MotoGP

MotoGP: Andrea Dovizioso lehnt erstes Ducati-Vertragsangebot ab

Andrea Dovizioso ist Ducatis größte Hoffnung auf den MotoGP-Titel. Das erste Vertragsangebot der Italiener hat Dovizioso allerdings abgelehnt.
von Sophie Riga

Motorsport-Magazin.com - Die Silly Season der MotoGP ist in vollem Gange. Die Gerüchte kochen hoch, Fahrer werden in alle möglichen Teams geschrieben. Ducati-Pilot Andrea Dovizioso sorgte in dem ganzen Durcheinander jetzt allerdings für eine Überraschung. Obwohl er bei Ducati eigentlich auch für die Zukunft als gesetzt gilt, lehnte Dovizioso das erste Vertragsangebot seines Arbeitgebers ab.

Nicht nur für Fans auf der ganzen Welt kommt diese Entwicklung überraschend, sondern auch für das Ducati-Team selbst. Anfang April diesen Jahres ließ der Team-Manager der Roten, Davide Tardozzi, noch verlauten, dass man mit Dovizioso kurz vor einer erneuten Vertragsverlängerung steht.

Gegenüber der britischen 'Autosport' erklärte Doviziosos Agent Simone Battistella: "Wir sind weit (von einer Vertragsverlängerung) entfernt. Wir haben bereits ein Meeting mit Ducati gehabt, aber wir haben uns entschieden, dass wir weiterarbeiten müssen, damit Andrea sich wohl fühlt." Das klingt erstmal nicht nach der heilen Welt, die man von der Traumehe Ducati und Dovizioso erwartet.

In der Vergangenheit hat der Italiener in Sachen Gehalt nicht mit den Top-Piloten in der Königsklasse mithalten können, erbrachte aber auch nicht die Leistungen eines beispielsweise Marc Marquez. Das hat sich mit der Saison 2017 allerdings dramatisch geändert. Dovizioso ist jetzt eine feste Größe im Ducati-Lager, der im Moment einzige Hoffnungsträger auf die WM-Chance und Vize-Weltmeiste der vergangenen Saison. Sechs der letzten 16 Rennen konnte Dovizioso für sich entschieden und liegt in der aktuellen WM-Wertung sogar vor Marquez.

Andrea Dovizioso ist fester Bestandteil des Ducati-Teams in der MotoGP - Foto: gp-photo.de/Ronny Lekl

All das sind gute Gründe für Dovizioso, sich nicht mit dem erstbesten Angebot von Ducati zufrieden zu geben. Battistella erklärt jedoch, dass die Forderungen des Italieners keinesfalls utopisch sind. "Der Fahrer verlangt nichts Außergewöhnliches oder gar Unmögliches. Nur das, was er verdient, wenn man seine Leistungen berücksichtigt. Im Moment sind wir fernab von einem Deal."

Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass Dovizioso in Zukunft nicht mehr in Rot unterwegs sein wird. Zwar spricht der Italiener offenbar auch mit Honda und Suzuki, im Fahrerlager ist man sich jedoch größtenteils einig, dass Dovizioso auch in den kommenden Jahren für Ducati an den Start gehen wird. Nur die Verhältnisse dürften sich innerhalb des Teams verschieben.

Doviziosos aktueller Vertrag soll laut Gerüchten unter zwei Millionen Euro Wert sein, während Teamkollege Jorge Lorenzo dagegen mit 12 Millionen Euro die größte Gage im aktuellen MotoGP-Feld kassiert. Für die Erfolge im Team, den aktuellen 1. Platz in der Fahrerwertung und die aktuellen dritten Plätze in der Konstrukteurs- und Teamwertung ist jedoch Dovizioso zuständig. Lorenzo kommt nach wie vor nicht optimal mit der Ducati Desmosedici zurecht, Siege sind bisher ausgeblieben.

Das bringt Dovizioso in den Vertragsverhandlungen in eine angenehme Position, in der es durchaus vertretbar ist, nicht gleich das erste Angebot anzunehmen. Denn Ducati braucht den Italiener, wollen sie in naher Zukunft um den langersehnten nächsten WM-Titel kämpfen.


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