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MotoGP-Eklat: Mir erhebt schwere Vorwürfe gegen Miller

Joan Mir und Jack Miller verstrickten sich beim MotoGP-Rennen in Katar in einem Kleinkrieg. Nach dem Zieleinlauf teilten sie auch verbal aus.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Weltmeister Joan Mir und Ducati-Star Jack Miller hatten im MotoGP-Rennen am Sonntag in Katar nichts mit den vordersten Plätzen zu tun. Doch mit einem harten Zweikampf zu Rennmitte sicherte sich das Duo die Aufmerksamkeit der TV-Kameras. Nach dem Zieleinlauf legten die beiden Streithähne verbal nach. "Ich glaube, er hat das absichtlich gemacht", prangerte Mir eine Aktion von Jack Miller an.

MotoGP Katar II: Dicke Luft zwischen Joan Mir und Jack Miller: (11:27 Min.)

Was war passiert? In der 13. Runde duellierten sich Mir und Miller um den fünften Platz, als der Spanier in Kurve 10 auf der Innenbahn angriff, Miller berührte und nach außen schickte. Am Ende der Runde kam Mir beim Beschleunigen auf Start/Ziel etwas weiter nach außen auf den Kerb ab und kam erneut in Kontakt mit Miller, der seine Linie hart verteidigte. Danach bedachten sich beide mit Kopfschütteln und Handgesten.

"Ich war in der letzten Kurve etwas weit und als ich wieder zurück wollte, hat Jack seinen Kopf bewegt und mich gesehen. Ich war so weit draußen, wie es ging, aber er zog zu mir herüber und wir berührten uns. Das hätte beinahe zu einem Crash auf der Geraden geführt. Diese Aktion war sehr riskant und gefährlich, mehr muss ich dazu eigentlich nicht sagen", wütete der MotoGP-Weltmeister.

Miller konnte die harsche Kritik nicht nachvollziehen: "Es gab ein paar Berührungen, aber das war in diesem Rennen eben so. Jeder hat gesehen, was passiert ist und wir sind danach normal weitergefahren. Da war eigentlich nicht viel. Er ging weit und wollte dann zurück. Im Moment schert sich eben niemand darum, wo auf der Strecke schon jemand anderer ist."

Eine Frage des Respekts?

Ein Statement, dass Mir so nicht stehen lassen wollte: "Ich respektiere meine Gegner, während Jack in diesem Fall keinen Respekt gezeigt hat. Er hat genau gesehen, dass ich gekommen bin und hat trotzdem nach außen gezogen. Ich habe ihn auch gesehen, weshalb ich nicht zu stark nach innen gefahren bin."

War es also ein Revanchefoul von Miller für die Attacke in Kurve zehn, die ihn einen Platz gekostet hatte? Mir ließ sich jedenfalls die Möglichkeit eines nachträglichen Einspruchs bei den Stewards offen: "Das Team wird entscheiden, ob wir hier etwas unternehmen. Diese Szene muss noch einmal beurteilt werden, denn das war über dem Limit. Wenn er das absichtlich gemacht hat, dann verdient er eine Strafe."

Miller hingegen wertete die Szene als normalen Rennunfall: "Wenn ich dafür die Schwarze Flagge bekommen hätte, würde hier irgendetwas falsch laufen." Die Stewards sahen während des Rennens kein Vergehen und schlossen die Untersuchung ohne weitere Konsequenzen für einen der beiden Fahrer ab. Ob Suzuki tatsächlich Protest eingelegt hat, ist bislang noch nicht bekannt.


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