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Audi, BMW, VW, Schnitzer, Mick: Dramatische Motorsport-Woche

Der deutsche Motorsport blickt auf eine aufreibende Woche zurück. Von Hersteller-Ausstiegen bis zum Ende von Schnitzer: die wichtigsten Ereignisse.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Was mit dem dramatischen Feuer-Unfall von Romain Grosjean beim Formel-1-Rennen in Bahrain begann, entwickelte sich zu einer aufreibenden Woche auch aus Sicht des deutschen Motorsports. Motorsport-Magazin.com fasst die wichtigsten Ereignisse der letzten Tage chronologisch zusammen.

Sonntag, 29. November - Daniel Abt unterbricht Motorsport-Karriere: Nach 13 Jahren im Automobilsport legt Daniel Abt eine Pause ein und wird aller Voraussicht nach 2021 keine Rennen bestreiten. Der 28-Jährige schließt sich stattdessen Sat.1 als neuem TV-Partner der Formel E an. Abt übernimmt die Rolle des Co-Kommentators und Experten. Nach zuletzt sechs Jahren in der Formel E mit Audi lehnt er eine mögliche Zukunft mit dem chinesischen Team NIO 333 ab und wechselt aus dem Cockpit in die Sprecherkabine.

Montag, 30. November - Dieter Gass nicht mehr Audi-Motorsportchef: Die Woche begann mit der Verabschiedung von Dieter Gass bei Audi nach neun Jahren in leitenden Motorsport-Funktionen. Mit Julius Seebach, 36-jähriger Geschäftsführer der Audi Sport GmbH, wurde gleichzeitig der Nachfolger präsentiert. Die genauen Gründe für Gass' Aus sind weiterhin nicht bekannt. Ihm sollen Angebote innerhalb des Konzerns vorliegen. Mit Gass gewann Audi zwischen 2012 und 2020 drei Mal die 24 Stunden von Le Mans und holte vier Fahrer-Titel in der DTM.

Montag, 30. November - Audi steigt aus Formel E aus und in Rallye Dakar ein: Nach der Saison 2021 verabschieden sich die Ingolstädter werksseitig aus der Formel E. Stattdessen erfolgt ab 2022 der Einstieg in die Rallye Dakar mit einem alternativ angetriebenen Prototypen. Ab 2023 will Audi zudem unter dem neuen LMDh-Reglement zu den 24 Stunden von Le Mans zurückkehren. In beiden Programmen soll der erfolgreiche Vierzylinder-Turbomotor aus der DTM erneut zum Einsatz kommen.

Dienstag, 01. Dezember - Volkwagen beendet alle Motorsport-Aktivitäten: Nach mehr als 50 Jahren zieht VW den Stecker und stellt seine Aktivitäten auf der Rennstrecke ein. Die 169 Mitarbeiter der Volkswagen Motorsport GmbH sollen in die VW AG integriert werden. Die Wolfsburger blicken zurück auf Erfolge bei der Rallye Dakar, der Rallye-Weltmeisterschaft und der Rallycross-WM. Seit einem halben Jahrhundert engagierte sich Volkswagen zudem in unterschiedlichen Nachwuchsserien und Markenpokalen.

Mittwoch, 02. Dezember - Mick Schumacher mit Haas in die Formel 1: Es ist offiziell, Mick Schumacher startet ab 2021 mit dem US-Rennstall Haas in der Königsklasse des Formelsports. Neben dem Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher tritt der Russe Nikita Mazepin für das Team unter der Leitung von Günther Steiner an. Mick Schumacher krönt sich am darauffolgenden Wochenende in Bahrain beim letzten Saisonrennen zum FIA Formel-2-Meister 2020.

Mittwoch, 02. Dezember - BMW steigt aus der Formel E aus: Nach Audi zieht auch BMW den Stecker und kündigt seinen werksseitigen Ausstieg zum Ende der Saison 2021 an. Als Grund geben die Münchner einen ausgereizten Technologietransfer zur Serienproduktion an. Während Audi selbst die Startplatzlizenz in der Formel E hält, liegt diese im Falle von BMW beim langjährigen Partner Andretti. 2021 starten Maximilian Günther und Neuzugang Jake Dennis in die dritte und letzte Saison des BMW-Werksteams. Im Gegensatz zu Audi stellt BMW kein längerfristiges Programm im Motorsport vor.

Freitag, 04. Dezember - BMW trennt sich von Schnitzer und RBM: Im Zuge einer laut BMW "erforderlich gewordenen Neuausrichtung der werksbasierten Teamstruktur" wird die Zusammenarbeit mit Schnitzer Motorsport, dem erfolgreichsten Team der BMW-Geschichte, nicht fortgeführt. Der neue Kurs kostet auch das belgische Team RBM von Bart Mampaey den Job. Mit Schnitzer feierte BMW in mehr als 50 Jahren schier unzählige Erfolge und Gesamtsiege bei 24-Stunden-Rennen, in der DTM oder bei Tourenwagenmeisterschaften. Mit der weiteren Entwicklung des neuen BMW M4 GT3 wird das zweifache DTM-Meisterteam RMG betreut.