MotoGP

Dovizioso nach Duell mit Rossi: Ich wollte nicht wegschmeißen

Der Meister der letzten Runde wurde diesmal selbst im finalen Umlauf überrumpelt. So erlebte der MotoGP-Vizeweltmeister sein Duell mit Valentino Rossi.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Andrea Dovizioso hat den besten Saisonstart seiner MotoGP-Karriere hingelegt. Zum ersten Mal steht er nach den ersten beiden Rennen mit 41 WM-Punkten da. Auf seinen Sieg in Katar folgte am Sonntag in Argentinien ein dritter Platz. Das kostete ihn zwar die WM-Führung, doch bei Dovizioso überwog die Erleichterung über den erreichten Podestplatz.

"Unser Ziel war das Podium und das habe ich erreicht. Diese Punkte sind wichtig", zog der MotoGP-Vizeweltmeister sein Fazit. Im Gegensatz zum Auftaktrennen konnte Dovizioso den amtierenden Champion Marc Marquez diesmal nicht fordern. Aber auch gegen Valentino Rossi zog er den Kürzeren, als dieser ihn in der letzten Runde mit einer Attacke überrumpelte.

Dovizioso: Kein Risiko eingehen

"Leider hat der Reifen nicht so funktioniert wie erhofft", gestand der Ducati-Fahrer. "Ich war in den letzten zehn Runden nicht so schnell wie erwartet und konnte keine Lücke auf Vale herausfahren. Dadurch konnte er meine Linie ziemlich gut studieren und in der letzten Runde das Überholmanöver setzen."

Genau an der richtigen Stelle, denn Dovizioso konnte sich dort nicht verteidigen. "Als er an mir vorbeizog, hatte ich wirklich Angst zu stürzen, da ich an dieser Stelle überhaupt keinen Grip hatte. Daher wollte ich kein Risiko eingehen und die 16 Punkte wegschmeißen. Das wäre keine gute Strategie gewesen."

So ließ Dovizioso Rossi ziehen. Aufgrund des mangelnden Grips gegen Ende haderte er allerdings mit seiner Reifenwahl. Denn der Italiener setzte auf den weichen Hinterreifen, während Rossi die Medium-Mischung an seiner Yamaha montiert hatte. "Ich bin nicht glücklich, wie dieser Reifen im Rennen funktioniert hat. Ich kann aber noch nicht sagen, ob der Medium tatsächlich besser gewesen wäre. Dazu muss ich den Rennverlauf noch einmal genau studieren", so Dovizioso.

Austin wird ähnlich schwierig

Dass er in diesem Jahr mit schärferen Waffen ausgestattet ist, liegt für den Italiener auf der Hand: "Im Vorjahr waren wir fast eine Sekunde pro Runde langsamer als heute. Damals war ich auch nur Sechster. Wir haben uns also massiv verbessert." Für Dovizioso war es der erst zweite Podestplatz in Argentinien und der erste seit 2015. Für das kommende Rennen in Austin gelten ähnliche Ausgangsbedingungen: Auch dort verpasste Desmo-Dovi zuletzt dreimal in Folge die Top-3.

"In Austin ebenfalls auf das Podium zu fahren, wird schwierig. Aber das ist das Ziel und das haben wir auch hier erreicht. Ein Podest wäre in Austin wie ein Sieg", so Dovizioso, der in der WM-Wertung nur vier Punkte hinter Marc Marquez liegt.


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