Er hat es schon wieder getan! Nachdem Marc Marquez bereits im Vorlauf des Ungarn-GPs vor zwei Wochen die Favoritenrolle von sich schob, einen Sieg als unmöglich bezeichnete und dann trotzdem das Double holte, legte er jetzt auch in Brünn nach. Lautete die Ansage am Donnerstag noch, dass ein Platz in den Top-Fünf das einzig korrekte Ziel sei, überquerte er die Ziellinie am Sonntag im Tschechien-Grand-Prix abermals als Erster. Spätestens mit diesem Sieg ist nun klar: Mit Marquez ist wieder zu rechnen - und daraus macht der Superstar jetzt auch selbst keinen Hehl mehr.
Zurück im Spiel! Marc Marquez meldet sich im MotoGP-Titelkampf an
Nur 40 Punkte trennen ihn nach dem neunten von 22 geplanten Grands Prix in der laufenden MotoGP-Saison 2026 noch von WM-Leader Marco Bezzecchi, der am Sonntag aufgrund einer Strafe gar nicht erst mitfahren durfte. Kaum vorstellbar, aber vor drei Wochen waren das noch 102 Punkte Rückstand. "Ich war im Krankenhaus. Nach Mugello lag ich eigentlich schon am Boden. Ich weiß nicht, warum wir jetzt nur noch 40 Punkte hinter dem Ersten liegen. Aber damit sind wir natürlich wieder im Spiel", fand der Titelverteidiger überraschend klare Worte.
Eigentlich ist Marquez in solchen Situation ja dafür bekannt, die Erwartungen lieber zu dämpfen und den Druck von sich zu schieben. Doch der 33-Jährige aus Cervera hat nach seinem Sieg im Tschechien-GP offenbar so viel Blut geleckt, dass er darauf keine Lust mehr hat. "Ich muss jetzt noch ein Rennen die Füße still halten und Assen überleben. Dann kommt der Sachsenring und dann hoffe ich, dass ich nach der Sommerpause in den Attacke-Modus wechseln kann", lautete die Botschaft, die Bezzecchi und Co. gehörig Angst machen dürfte.
Bei 100 Prozent war Marquez nämlich auch Sonntag noch längst nicht, und doch war er schon jetzt nicht mehr zu schlagen. Knapp eine Sekunde setzte sich der Spanier nach seinem rennentscheidenden Überholmanöver in nur anderthalb Runden von Teamkollege Francesco Bagnaia ab, ließ den Weltmeister von 2022 und 2023 praktisch stehen. Und das schlimme: Da hätte sogar noch mehr möglich sein sollen. "Ich will mich [während der Sommerpause, Anm.] wieder in eine akzeptable körperliche Verfassung bringen, damit ich so fahren kann, wie ich das will. Heute hätte das Motorrad im letzten Teil des Rennens noch schneller fahren können. Das Problem war nur, dass ich nicht bis zum Limit pushen konnte", kommentierte Marquez mit breiter Brust.
Ai Ogura lässt Marc Marquez zittern: Doch der Ducati-Pilot hält Stand
Da stellt sich die Frage: Wer soll diesen Marquez eigentlich noch stoppen, wenn er nach der Sommerpause dann tatsächlich in den 'Attack-Mode' wechseln kann? Vielleicht ja Ai Ogura. Der Japaner war am Sonntag zumindest mal in der Lage, Marquez ins Wanken zu bringen. "Ich habe schon hinter Pecco gesehen, dass meine Pace gut war", berichtete der Ducati-Pilot, wann er zum ersten Mal so richtig an den Rennsieg gedacht hatte. "Aber ich bin dann hinter ihm festgehangen, konnte ihn lange nicht überholen. Als ich es dann endlich geschafft hatte, hatte ich etwas Angst vor Ai, weil er im letzten Teil des Rennens normalerweise immer so schnell ist."

Tatsächlich war Ogura das auch diesmal wieder, kam in der letzten Runde noch auf vier Zehntelsekunden an Marquez heran. Das lag aber primär auch an einem kleinen Patzer der Nummer 93: "Mir ist am Ausgang von Kurve 12 ein kleiner Fehler unterlaufen. Mit Ai in meinem Rücken habe ich mich dann gar nicht wohl gefühlt. Ich wusste nicht, wo er genau war, deshalb habe ich in Kurve 13 verteidigt und bin dann früh ans Gas gegangen, um auch Kurve 14 zuzumachen. Ich habe das Moto2-Rennen gesehen und mir gesagt, dass mir das auf keinen Fall auch passieren kann."
Im Rennen der mittleren WM-Klasse hatte David Alonso in der Schlussschikane die Tür nicht vollständig geschlossen und den Rennsieg dadurch noch an Ivan Ortola verloren. Marquez wollte eine Wiederholung dieses Szenarios unbedingt vermeiden und öffnete den Gashahn deshalb sehr früh - beinahe zu früh. Er hatte einen kleinen Wackler, das Heck brach kurzzeitig aus. Weil Ogura aber nicht in Schlagdistanz war, reichte es dennoch zum zweiten GP-Sieg in Serie. "Das war ein tolles Gefühl, die Ziellinie als Erster zu überqueren", hielt Marquez abschließend fest.
Es ist ein Gefühl, an das sich Marc Marquez in den kommenden Monaten vielleicht wieder gewöhnen kann. Was meint ihr: Muss der Ducati-Superstar inzwischen sogar wieder als Favorit auf den WM-Titel im Jahr 2026 gesehen werden? Sagt es uns in den Kommentaren!



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