Die Reifen bleiben eines der heißesten Themen im MotoGP-Titelkampf 2026. Zuletzt in Spielberg setzte Lieferant Michelin am Hinterrad einmal mehr auf seine spezielle Konstruktion mit steiferer Karkasse, die auf Strecken mit vielen harten Beschleunigungszonen und dementsprechend großer Belastung am Heck für mehr Langlebigkeit und Konstanz der Reifen sorgen soll.

Ducati geht mit steiferem Michelin-Hinterreifen unter

Ein Reifentyp, mit dem Ducati seit Jahren einfach nicht zurechtkommt. So auch beim Österreich-Grand-Prix vor zwei Wochen: Marc Marquez war im Rennen als Fünfter bester Ducatisto, verlor mehr als sieben Sekunden auf die Siegerzeit von KTM-Pilot Pedro Acosta. Auch gegen die Aprilias von Jorge Martin, Marco Bezzecchi oder Ai Ogura waren die amtierenden Weltmeister chancenlos.

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Im Vorfeld des Japan-Grand-Prix am Wochenende dürfte daher ein Raunen durch die Reihen in Borgo Panigale gegangen sein, als das Reifenkontingent für den Auftakt zur MotoGP-Überseetournee bekanntgegeben wurde: Da in Motegi neu asphaltiert wurde und Michelin im Vorfeld des Rennwochenendes keine Testfahrten durchführen konnte, tappt der Reifenlieferanten bezüglich des anfallenden Verschleißes größtenteils im Dunkeln. Lediglich Computersimulationen dienen als Anhaltspunkt.

Michelin setzt erneut auf Ducatis Nemesis

Um nicht in grobe Probleme zu geraten, hat sich Michelin deshalb zu einer Erweiterung seiner Palette entschieden: Anstatt normalerweise zwei Vorderreifen und zwei Hinterreifen stehen jeweils drei unterschiedliche Typen zur Verfügung. An der Front sind das die Mischungen Soft, Medium und Hard mit derselben Steifigkeit wie im Vorjahr, allesamt in symmetrischer Ausführung. Alles neu ist am Heck: Im Vorjahr kamen hier Soft und Medium zum Einsatz. Für 2026 neu ist ein Hard, wobei alle drei Gummimischungen steifer ausfallen. Als Mittel gegen die wohl extrem griffige und damit reifenmordende neue Oberfläche verwendet Michelin beim Hard zusätzlich die steifere Karkasse, wie sie eben zuletzt auch in Spielberg zum Einsatz kam.

Pedro Acosta fuhr mit den steiferen Michelins beim Österreich-GP in einer eigenen Liga, Foto: MotoGP Press
Pedro Acosta fuhr mit den steiferen Michelins beim Österreich-GP in einer eigenen Liga, Foto: MotoGP Press

Der große Unterschied: Während beim Österreich-Grand-Prix alle Hinterreifen mit der steiferen Karkasse ausgestattet waren, ist es in Motegi eben nur der Hard. Möglicherweise führt bei Ducati und seinen Superstar Marc Marquez also ein Weg an diesem ungeliebten Reifen vorbei. Für die Zeitenjagden im Training und Qualifying wird dieser ohnehin kein Thema sein, auch zwölf Sprintrunden sollten mit Soft oder Medium locker zu bewältigen sein. Spannend wird es allerdings im Rennen über 24 Runden.

Erschwert Wetter die MotoGP-Reifenwahl in Motegi?

Um dafür einen klaren Plan zu haben, wird jede Menge Versuchsarbeit mit den unterschiedlichen Slicks notwendig sein. Ob die MotoGP-Stars dazu ausreichend Zeit haben werden, ist allerdings fraglich. Denn für Freitagmorgen ist in Motegi Regen prognostiziert, womit die Suche nach dem richtigen Reifen zumindest im 1. Freien Training wortwörtlich ins Wasser fallen würde. Das restliche Wochenende wird laut den Voraussagen hingegen bei ruhigem Wetter über die Bühne gehen: Trockene Strecke und Außentemperaturen von rund 20 Grad erwarten die MotoGP-Stars am Samstag und Sonntag.

Im Vorfeld des Japan-Grand-Prix herrscht also Ungewissheit im Feld der Königsklasse. Passenderweise will in dieser Situation auch keiner der WM-Anwärter die Favoritenrolle annehmen: