Die MotoGP ist zurück auf der Traditionsstrecke in Assen. Seit Gründung der Motorrad-Weltmeisterschaft war die niederländische Strecke die einzige, die jedes Jahr mit dabei war - bis die Corona-Pandemie diese Serie 2020 beendete. Seit 2021 ist die Dutch TT wieder mit von der Partie.

Der erste Lauf in Assen fand bereits 1925 statt. Seit 1955 wird das Rennen nicht mehr auf öffentlichen Straßen, sondern auf dem TT Circuit Assen ausgetragen. Im Jahr 2006 wurde der Kurs von 7,705 Kilometer auf 4,555 Kilometer verkürzt. Grund für die Umbaumaßnahmen waren dringend benötigte neue Parkplätze. Der Kurs wird im Uhrzeigersinn befahren, ist 14 Meter breit und hat zwölf Rechts- und sechs Linkskurven. Die längste Gerade misst 487 Meter. Die wohl berühmteste der meist leicht überhöhten Kurven ist wohl die letzte Schikane vor der Zielgeraden, wo sich in der Vergangenheit schon sehr häufig Dramen in der letzten Runde abgespielt haben.

Die Ehre des Rekordsiegers in Assen gebührt Valentino Rossi, der in der Königsklasse bereits acht Mal (insgesamt sogar zehnmal) auf dem Traditionskurs triumphieren konnte. 2017 holte die MotoGP-Legende dort auch ihren letzten Sieg in der Motorrad-Weltmeisterschaft.

Die Geschichte

Ein Held in Tränen: 2013 musste Jorge Lorenzo für Platz fünf alles geben, Foto: Milagro
Ein Held in Tränen: 2013 musste Jorge Lorenzo für Platz fünf alles geben, Foto: Milagro

Assen war schon immer eine Strecke, auf der Triumph und Tragödie besonders nah zusammenlagen. 1992 kam Mick Doohan als überlegener WM-Führender in die Niederlande. Im Training brach er sich das rechte Bein. Wegen der nachlässigen Arbeit der behandelnden Ärzte entging der Australier nur knapp der drohenden Amputation. Fünf Jahre später geriet die Hand von Alex Criville bei einem Trainingssturz unter seine Repsol Honda. Während das Bike über den Asphalt raspelte, konnte sich der Spanier nicht befreien. Die Schäden an Knochen und Nerven setzten ihn für fünf Rennen außer Gefecht.

Auch Jorge Lorenzo pflegte nicht die besten Erinnerungen an die Strecke in den Niederlanden. 2011 wurde er von Marco Simoncelli bereits in Runde eins abgeschossen, 2012 wiederholte Alvaro Bautista dieses Kunststück. 2013 stürzte Lorenzo im nassen Donnerstagstraining und brach sich das linke Schlüsselbein. Über Nacht flog der Yamaha-Pilot zurück nach Spanien, ließ sich dort operieren und trat am Samstag vollgepumpt mit Schmerzmitteln zum Rennen an. Unter Tränen und unglaublichen Schmerzen ertrotze Lorenzo Platz fünf.

Die Statistik

Rauchzeichen: Valentino Rossi siegte insgesamt acht Mal in Assen, Foto: Milagro
Rauchzeichen: Valentino Rossi siegte insgesamt acht Mal in Assen, Foto: Milagro

Seit der Premieren-Saison zählt Assen zum Kalender der Motorrad-Weltmeisterschaft. Der Kurs sorgte schon oft für Regenschlachten und spannende Rennen sowie faustdicke Überraschungen: So feierte Ben Spies 2011 seinen einzigen MotoGP-Sieg an der Kathedrale und auch Jack Miller triumphierte im Jahr 2016 völlig unerwartet. Im Laufe der Jahre siegte der "Doktor" in Assen acht Mal in der MotoGP-Klasse. 100.000 der begeisterten Niederländer finden sich jedes Jahr wieder in Assen ein, um das Ringen um Siege und Punkte aus nächster Nähe live zu erleben, 2022 zum ersten Mal seit drei Jahren.

MotoGP-Rekorde Assen

KategorieRekord und Fahrer
Rekordsieger: Valentino Rossi (8)
Rundenrekord: 1:32.869 (Fabio Quartararo 2021)
Quali-Rekord: 1:31.814 (Maverick Vinales 2021)
Top-Speed: 319.8 km/h (Andrea Iannone 2015)