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Großer Unterschied zur Honda - Bradl: 50 Runden beim Yamaha-Debüt

Stefan Bradl brachte einen erfolgreichen ersten Tag als Yamaha-Fahrer hinter sich. So schwierig gestaltete sich sein Umstieg:
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Stefan Bradl hat seinen ersten Tag in den Diensten seines neuen Arbeitgebers Forward Racing hinter sich gebracht. Nach drei Jahren auf einer Factory Honda musste sich der ehemalige Moto2-Champion an eine Open-Yamaha gewöhnen. 50 Runden drehte Bradl beim ersten von drei Testtagen in Valencia am Montag.

Ich habe mich von Beginn an wohl gefühlt. Allerdings sind Wohlfühlen und schnell sein zwei Paar Schuhe.
Stefan Bradl

"Natürlich ist es eine große Veränderung, aber nichts Wahnsinniges. Es ist ein anderes Motorrad, aber eines, das ich fahren kann. Ich habe mich von Beginn an wohl gefühlt. Allerdings sind Wohlfühlen und schnell sein zwei Paar Schuhe", sagte Bradl. Auf die Bestzeit von Jorge Lorenzo fehlten ihm am Ende des Tages 1,2 Sekunden, was aber immerhin zu Rang zwölf reichte.

Wichtiger als der Zeitenvergleich war für Bradl an diesem Tag freilich die Anpassung an das künftige Arbeitsgerät. "Mein erster Eindruck war, dass das Motorrad beim Umlegen sehr gut, der Speed in den Kurven hoch und der Motor sehr ruhig ist. Das hat mich überrascht. Ich fühle etwas weniger Power und man merkt schon, dass es kein stufenloses Getriebe gibt."

Noch im Honda-Stil unterwegs

"Ich muss meinen Weg finden. Die Geschwindigkeit auf den Geraden geht mir etwas ab. Sobald es in die Kurven geht, fühle ich mich aber gut. Noch bin ich im Honda-Stil unterwegs, aber das wird jetzt sicher von Tag zu Tag besser", so Bradl.

Er wirkt nett, wir müssen uns aber erst kennenlernen.
Bradl über Baz

Zum ersten Mal seit seinen Moto2-Zeiten muss sich der Deutsche seine Box wieder mit jemandem teilen. Mit dem um zwei Köpfe größeren Teamkollegen Loris Baz machte er kurz vor Beginn des Tests am Montag Bekanntschaft. Der erste Eindruck war gut. "Er wirkt nett, wir müssen uns aber erst kennenlernen", sagte Bradl.

Baz hatte ganz andere Sorgen als den Teamkollegen. Für den großgewachsenen Franzosen stand am Montag die Umstellung vom Kawasaki-Superbike auf eine MotoGP-Maschine von Yamaha auf dem Programm. "Der Tag lief sehr gut. Ich bin ohne Erwartungen gekommen und wollte es einfach mal versuchen."

Die Unterschiede seien aber groß. "Du musst mit diesem Motorrad komplett anders fahren als mit dem Superbike. Gerade in den Kurven merkt man die Unterschiede", so Baz. Aufgrund seiner Körpergröße muss seine Crew an den verbleibenden zwei Tagen noch leichte Veränderungen vornehmen.

"Vor allem die Sitzposition muss ich noch anpassen. Das ist uns heute noch nicht perfekt gelungen. An kann noch etwas am Sitz und der Geometrie machen. Aber wir haben heute schon einen guten Job erledigt, weil ich mich am Ende des Tages deutlich wohler gefühlt habe als zu Beginn", sagte Baz.


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