MotoGP

Yamaha: Richtungsstreit Valentino Rossi gegen Maverick Vinales

Yamaha kommt bei den MotoGP-Testfahrten für die Saison 2018 einfach nicht voran. Valentino Rossi und Maverick Vinales verlangen unterschiedliche Dinge.
von Markus Zörweg

Motorsport-Magazin.com - Ganz unangenehme Situation für Yamaha: Während Erzrivale Honda die MotoGP-Testfahrten am neuen Chang International Circuit in Thailand dominierte und mit Cal Crutchlow, Marc Marquez und Dani Pedrosa alle drei Tagesbestzeiten einheimste, fuhren Maverick Vinales und Valentino Rossi weit hinterher. Vinales beendete den Test in Buriram als Achter in der kombinierten Zeitenliste, Rossi kam gar nur auf Rang zwölf.

Yamaha hatte in Thailand und auch bereits am letzten Tag in Sepang, wie schon in der gesamten Vorsaison, gewaltige Probleme bei hohen Asphalttemperaturen. Ein Schicksal, das Rossi und Vinales teilen. Besonders blöd für Yamaha ist aber, dass die beiden Teamkollegen in ganz unterschiedlichen Bereichen zu kämpfen haben. Etwas, das sich bereits in ihrer ersten gemeinsamen Saison 2017 abgezeichnet hatte.

Während Vinales vor allem das Verhalten beim Anbremsen und am Kurveneingang bemängelt, hadert Rossi mit der Performance beim Herausbeschleunigen. "Es war ein weiterer schwieriger Test, wie schon zuletzt in Sepang. Wir haben immer noch keine Lösung für unsere Probleme gefunden, die in meinem Fall vor allem beim Anbremsen liegen", erklärte Vinales, dessen Probleme wohl am ehesten durch Veränderungen am Chassis lösbar sind.

Valentino Rossi kämpft mit Yamaha-Elektronik

Rossis Sorgen in den Beschleunigungsphasen sind hingegen am wahrscheinlichsten durch Anpassungen in der Elektronik zu beheben, wie der 39-jährige Routinier auch selbst vermutet: "Es ist schwer einzuschätzen, wer wie stark ist. Manche Hersteller waren hier und gut und in Sepang schlecht oder umgekehrt. Wir haben aber definitiv Probleme und müssen uns steigern. Das ist uns bisher vor allem im Bereich der Elektronik nicht gelungen. Ich habe in letzter Zeit sehr viel mit den Ingenieuren gesprochen und versucht, so viel Feedback wie möglich zu geben. Für mich ist das Problem ziemlich eindeutig, aber es ist nicht einfach, es zu lösen." Zustimmung erhält Rossi von seinem Teamchef Massimo Meregalli: "Wir wissen, dass wir im Bereich der Elektronik noch Luft nach oben haben. Aber egal was wir im Moment versuchen, wir kommen nicht wirklich weiter."

Vinales oder Rossi - wer bekommt seine Wünsche von Yamaha erfüllt? - Foto: Yamaha

Nun soll Yamaha also im Idealfall zwei völlig unterschiedliche Baustellen innerhalb der letzten drei Testtage in Katar Anfang März abschließen - ein nahezu unlösbares Unterfangen. Man muss sich daher wohl für die von einem Piloten gewünschte Entwicklungsrichtung entscheiden - und damit den anderen Fahrer vor den Kopf stoßen. Vinales stellte schon am Samstag in Thailand klar, dass er die volle Unterstützung Yamahas brauchen würde. "Ich brauche ein Motorrad, das für mich funktioniert. Ich kann nicht mit dem Bike eines anderen Piloten schnell sein, wenn ich ganz anders fahre", meint er da.

Verdient hätten die Anerkennung Yamahas zweifelsohne beide Werkspiloten. Valentino Rossi holte auf der M1 vier MotoGP-Weltmeistertitel und Maverick Vinales zeigte in der vergangenen Saison, dass er zu den heißesten Eisen der Königsklasse gehört. Es kann aber wohl nur einen geben…


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