Peugeot kehrt 2022 in die Langstrecken-Weltmeisterschaft zurück, verzichtet aber auf den Saisonauftakt im US-amerikanischen Sebring am 18. März 2022. Das gab der Autobauer aus Frankreich in einer Pressemitteilung an diesem Dienstag bekannt. Wann Peugeot sein erstes Rennen mit dem Hypercar namens 9X8 bestreiten wird, steht offiziell noch nicht fest.

Damit bleibt unklar, ob die Marke mit dem Löwen im Wappen bei den diesjährigen 24 Stunden von Le Mans an den Start gehen wird. Laut WEC-Geschäftsführer Frederic Lequien müsse Peugeot mindestens ein WEC-Rennen vor Le Mans bestreiten, um eine Einladung zu erhalten. Damit wäre ein Start beim 6-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps, dem letzten Lauf vor dem 24h-Rennen, am 07. Mai zwingend erforderlich.

"Wir werden Ende Februar eine Entscheidung bezüglich Le Mans 2022 treffen", teilte Peugeot auf Anfrage von Motorsport-Magazin.com mit.

Peugeot, das die 24 Stunden von Le Mans in den Jahren 1992 und 1993 sowie zuletzt 2009 gewinnen konnte, läuft langsam die Zeit davon. Ende Dezember vergangenen Jahres drehte das Hypercar mit einer Systemleistung von 500 kW (670 PS) erstmals Runden auf einer Rennstrecke. Der 2,6-Liter-Motor in V6-Anordnung mit zwei Turboladern lief erstmals im April 2021 auf dem Prüfstand.

Foto: Peugeot Sport

Obwohl noch nicht klar ist, bei welchen WEC-Rennen Peugeot 2022 an den Start gehen wird, hat der Hersteller zwei Hypercars für die Saison gemeldet. Auch Toyota, Glickenhaus und Alpine führen Autos in der Hypercar-Topklasse ins Rennen.

"Wir hätten uns entscheiden können, nur an ausgewählten Rennen teilzunehmen, ohne uns auf die Saison festzulegen", sagt Stellantis Motorsport-Direktor Jean-Marc Finot. "Das wäre möglich gewesen, aber weniger kohärent. Stattdessen haben wir einen Ansatz gewählt, der es dem Team ermöglicht, vollständig in die Disziplin einzutauchen, was zu einer viel engeren Zusammenarbeit mit den Organisatoren führt, auch wenn der 9X8 nicht bei jedem Rennen antritt, da unsere Entwicklungsarbeit und der Homologationsprozess weitergehen."

Foto: Uli Sonntag

Im Januar dieses Jahres setzt Peugeot seine Entwicklungsarbeit auf der Rennstrecke fort und kündigt Testfahrten auf einer monatlichen Basis an. Der 9X8 soll weiterhin ohne einen echten Heckflügel fahren. Stattdessen setzt das Designteam bislang auf Flügelelemente an den Seiten des Autos sowie einen ausladenden Diffusor am Heck.

"Diese Konfiguration ist gemäß den ACO/FIA-Hypercar-Vorschriften zulässig", sagt Olivier Jansonnie, Technischer Direktor des WEC-Programms von Peugeot Sport. "Unsere Berechnungen und Arbeiten im Windkanal haben die Relevanz unserer Entscheidung, ohne Heckflügel zu fahren, bestätigt. Wir erwarten, dass die Entwicklungen und Einstellungen, die diese Option erfordert, validiert werden, wenn wir sie auf verschiedenen Strecken mit unterschiedlichen Eigenschaften testen."

Technische Daten des Peugeot 9X8

  • Klasse: Le Mans Hypercar (LMH)
  • Länge: 5.000 mm
  • Breite: 2.080 mm
  • Höhe: 1.180 mm
  • Radstand: 3.045 mm
  • Antriebsstrang: Peugeot HYBRID4 500 kW (Allradantrieb)
  • Hinterradantrieb: 500 kW (680 PS), 2,6-Liter V6-Benzinmotor mit zwei Turboladern + sequenzielles Siebenganggetriebe
  • Frontantrieb: 200 kW Elektromotor-Generator + einstufiges Untersetzungsgetriebe
  • Batterie: Hochdichte 900-Volt-Batterie, gemeinsam entwickelt von Peugeot Sport, TotalEnergies/SAFT
  • Kraftstoff und Schmiermittel: TotalEnergies

Peugeot-Gesamtsiege bei den 24 Stunden von Le Mans

JahrFahrerAuto
1992Yannick Dalmas/Derek Warwick/Mark BlundellPeugeot 905 Evo 1B
1993Éric Hélary/Christophe Bouchut/Geoff BrabhamPeugeot 905 Evo 1B
2009Alexander Wurz/Marc Gené/David BrabhamPeugeot 908 HDi FAP