MotoGP

MotoGP-Technik: Ducati 2019 wohl mit Triple-Flügel

Beim Testauftakt präsentiert, in Katar bereits voll integriert. Ducati tritt in der MotoGP 2019 wohl mit einem dreifachen Flügel an.
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Ducati wird wohl mit dem Triple-Winglet in die neue MotoGP-Saison starten. Die Konstruktion, die beim Test in Sepang erstmals eingesetzt wurde, war am Sonntag bei den Testfahrten in Katar erneut an den Ducati von Andrea Dovizioso und Danilo Petrucci zu sehen. Diesmal aber nicht in Karbonschwarz, sondern rot lackiert und damit bereits in das fertige Design der Desmosedici integriert.

"Ja, es sieht danach aus, dass wir den Triple-Flügel einsetzen werden", gestand Vizeweltmeister Dovizioso nach dem Testtag. Damit geht Ducati wieder einmal extravagante Wege in der MotoGP, denn die Konkurrenz fuhr bislang nur Lösungen auf, die auf den Winglets des vergangenen Jahres basieren.

Ducatis Modular-System nicht mehr erlaubt

Eine Änderung des Reglements führt in der neuen Saison dazu, dass Ducati sein bisher eingesetztes modulares System 2019 nicht mehr nutzen darf. Das Vorjahresmodell der Desmosedici umfasste einen großen Flügel auf jeder Seite, von dem einzelne Teile abgenommen werden konnten. So variierte die Ducati-Aero je nach Strecke.

Der abgeänderte Punkt 2.4.10.d) des Technischen Reglements schreibt nun aber vor, dass die vor dem Auftaktrennen in Katar homologierte Variante der Frontverkleidung unverändert eingesetzt werden muss und keine Teile abgenommen werden dürfen. Pro Fahrer und Saison steht jeweils ein Update zur Verfügung, das allerdings den gleichen Restriktionen unterliegt.

Laut Jack Miller, der bei Pramac Racing ebenfalls eine Werks-Ducati des aktuellen Jahrgangs einsetzen darf, hat die neue Aero-Variante Vorteile: "Der Richtungswechsel fällt mit diesem Motorrad leichter. Ich habe diese Verkleidung leider nicht hier, weil ich meine in Sepang geschrottet habe. Aber ich vertraue Ducati voll und ganz und denke, dass wir mit dieser Lösung in die Saison starten werden."

Neue Konstruktion zur Homologation

Dieses Metallgestell entscheidet über Legalität oder Illegalität - Foto: MotoGP/Screenshot

Die bloße Existenz der Winglets ist allerdings eine Farce und eine Verhöhnung des Reglements. Denn in Punkt 2.4.8. des Technischen Reglements sind Flügel oder Finnen nach wie vor explizit verboten. Die Regelhüter legten im gleichen Paragrafen allerdings fest, dass der Technische Direktor, Danny Aldridge, die einzige Entscheidungsgewalt über die Legalität oder Illegalität einer Flügel-Konstruktion hat.

Aldridge entschloss sich im Winter zu einer Lösung der alten Schule und fuhr bei den Wintertests mit einem tragbaren Metallgestell auf. Diese Schablone bildet exakt die Maximalmaße der Front eines MotoGP-Motorrads ab: Bis zur Höhe von 550 Millimeter über dem Boden dürfen die Bikes eine Breite von 550 Millimeter aufweisen, darüber ist eine Breite von 600 Millimeter erlaubt. Kann ein Motorrad komplett in die Schablone eingeschoben werden, entspricht es den erlaubten Maßen. Winglets hin oder her.


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