Robert Kubica wechselt zur WEC-Saison 2024 vom belgischen Team WRT zum Rennstall AF Corse aus Italien. Das gab die Mannschaft, die unter anderem für Ferrari den 499P-Prototypen in der Sportwagen-Weltmeisterschaft einsetzt und dieses Jahr die 24 Stunden von Le Mans gewann, am heutigen Mittwoch bekannt. Kurz zuvor hatte Alpine die Verpflichtung von Mick Schumacher verkündet.

In welchem Rennwagen Kubica nächstes Jahr sitzen wird, verriet AF Corse noch nicht. In den kommenden Wochen werde es laut dem Rennstall dazu weitere Neuigkeiten geben. Ende November veröffentlicht die WEC die Starterliste für 2024 mit allen teilnehmenden Teams und den ersten Fahrern.

Robert Kubica 2024 im dritten Ferrari-Hypercar?

Es ist nicht auszuschließen, dass Kubica Teil eines echten Ferrari-Coups sein wird: Seit einigen Wochen machen Gerüchte die Runde, dass die Italiener 2024 mit einem dritten 449 P neben den beiden Werkswagen an den Start gehen könnten. Wie Endurance-Info an diesem Mittwoch berichtet, soll Kubica aktuell in Imola ein Ferrari-Hypercar testen...

Ein drittes Fahrzeug hatte Ferraris Sportwagenchef Antonello Coletta am Rande des Ferrari Finali Mondiali in Mugello zumindest nicht ausgeschlossen. Während einer Pressekonferenz, bei der auch Motorsport-Magazin.com vor Ort war, sagte Coletta: "In der ersten Saison waren wir sehr konzentriert auf unsere zwei Autos. Vielleicht können wir unter den richtigen Bedingungen ein weiteres Auto managen. Wir wollen nichts ausschließen, es könnte 2024 oder 2025 sein. Das Potenzial für Kundenautos ist vorhanden. Das heißt aber nicht, dass es auch passieren wird."

Irres Sportwagen-Biest: 5,1 Millionen für Ferrari Hypercar!: (13:19 Min.)

Kubica als WEC-Weltmeister zu AF Corse

Der frühere Formel-1-Fahrer Kubica hat sich längst auch auf der Langstrecke zu den Top-Fahrern gemausert. Dieses Jahr gewann er mit WRT und seinen beiden Teamkollegen Louis Deletraz sowie Rui Andrade die Weltmeisterschaft in der LMP2-Kategorie. Den Klassensieg bei den 24 Stunden von Le Mans verpasste Kubica als Zweiter nur knapp - genau wie bei der Ausgabe im Jahr 2022 mit dem Prema-Team.

Der 38-Jährige, der 2011 bei der Ronde di Andora Rallye einen schweren Unfall erlitt und sich den rechten Arm nachhaltig verletzte, stieg 2021 voll in die Langstreckenwelt ein. In seinem Debütjahr gewann Kubica auf Anhieb die LMP2-Meisterschaft in der European Le Mans Series. Seitdem war der Pole vorrangig in dieser Kategorie unterwegs. Die LMP2-Autos starten 2024 allerdings nur noch bei den 24 Stunden von Le Mans, nicht mehr bei den weiteren WEC-Rennen. Die Masse der Hypercars und die neuen GT3-Fahrzeuge sorgen für ein vollgepacktes Starterfeld.

Kubica 2024 endlich in einem Ferrari-Rennwagen?

Sollten AF Corse und Ferrari 2024 tatsächlich einen dritten 499 P ins Feld führen, zählt Kubica sicherlich zu den ganz heißen Anwärtern. In diesem Fall würde er nächstes Jahr um Gesamtsiege bei Langstreckenrennen kämpfen können. "AF Corse zählt zu den erfolgreichsten Teams im Motorsport", wurde Kubica in einer Pressemitteilung zitiert. "Ich bin sicher, dass wir zusammen gute Arbeit leisten werden. Außerdem kehre ich zu einem italienischen Team zurück, was für mich eine große Sache ist."

Robert Kubica zählt zu den Top-Fahrern auf der Langstrecke, Foto: LAT Images
Robert Kubica zählt zu den Top-Fahrern auf der Langstrecke, Foto: LAT Images

Kubica, der sich in seinen Anfängen unter anderem im italienischen Kart-Sport einen Namen machte und für höhere Aufgaben empfahl, startete zuletzt 2021 auf der Langstrecke für das Prema-Team aus Italien. Außerdem bestritt er einige Freie Trainings für das Formel-1-Team Alfa Romeo, zu dem er samt seinem langjährigen, persönlichen Sponsor Orlen aus Polen gehörte.

Bis zu seinem Rallye-Unfall wurde Kubica in der F1 immer wieder als möglicher Fahrer bei Ferrari gehandelt. 2024 könnte er dann auch tatsächlich in einem waschechten Ferrari-Sportwagen Platz nehmen...