Mit diesen Comeback-Plänen hatten nur die wenigsten Beobachter gerechnet: Das Team Vanwall um den ehemaligen Formel-1-Teamchef Colin Kolles plant seine Rückkehr auf die Langstrecke. Der Rennstall aus Gredig hat angekündigt, zum Ende des kommenden Jahres 2026 in der Asian Le Mans Series an den Start gehen zu wollen. Das ALMS-Engagement soll über den Winter zudem als Sprungbrett für eine mögliche Rückkehr in die Langstrecken-WM (WEC) ab 2027 dienen.
Zum Einsatz kommen soll eine überarbeitete Version des Vanwall 680, einem LMH-Hypercar ohne Hybridantrieb, mit dem die Kolles-Mannschaft zuletzt 2023 in der WEC antrat. Möglich wäre dieses Projekt, denn in der nächsten Saison der Asian Le Mans Series werden erstmals Hypercars für den Start zugelassen. Die Prototypen dürfen allerdings nur von privaten Teams eingesetzt werden. Mit BBM hat sich bereits ein Team in Stellung gebracht, das die alten, Heckflügel-losen Versionen des Peugeot 9X8 fahren will.
Vanwall-Prototyp deutlich überarbeitet
Vanwall, ehemals unter dem Namen ByKolles bekannt, hat seinen Prototypen laut eigenen Angaben technisch deutlich überarbeitet. Für den Vortrieb zeichnet jetzt ein V8-Twinturbo-Saugmotor mit 3,5 Litern Hubraum verantwortlich. Zuvor wurde der Vanwall 680 von einem Aggregat mit 4,5 Litern Hubraum befeuert. Weiterentwickelt wurden unter anderem auch die Auslegung des Ansaugsystems und eine verbesserte Kühlung der Motorkomponenten.
"Die sorgfältige Leistungsanalyse unserer ersten WEC-Saison hat klar wichtige Bereiche aufgezeigt, in denen Verbesserungen notwendig sind", wird Vanwall-Teamchef Kolles in einer Pressemitteilung des Teams zitiert. "Ich bin überzeugt, dass die Maßnahmen, die aus der technischen Überprüfung abgeleitet wurden, sowie die jüngsten integrierten Modifikationen zu deutlichen Verbesserungen auf der Strecke führen werden."
Das Vanwall-Team bestritt 2023 die komplette und gleichzeitig seine vorerst letzte WEC-Saison, konnte aber keine nennenswerten Ergebnisse erzielen. Drei vorzeitige Ausfälle aus verschiedenen Gründen, darunter zur Rennhalbzeit bei den 24 Stunden von Le Mans, standen am Ende zu Buche. Bei den ersten Rennen der Saison saß der frühere Formel-1-Weltmeister Jaques Villeneuve noch am Steuer, bis er ab Le Mans durch Tristan Vautier ersetzt wurde. Zu den weiteren Fahrern zählten Tom Dillmann und Esteban Guerrieri.
Kolles über Asian Le Mans Series: "Klares Bekenntnis für Zukunft"
Mit einem überzeugenden Auftritt in der Asian Le Mans Series will Vanwall den WEC-Veranstalter ACO überzeugen, wieder einen Startplatz in der Langstrecken-WM zu erhalten. In der Hypercar-Klasse könnte es allerdings eng werden: 2027 steigen mit McLaren und Ford zwei weitere Hersteller und insgesamt vier LMDh-Prototypen ein. In der WEC ist der Einsatz von zwei Hypercars vorgegeben - das Kolles-Team trat bisher stets nur mit einem einzelnen Fahrzeug an. Nach dem Komplett-Ausstieg von Porsche füllt Neueinsteiger Genesis Magma Racing einen Teil dieser entstandenen Lücke.
Vanwall-Chef Kolles sagt: "Wir haben sehr konstruktive Gespräche mit der WEC und dem ACO über eine Rückkehr in die WEC zum Jahr 2027 geführt, wobei eine Teilnahme wie immer davon abhängt, dass das Team eine Einladung erhält. Unsere Unterstützung für die neue ALMS-Hypercar-Kategorie ab 2026 ist ein klares Bekenntnis zu unserer Absicht und unserem Engagement für die Zukunft."



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