedes #4 26.413
3. Buurman / Jäger / Seyffarth / Stolz Black-Falcon-Mercedes #5 10:23.367
4. Martin / Sörensen / Thiim / Turner Aston Martin #007 134
5. Haupt / Bastian / Johansson / Piana Black-Falcon-Mercedes #6 3:27.172
6. Mies / Van der Linde / Van der Linde / Rast Land-Audi #1 133
7. Haase / Stippler / Vervisch / Müller Phoenix-Audi #3 1:00.752
8. Weiss / Kainz / Krumbach / Menzel WTM-Ferrari #22 132
9. Bachler / Müller / Ragginger / Werner Falken-Porsche #44 2.188
10. Heyer / Asch / Sandström / Vautier Landgraf-Mercedes #16 44.708

24h Nürburgring 2018: Highlights des Rennens

BMW's desaströser Abend: Der erste GT3-Hersteller in Schwierigkeiten: BMW. Schon im ersten Renndrittel ereilte das Rennpech alle fünf gestarteten Top-Boliden aus München. Der ROWE-BMW #99 musste nach einem Kühlerschaden die Segel streichen, die #102 verlor früh viel Zeit nach einer Kollision. Bei der #33 waren zwei Sensoren defekt und die #98 erhielt eine Zeitstrafe von 3:32 Minuten, hatte zudem in der Nacht einige Zwischenfälle. Das Debakel machte der Highspeed-Abflug von Jörg Müller im Z4 GT3 #100 im Bereich Kesselchen perfekt.

Regen sucht die Nacht heim: Lange war es angekündigt, gegen halb drei nachts war es dann soweit: Der Himmel öffnete über dem Nürburgring seine Schleusen. Damit bekam das Rennen eine völlig neue Wendung, die Karten mischten sich neu. Aufgrund der Verluste im Porsche-Lager (siehe nächster Absatz) rückte nun Mercedes-AMG in die Favoritenrolle. Vor allem die #4 von Black Falcon (Engel / Christodoulou / Metzger / D. Müller) gab ordentlich Gas.

Verlustreiche Nacht für Porsche: Nach BMW war es dann in der Nacht Porsche, die einige aussichtsreiche Fahrzeuge verloren. Allen voran der Top-Favorit #911 von Manthey Racing! Romain Dumas crashte gegen halb zwei in der Nacht auf Dreck und Kühlflüssigkeit. Auch die #31 von Frikadelli Racing ist nach einem Defekt ausgeschieden. Probleme gab es zudem beim 911er #17 aus dem Bernhard-Team, hier musste ein langer Reparaturstopp eingelegt werden. Außerdem verlor Mercedes die #47 in der Nacht.

Vorentscheidung im Kampf um den Sieg?: Die 19. Stunde des Rennens brachte zunächst die Vorentscheidung pro Mercedes-AMG, denn die beiden Hauptkonkurrenten verabschiedeten sich aus dem Kampf um den Sieg. Zunächst flog Kelvin Van Der Linde im Land-Audi #1 im Bereich Hohe Acht ab, schlug ein und blieb zunächst im nassen Gras stecken. Gegen den Manthey-Porsche #912 wurde eine Zeitstrafe von 3:32 Minuten ausgesprochen. Hier hat man eine Code 60 in der Nacht missachtet.

Unterbrechung am Mittag: Die Verhältnisse auf der Nordschleife wurden immer widriger, Regen und Nebel nahmen zu. Gegen 12:00 Uhr am Sonntag kam daher die Rote Flagge heraus, die Wertung nach 125 Runden hatte Bestand. Nach einiger Zeit an Pause wurde bekannt: Um 13:15 Uhr öffnet die Boxengasse wieder, das Feld kann in die Startaufstellung. Eine halbe Stunde später ging es hinter dem Safety Car weiter, eine Runde später bog dieses in die Box ab. 90 Minuten lang konnte nochmals attackiert werden.

Packendes Finale: Nach der Rennfreigabe stand ein Krimi um den Sieg ins Haus, da die vorherigen Abstände Makulatur waren. Adam Christodoulou hatte dabei die Pole-Position und musste seine Position gegen Fred Makowiecki verteidigen. Der Brite schaffte dies jedoch nicht, schlug mit seinem Mercedes sogar leicht im Bereich Galgenkopf an. Danach konnte sich Makowiecki eine Lücke herausfahren, die Christodoulou nicht mehr schließen konnte.

24h Nürburgring 2018: Reaktionen vom Podium

1. Fred Makowiecki (Manthey-Porsche #912): "Es war unglaublich. Als wir den schleichenden Plattfuß in der ersten Runde hatten, haben wir einfach voll attackiert. Wir haben nicht nachgedacht und hatten keine bestimmte Strategie mehr. Wir wollten einfach bis zum Ende pushen und schauen, was passiert. Meine Teamkollegen und die Ingenieure haben einen unglaublichen Job abgeliefert."

2. Maro Engel (Black-Falcon-Mercedes #4): "Wir hatten einen sicher geglaubten Vorsprung, und der wurde uns natürlich genommen. Für die 24 Stunden haben wir sozusagen die kürzeste Zeit gebraucht, aber den Sprint am Ende haben wir nicht gewonnen. Adam hat alles gegeben, er hat sein Herz da draußen auf der Strecke gelassen. Von daher kann er stolz sein auf seinen Job."


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