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MotoGP - Pol Espargaro: Sorge um Honda-Umstellung

Pol Espargaros Abenteuer als Honda-Werkspilot hat begonnen. Einfach wird der Einstieg allerdings nicht, vor allem die wenigen Test-Möglichkeiten sorgen ihn.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Für Pol Espargaro hat mit dem Repsol-Honda-Launch am Montag der Beginn eines lange gehegten Traumes begonnen: Er ist offiziell in seine Zeit als Pilot im Honda-Werksteam gestartet. Die eigentliche Arbeit beginnt jedoch erst jetzt - und vor allem die begrenzte Testzeit vor dem Saisonstart in Katar macht dem Neuzugang Sorgen.

Nach vielen Fahrer im KTM-Werksteam und davor im Kundenteam von Yamaha muss sich der jüngere Espargaro 2021 komplett umgewöhnen: An ein neues Team, einen neuen Hersteller, eine neue Arbeitsweise und natürlich an ein neues Motorrad. Gerade in einer solchen Situation braucht ein MotoGP-Pilot natürlich jede Test-Möglichkeit, die er kriegen kann. Aufgrund der anhaltenden Corona-Krise geht Espargaro in dieser Hinsicht jedoch fast leer aus.

In Sepang wird in diesem Jahr gar nicht getestet. Alles, was den MotoGP-Fahrer bleibt, sind insgesamt fünf Testtage auf dem Losail International Circuit in Katar vor dem Saisonstart Ende März. Keineswegs ideale Voraussetzungen, das weiß auch Espargaro. "Es ist zu 100 Prozent nicht die perfekte Ausgangslage", erklärt der Spanier im Rahmen der Honda-Präsentation vor der MotoGP-Presse.

"Wir haben nur fünf Tage, um für das erste Rennen in Katar fit zu sein. Aber das ist keine Ausrede. Ich komme neu ins Team und weiß um die aktuelle Situation." Durch dieses Vorab-Wissen hat man sich bei Honda auch schon einen Schlachtsplan zurechtgelegt, um Espargaro den Einstieg in sein neues Team zu erleichtern. "Wir haben uns schon eine Strategie vor dem ersten Rennen zurechtgelegt", verrät Espargaro. "Ich denke, wir haben eine gute Ausgangslage geplant, in der ich viel lernen und Probleme in den ersten Rennen des Jahres aus dem Weg gehen kann."

Die Nummer 44 ist jetzt auf der Repsol Honda zu sehen - Foto: Repsol Honda

Pol Espargaro: Wir brauchen Marc

Wie genau sein Plan aussieht, das wollte der jüngere Espargaro-Bruder nicht verraten. Er macht allerdings kein Geheimnis daraus, dass er vor allem auf seinen Teamkollegen baut, um die Honda RC213V kennenzulernen. "Sicher ist, wir brauchen Marc", stellt er klar. Denn nur sein Neu-Teamkollege war in den letzten Jahren in der Lage, mit der aggressiven Honda richtig umzugehen und dadurch den Großteil der WM-Titel für sich zu entscheiden.

Deshalb wird Marquez bei Espargaros Katar-Tests im Fokus stehen - auch wenn er selbst nicht anwesend sein wird. "Ich werde mich ein paar Tage vor Beginn der Tests mit allen Ingenieuren treffen und alle Kurven in Katar analysieren", verrät Espargaro. "Ich muss verstehen, wie Marc seine Saves gelingen. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass das zur DNA der Honda gehört. Ich muss lernen, wie das geht."

Nur so glaubt Espargaro, die Honda auf dem richtigen Fuß kennenlernen zu können. Und das wird notwendig sein, wenn er den Ansprüchen, die sein neuer Arbeitgeber und auch er selbst an sich stellen, gerecht werden möchte. "Honda ist ein Sieger-Team mit einem Sieger-Motorrad. Sie erwarten von ihren Piloten Rennsiege und Titelgewinne", stellt Espargaro klar. "Die Ergebnisse müssen kommen. Marc hat mit dem Bike bewiesen, dass es möglich ist. Das wird von mir erwartet."


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