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MotoGP

Rossi gegen Ducati - Mugello sucht den Superstar

Wer sorgt dafür, dass auf dem Podium in Mugello erstmals seit 2008 wieder die italienische Hymne erklingt: Valentino Rossi oder die Ducatis?
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Seit Valentino Rossis Siegesserie in Mugello 2009 endete, hat zum Leidwesen der Fans kein Italiener mehr den Italien GP gewonnen. Die große Frage vor der 2015er Ausgabe des Rennens ist nun: Wer soll die Tifosi erlösen? Altmeister Valentino Rossi oder die Ducati-Piloten?

"Viele würden sich über einen Sieg von mir freuen und viele würden sich über einen Ducati-Sieg freuen", drückte es Rossi diplomatisch aus. "Es war doch schon in Katar super, als drei Italiener auf dem Podium standen. Ich denke, dann sind die Italiener eh happy. Aber Marc [Marquez] und Jorge [Lorenzo] werden etwas dagegen haben."

Es war doch schon in Katar super, als drei Italiener auf dem Podium standen. Ich denke, dann sind die Italiener eh happy.
Valentino Rossi

Ducati-Pilot Andrea Dovizisio meinte, ein Sieg wäre ein Traum. Und die Tatsache, dass alle viel erwarten, bedeute, dass sie nah dran sind. "Wir müssen schauen, denn in Le Mans waren wir gut, aber nicht gut genug. Klar ist es hier anders, wir hatten einen Test, alle haben hart gearbeitet und es ist ein anderes Layout", überlegte er. "Alle sind hier verdammt stark: die Yamahas, Marc." Die Gunst der Fans sieht Dovizioso ebenfalls realistisch: "Die meisten sind hier für Vale, das ist die Realität. Aber wir Ducatis versuchen, das zu ändern."

Andrea Iannone sieht seinen Teamkollegen dabei mit den besseren Chancen. "Ein Sieg ist bei mir wohl unrealistisch, auch wegen der frischen Verletzung", spielte er auf den beim Mugello-Test erlittenen Haarriss im Musikantenknochen an. Bereits in Le Mans war Iannone mit der schmerzhaften Verletzung gefahren und angesichts des Handicaps mit Rang fünf zufrieden. "Ich konnte hart kämpfen - erst um das Podium, dann mit Marc. Das war natürlich top mit den Schwierigkeiten. Aber am Montag hatte ich extreme Schmerzen", erinnerte er sich.

Die meisten sind hier für Vale, das ist die Realität. Aber wir Ducatis versuchen, das zu ändern.
Andrea Dovizioso

Als er rund drei Wochen nach dem Test-Sturz eine MRT-Untersuchung machen lässt, wird dabei der Haarriss offenbar. "Ich bliebe ruhig und arbeite hart, um so gut wie möglich beim Rennen fit zu sein", kündigte Iannone an. "Es ist ein toller Moment für mich, hier zu sein mit so einem starken Bike. Für uns sollte viel drin sein und ich werde alles geben. Der Test war natürlich auch gut für uns. Aber da habe ich mich auch verletzt und das war ja alles andere als gut!"

Mit guten Erinnerungen kommt Iannone dennoch an die Strecke, denn er absolvierte zusammen mit Dovizioso, Yonny Hernandez und Danilo Petrucci einen Showrun. "Siena war fantastisch. Als italienischer Fahrer ein italienisches Bike in so einem Ort zu fahren, ist echt top", schwärmte er. Für Petrucci ist das ganze Rennwochenende ohnehin ein Traum. "2005 habe ich das Rennen vom Sofa aus gesehen und jetzt bin ich dabei. Es ist wie ein Traum für mich!", sagte er. "Ich will in die Top-10, das ist das Ziel." Er habe über den Winter hart gearbeitet. "Ich bin noch nicht perfekt auf dem Bike, aber Ducati arbeitet hart, mich in die perfekte Position auf dem Bike zu bekommen."


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