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MotoGP Spielberg 2020: Die Reaktionen zum Chaos-Rennen

Crashes, Dramen und ein neuerlicher Spielberg-Sieger Andrea Dovizioso. Das sagten die MotoGP-Fahrer zum irren Österreich-GP.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Motorsport-Magazin.com - 1. Andrea Dovizioso (Ducati): "Dieser Sieg fühlt sich eigenartig an. Einerseits weil wir heute zwei Rennen gefahren sind und das alles andere als einfach ist. Man muss beim Restart erst wieder richtig Energie aufbauen. Ich konnte das Rennen aber gut managen, weil ich in ein paar Kurven schneller war. Der Hinterreifen hat stark nachgelassen, aber ich war auf der Bremse sehr stark. So konnte ich die Pace bestimmen. Es ist wirklich schön, hier so zurückzukommen und zu gewinnen. Vielen Dank an mein Team."

2. Joan Mir (Suzuki): "Es ist ein unglaublicher Tag. Wir hatten schon in einigen Rennen die Pace für das Podium, aber aus unterschiedlichen Gründen und wegen etwas Pech haben wir es nicht geschafft. Heute hat es endlich geklappt und ich freue mich extrem. Vielen Dank an mein Team, sie waren großartig seit ich hier bin. Jetzt will ich einfach nur diesen Moment genießen."

3. Jack Miller (Pramac Ducati): "Ich hatte keine andere Wahl, als die weichen Reifen zu wählen, denn ich hatte keinen Medium mehr über und den Hard habe ich das ganze Wochenende nie probiert. Ich musste das Rennen deshalb so anlegen, dass ich zu Beginn voll gepusht habe. Obwohl es verkürzt war, hat es sich lang genug angefühlt. Vor allem wenn man eine Weile führt ist es ganz schön stressig. Ich freue mich über das Podium, auch wenn ich Platz zwei knapp verpasst habe. Da ist mir ein Fehler passiert und Mir konnte vorbei. Hut ab vor ihm! Es ist cool, ihn auf dem Podium und den alten Hund wieder ganz oben zu sehen."

Joan Mir steht zum ersten Mal auf dem Podium - Foto: MotoGP

4. Brad Binder (KTM): "Heute lief es viel besser als erwartet und ich bin glücklich über die vierte Position. Es war hart, aber ich konnte zu Beginn einige Plätze gutmachen und dann nach der Roten Flagge von einer besseren Startposition noch einmal angreifen. Ich habe dann zwar nicht mehr allzu viele Fahrer überholt, aber es gab noch einige Stürze. Das war schon ziemlich glücklich für mich."

5. Valentino Rossi (Yamaha): "Es war wirklich schrecklich. Extrem gefährlich. Wir können heute ein Dankesgebet verrichten, woran auch immer man glaubt. Scheiße, mir geht es immer noch nicht gut. Diese Situation hat mir wirklich Angst gemacht und es war nicht einfach, wieder auf das Motorrad zu steigen. Aber wir haben keine Wahl. In den letzten Jahren fahren in der MotoGP alle sehr aggressiv, auch in den kleineren Klassen schon. Das kann ich verstehen und das ist auch in Ordnung, aber man darf es nicht übertreiben. Wir müssen einander respektieren und dürfen nicht vergessen, dass unser Sport sehr gefährlich sein kann. Wir sollten alle darüber nachdenken."

https://www.motorsport-magazin.com/motogp/news-265175-motogp-alle-infos-zum-horror-crash-in-spielberg/

6. Takaaki Nakagami (LCR Honda): "Ich bin mit P6 zufrieden und es war ein großartiges Rennen. Ich bin froh, dass bei dem Unfall, der zum Abbruch geführt hat, niemand verletzt wurde. Danahc war es nicht einfach, wieder auf das Motorrad zu steigen. Aber das Team hat mir sehr viel Energie gegeben und meine Rennpace war danach gut. Ich bin sehr froh, dass wir dieses Rennen mit einem so guten Resultat beenden konnten."

7. Danilo Petrucci (Ducati): "Ich wusste, dass mir heute ein schwieriges Rennen blühen würde. Ich habe leider in der Konfusion der ersten Runden ein paar Plätze verloren und habe mich auch nicht hundertprozentig wohl gefühlt auf dem Motorrad. Ich habe immer noch Probleme mit dem Bremsen, hatte zwar eine gute Pace, aber die Jungs vorne waren weit weg. Für die nächsten Rennen ist es wichtig, dass ich ein besseres Qualifying zeige."

8. Fabio Quartararo (Petronas Yamaha): "Ich habe am Start ein paar Positionen verloren und habe sofort gefühlt, dass meine Bremsen nicht hart genug zugriffen. In Turn 4 hinein hatte ich plötzlich gar keine Bremswirkung mehr. Es war ein sehr schwieriges Rennen, denn auf dieser Strecke geht es eigentlich nur um spätes und hartes Bremsen. Wir müssen dieses Problem analysieren und sicherstellen, dass es nächste Woche nicht noch einmal auftritt."

9. Iker Lecuona (Tech3 KTM): "Das Rennen war sehr schwierig, aber ehrlich gesagt bin ich sehr happy. Ich bin zum ersten Mal in der MotoGP ins Ziel gekommen. Ich habe zu Beginn ein wenig Boden verloren, habe mich dann aber verbessert. Nach dem Restart habe ich mich einfach darauf konzentriert, keine Plätze zu verlieren. Das habe ich nicht nur geschafft. Ich konnte mich sogar verbessern, da meine Pace sehr gut war. Ich habe das ganze Rennen über mit vielen Fahrern gekämpft und habe die Lücke zu Quartararo verwaltet."

Maverick Vinales schrammte knapp an einer Katastrophe vorbei - Foto: MotoGP

10. Maverick Vinales (Yamaha): "Ich habe nur ein Kratzen auf dem Asphalt gehört und dachte sofort: 'Scheiße, da ist jemand gestürzt.' Dann habe ich den Einschlag von Johanns Bike gehört und sah schon die Trümmer fliegen. Da habe ich nur noch die Hände nach oben genommen um mich zu schützen. Anschließend bin ich sofort wieder ans Gas, weil ich mir nicht sicher war ob das Rennen unterbrochen wird. Man darf da einfach nicht mehr dran denken, sonst kann man nicht mehr schnell fahren."

11. Aleix Espargaro (Aprilia): "Ich kann nicht ganz zufrieden sein. Im ersten Rennen habe ich mich gut gefühlt, aber nach dem Restart hatte ich einfach nicht mehr das gleiche Gefühl. Ich wollte nicht auf den Medium-Reifen wechseln, also musste ich einen gebrauchten Soft-Reifen nehmen. Unsere Gegner konnten dieses bisschen Extra-Grip ausnutzen, was uns davon abgehalten hat, so zu kämpfen wie in den ersten acht Runden."

12. Michele Pirro (Pramac Ducati): "Es war ein hartes Rennen, weil ich von ganz hinten gestartet bin. Am Ende konnte ich aber Platz zwölf und vier Punkte holen. Nächste Woche möchte ich mich noch einmal steigern. Es freut mich natürlich auch, dass Ducati gewonnen hat und Jack auf das Podium gefahren."

13. Bradley Smith (Aprilia): "Das zweite Rennen lief für mich auf jeden Fall besser, auch wenn ich am Ende ein wenig mit Reifen und Benzin haushalten musste. Dadurch habe ich meinen Vorteil gegen Pirro und Marquez eingebüßt. Es war aber insgesamt ein solides Wochenende, an dem wir ein paar Schritte in die richtige Richtung unternommen haben."

Bradley Smith kam in die Punkte - Foto: MotoGP

14. Alex Marquez (Repsol Honda): "Das Rennen lief nicht wie gewünscht. Zunächst hatte ich zwar ein gutes Gefühl, aber dann kam die Rote Flagge. Beim Restart war ich zwar am Start stark, aber dann war das Gefühl plötzlich nicht mehr das gleiche und ich bekam Probleme."

15. Cal Crutchlow (LCR Honda): "Im ersten achtründigen Rennen habe ich mich gut gefühlt und konnte gut pushen. Nach dem Restart konnte ich den 8. Platz übernehmen. Dann unterlief mir aber ein Fehler beim Schalten, wobei ich dachte, dass ich ein Problem mit dem Motorrad hätte. Ich hatte einen zu hohen Gang drinnen und zog schon an die Seite der Strecke, weil die Leistung nachließ. Ich muss mich daher bei meinem Team entschuldigen."

16. Tito Rabat (Avintia Ducati): "Ich hatte einen guten Start und konnte zwei Positionen gewinnen. Danach hatte ich aber Probleme, die Pace zu halten. Aber immerhin war die Spitzengruppe gar nicht so weit weg, auch wenn ich ohne Punkte geblieben bin. Nächste Woche haben wir ja eine neue Chance."

17. Stefan Bradl (Repsol Honda): "Es war erneut ein hartes Wochenende für uns. Wir haben nie unseren Speed erreicht, der notwendig gewesen wäre, um konkurrenzfähiger zu sein. In den Trainings, in denen die Strecke nass oder noch feucht war, haben wir wertvolle Zeit verloren. Deshalb konnten wir nicht alle Teile durchtesten, wie es ursprünglich vorgesehen gewesen wäre. Dieser Umstand hat unsere Vorbereitung auf das Rennen eingeschränkt, so dass unsere Konkurrenzfähigkeit darunter gelitten hat."

DNF Alex Rins (Suzuki): "Beim Restart hatte ich sofort ein gutes Gefühl für das Motorrad und den Hinterreifen. Als ich hinter Dovi lag, wusste ich, dass ich die Pace hatte, in Führung zu gehen. Daher habe ich ihn überholt, wo ich mich am stärkste fühlte: Turn 6. Leider habe ich dann aber Front verloren und bin gestürzt. Das ist echt schade, aber alles ist so eng beisammen und ich bin schon für das nächste Wochenende bereit."

Pol Espargaro schrieb erneut einen Nuller an - Foto: MotoGP

DNF Pol Espargaro (KTM): "Ich war in dieser Kurve sehr weit, wie auch in einigen Kurven davor. Miguel war an dieser Stelle aber auch seit weit außen - wir haben das in den Daten nachgesehen. Ich habe das Gas auf der Außenbahn aufgemacht, er auf der Innenbahn, wir haben und nicht gesehen und sind kollidiert. Das war ein Rennunfall. Ich war schon auf der weißen Linie und konnte nicht mehr weiter raus"

DNF Miguel Oliveira (Tech3 KTM): "Wir haben heute viel Speed gezeigt und ich glaube, da hätten wir ein sehr gutes Ergebnis erzielen können. Leider hatte Pol Probleme auf der Bremse und ich sah, dass er in einigen Kurven weit ging. In Kurve 4 bin ich einfach nach innen gefahren. Irgendwie ist er dann sehr schnell wieder zurückgekommen und wir sind kollidiert. Ich habe nichts tun können, um den Unfall zu vermeiden."

DNF Franco Morbidelli (Petronas Yamaha): "Er (Zarco; Anm.) ist ein halber Mörder. Bei 300 km/h so zu bremsen zeigt, dass du wenig auf dich selbst und deine Gegner achtest. Ich hoffe, dass ihn dieser Unfall zum Nachdenken bringt, denn es war gefährlich für mich und ihn, aber auch für Vale und Maverick, die sich in einer langsamen Kurve befanden und ein Motorrad mit 280 km/h auf sich zukommen sahen."

DNF Johann Zarco (Avintia Ducati): "Ich habe Franco auf der Geraden zuvor überholt und musste deshalb weiter nach links, weil er auf der rechten Seite war. Dadurch konnte ich mich nicht voll in die Linkskurve lehnen und bin etwas weiter gegangen. Es war aber keine verrückte Linie. Ich fahre dort normalerweise relativ ähnlich. Ich wollte Franco nicht den Weg abschneiden. Das ist an dieser Stelle zu gefährlich und ich bin vernünftig genug, so etwas nicht zu machen. Ich hatte keine böse Absicht. Franco war auf jeden Fall überrascht und hat mich dann durch die Wirkung des Windschattens berührt."


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