Marco Bezzecchi und die MotoGP-Sprints? Das passt im Jahr 2026 einfach nicht! Während Markenkollege Ai Ogura am Samstag in Brünn bis zum Schluss um den Sieg kämpfte, spielte der WM-Führende zu keiner Zeit eine Rolle an der Spitze. Platz fünf schien dagegen lange wie das Maximum, aber nicht einmal diesen brachte 'Bezz' letztlich über die Ziellinie. Er stürzte kurz vor Schluss schon zum vierten Mal im erst neunten Sprint der laufenden Saison.
Marco Bezzecchi nimmt MotoGP-Sturz im Brünn-Sprint auf eigene Kappe
Was passiert war? Das war zunächst unklar. Die TV-Kameras hatten seinen Abflug in Kurve drei nicht live eingefangen, waren zu diesem Zeitpunkt vielmehr auf den Dreikampf an der Spitze zwischen Francesco Bagnaia, Ogura und Marc Marquez fokussiert. Eine Wiederholung klärte später aber auf: Bezzecchi hatte beim Einlenken in die Linkskurve T3 schlicht die Front verloren, sein Vorderrad war eingeklappt. Seht hier selbst:
"Leider ein kleiner Fehler meinerseits. Ich war während des gesamten Sprints etwas am Limit unterwegs und habe dann die Front in Kurve drei verloren", berichtete Bezzecchi nach Sprintende in seiner Medienrunde. Ganz erklären konnte er nicht, warum ihm das Vorderrad eingeklappt war. Die Schuld nahm der Aprilia-Pilot aber dennoch auf sich: "Ich habe zu diesem Zeitpunkt eigentlich damit angefangen, dass Rennen zu verwalten, weil mehr [als Platz fünf, Anm.] nicht mehr möglich war. Deshalb habe ich diese Art von Sturz auch nicht erwartet. Aber wenn du stürzt, dann hast du letztendlich immer einen Fehler gemacht."
Das Problem: Es war wie eingangs angesprochen schon der vierte Fehler in einem Sprint in der laufenden MotoGP-Saison. Im Kampf um die Weltmeisterschaft droht das so langsam zur Bürde zu werden, denn in Brünn konnten seine Verfolger Jorge Martin (noch 15 Punkte), Fabio Di Giannantonio (36), Marc Marquez (65) und Francesco Bagnaia (69) ihre Rückstand allesamt verringern. Einzig der WM-Vierte Pedro Acosta machte nach einem Sturz in Kurve elf keinen Boden gut.
Marco Bezzecchi gibt zu: MotoGP-Sprintmisere beschäftigt ihn jetzt
Warum es am Samstag in diesem Jahr einfach nicht rund läuft? "Das frage ich mich selbst auch", konnte Bezzecchi keine Erklärung für seine Sprintschwäche abgeben und gab anschließend offen zu, dass ihn das so langsam beschäftigt: "Ich würde mich gerne an jedem Tag fantastisch auf dem Motorrad fühlen, aber aus irgendeinem Grund habe ich am Samstag Probleme. Das ist nicht leicht, mit dieser Situation umzugehen. Anfangs habe ich mir noch gesagt, dass ein Fehler okay sei, dass zwei Fehler okay seien. Aber heute bin ich schon etwas mitgenommen und traurig."
Was Hoffnung macht: Bislang meldete sich 'Bezz' nach Patzern im Sprint einen Tag später immer eindrucksvoll zurück. In Buriram und in Austin gewann er daraufhin den Grand Prix, in Jerez holte er Platz zwei hinter Alex Marquez. Auf ein ähnlich starkes Ergebnis hofft der WM-Führende auch jetzt wieder: "Der Samstag ist jetzt gelaufen, daran kann ich nichts mehr ändern. Ich werde erst nächste Woche in Assen wieder an den Samstag denken. Stattdessen werde ich mich jetzt auf morgen fokussieren und versuchen, ein besseres Rennen zu fahren sowie das Wochenende auf bestmögliche Art und Weise abzuschließen."
Warum sich Alex Marquez am Samstagmittag nach einem bislang eigentlich sehr ordentlichen MotoGP-Comeback vom restlichen Wochenende in Brünn zurückzog, erfahrt ihr in diesem Artikel:



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