WEC

WEC 2019/20, Vorschau: Übergangs- statt Super Season

Zahlreiche Ausstiege großer Autobauer und der Verlust von Superstar Fernando Alonso überschatten den Saisonauftakt der WEC am Wochenende in Silverstone.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Am kommenden Wochenende startet die Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC in ihre achte Saison. Das erste von acht Rennwochenenden in der sogenannten Super Season 2019/2020 steigt in Silverstone. 31 Rennwagen in vier unterschiedlichen Klassen treten vom 30. August bis 01. September auf dem britischen Traditionskurs zum 4-Stunden-Rennen an.

Super Season, oder eher: Übergangs-Season. Die Ausstiege zahlreicher Hersteller und Teams haben die vergangene Saison und die kurze Sommerpause geprägt und werfen ihren Schatten auf die Weltmeisterschaft. Vor allem die LMGTE-Pro-Klasse, die zuletzt beim Saisonfinale in Le Mans für die meiste Action sorgte, hat Federn gelassen.

BMW hat sich nach nur einer Saison mit dem M8 GTE werksseitig zurückgezogen, auch Ford hatte bereits seinen Ausstieg mit dem Ford GT bekanntgegeben. Corvette ist in dieser Saison ebenfalls nicht mehr am Start. Damit stehen nur noch je zwei Ferrari, Porsche und Aston Martin im Starterfeld der GT-Pro-Kategorie.

In der Amateur-Klasse der GT-Rennwagen treten in Silverstone elf Autos von Porsche, Ferrari und Aston Martin gegeneinander an. Das deutsche Team Project 1, das in der Klasse die Weltmeisterschaft gewann, stockt auf einen zweiten 911 RSR auf. Insgesamt fünf Porsche nehmen es mit vier Ferrari 488 GTE EVO und zwei Aston Martin Vantage auf.

Prominente Ausstiege hat auch die Top-Klasse LMP1 zu verzeichnen. Das russische Team SMP Racing hat vorerst den Stecker gezogen. Als Nachfolger konnte die WEC immerhin das private Team LNT aus Großbritannien gewinnen, das mit zwei Ginetta-Rennwagen antritt.

Schwer wiegt auch der Verlust von Fernando Alonso im Starterfeld der Langstreckenserie. Nach zwei Weltmeisterschaften und zwei Gesamtsiegen in Le Mans, sucht der frühere Formel-1-Fahrer nach einer neuen Herausforderung. Statt mit Toyota im LM-Prototypen um Siege zu kämpfen, zieht es Alonso mit dem Autobauer aus Japan in Richtung Rallye Dakar 2020.

Mit dem früheren Le-Mans-Sieger Brendon Hartley hat Toyota zumindest einen prominenten Ersatzmann gefunden, der sich einen der beiden TS050-Hybride mit Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima teilt. An die Strahlkraft von Alonso reicht der Neuseeländer aber bei weitem nicht heran. Der zweite Werks-Toyota bleibt in seiner Fahrerzusammensetzung unverändert: Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose-Maria Lopez besetzen den #7 Toyota.

An einer weiteren absoluten Dominanz von Toyota führt wohl kein Weg vorbei, auch, wenn die Veranstalter den privaten LMP1-Teams ein wenig mit dem Reglement entgegengekommen sind. So sind die Toyotas 94 Kilogramm schwerer als die ohne Turboaufladung fahrenden Rebellion-Fahrzeuge und 85 Kilogramm schwerer als jene von Ginetta, die mit Turbo unterwegs sind. Beide Teams dürfen auch 61 Prozent (Rebellion) bzw. 50 Prozent (Ginetta) mehr Kraftstoff pro Stint nutzen.

Der private Rennstall aus der Schweiz stockt das Starterfeld in Silverstone mit einem weiteren Auto auf. Neben dem #1 Rebellion R13-Gibson (Bruno Senna/Gustavo Menezes/Norman Nato) startet beim Saisonauftakt ein zweiter Rebellion, den sich Audi-Werksfahrer und Le-Mans-Sieger Loic Duval, Nathanael Berthon und Pippo Derani teilen.

Einige Veränderungen gibt es ebenso in der LMP2-Klasse. Unter den acht Teams befinden sich mit United Autosports, JOTA, Cool Racing und Cetilar Racing vier neue Namen. Pastor Maldonado gab kürzlich bekannt, nicht mehr für JOTA anzutreten. Der frühere Formel-1-Fahrer wird durch Antonio Felix da Costa ersetzt, der parallel erneut in der Formel E starten wird - möglicherweise für Techeetah statt BMW.

Die WEC klammert sich in dieser Saison an die beiden Highlights im Rennkalender: Super Sebring (20. März 2020) zusammen mit der IMSA-Rennserie sowie das Finale in Le Mans (13.-14. Juni 2020). Die Hoffnungen der stark angeschlagenen Weltmeisterschaft ruhen auf 2021, wenn die neuen Hypercars der Serie zum neuen Glanz verschaffen sollen. Bislang haben sich nur Toyota und Aston Martin zum neuen Reglement, unter dem umgebaute Straßensportwagen die LMP1 als Top-Klasse ablösen, bekannt.

WEC-Rennkalender 2019/20

DatumRennen
1. September 20194 Stunden von Silverstone
6. Oktober 20196 Stunden von Fuji
10. November 20194 Stunden von Shanghai
14. Dezember 20198 Stunden von Bahrain
1. Februar6 Stunden von Sao Paulo
20. März 20201000 Meilen von Sebring
25. April 20206 Stunden von Spa-Francorchamps
13./14. Juni 202024 Stunden von Le Mans

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