MotoGP

Motoczysz: Ein Amerikaner auf dem Weg in die MotoGP

Im Frühjahr 2004 machte ein amerikanischer Millionär mit einer Nachricht auf sich aufmerksam. Er kündigte ein amerikanisches MotoGP-Motorrad an!
von Joachim Edeler

Motorsport-Magazin.com - Michael Czysz. Diesen Namen sollten sich die Motorrad-Fans merken. Der Amerikaner ist nicht nur sehr reich, er hat auch ein Faible für schnelle Motorräder. Und er kann schnelle Motorräder auch sehr schnell bewegen. Das bewies er in Portland (USA), als er am 15. September 2004 zum ersten Mal sein eigenes Motorrad mit der Bezeichnung C1 auf einer Rennstrecke bewegte.

Um das Projekt eines amerikanischen MotoGP-Motorrads verwirklichen zu können bedurfte es auch tatkräftiger Unterstützung internationaler Firmen. Angesichts der Tatsache, dass Czysz sehr vermögend ist mag es kaum verwundern, dass mit den Firmen Elf, Michelin, Öhlins, Brembo und weiteren Zulieferern ein optisch ansprechendes Motorrad konstruiert werden konnte. Doch auch im technischen Bereich weist die Maschine einige interessante Details auf.

So hat Czysz den Motor patentieren lassen. Das Triebwerk sitzt längs im Chassis und ist mit 16 Zentimetern nicht breiter als der Hinterreifen. Er hat vier Zylinder, die über über 15 (!) Ventile beatmet werden. Zwei entgegengesetzt rotierende Kurbelwellen sollen Schwingungen im Motor gänzlich eliminieren und das Triebwerk hört sich an wie ein Twin. Die Kraft wird über eine Doppelkupplung an das Getriebe geleitet.

Auch die Schwingen-Konstruktion weist ungewöhnliche Details auf. Sie kommt ohne eine Umlenkung aus, was prinzipiell dem Stand der 80er Jahre entspricht. Die Kette liegt fast vollständig frei, die Auspuff-Anlage mündet seitlich knapp vor dem Hinterrad. Eingebremst wird das Motorrad von einer mächtigen Brembo-Anlage. Zwei seitliche Ram-Air Einlässe sorgen für eine gute Füllung der Zylinder.

Die vordere Gabel weist im unteren Bereich eine weitere Besonderheit auf. Sie soll weit stabiler sein als jede existierende Konstruktion im Segment der Teleskop-Gabeln. Der fünffache AMA-Meister Rich Oliver testete die so genannte 6X-Flex-Gabel und bescheinigte ihr beeindruckende Leistungsfähigkeit. "Mit dieser Gabel am Rennmotorrad wird man einige Rundenrekorde brechen".

Das Motorrad soll zum ersten Mal beim amerikanischen MotoGP-Lauf in Laguna Seca seine Konkurrenzfähigkeit beweisen. Noch ist die Maschine komplett in silber lackiert, doch angeblich wird Red Bull das amerikanische Team sponsern. Red Bull ist ebenfalls der Sponsor des amerikanischen Grand Prix in Laguna Seca.


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