MotoGP

Dovizioso und Spies bremsen die Euphorie - Fortschritt der Ducati noch fraglich

Die künftigen Ducati-Piloten Andrea Dovizioso und Ben Spies sehen in Rossis zweiten Rang von Misano noch keinen definitiven Sprung nach vorn.
von Eva Wagner

Motorsport-Magazin.com - Der zweite Platz von Valentino Rossi vor heimischer Kulisse in Misano brachte die Ducati-Anhänger zum Jubeln. Vielfach war bereits die Rede davon, dass der italienische Hersteller mit dem neuen Chassis nun endlich auch unter trockenen Bedingungen konkurrenzfähig sei. Doch schon in Aragon wurden die Ducati-Höhenflüge mit dem Sturz von Nicky Hayden und Rang acht von Rossi wieder gestoppt.

Auf die Euphorie-Bremse drücken auch der künftige Werksfahrer Andrea Dovizioso und der angehende Ducati Junior Team-Pilot Ben Spies. Beide werden im November in Valencia erstmals die Chance haben, sich im Rahmen von Testfahrten als Bezwinger der scheinbar unzähmbaren Ducati zu beweisen - und sehen hinter der tatsächlichen Verbesserung noch große Fragezeichen.

Ich bin überzeugt, dass der Test vor dem Rennen in Misano den großen Unterschied beim Resultat von Valentino Rossi ermöglicht hat
Andrea Dovizioso

"Ich bin überzeugt, dass der Test vor dem Rennen in Misano den großen Unterschied beim Resultat von Valentino [Rossi] ermöglicht hat", sagte Doviziso MCN mit Hinblick auf die zweitägige Testreihe, welche Ducati Anfang September abgehalten hat. "Er hat ein wirklich gutes Rennen absolviert, weil er konstant war. Aber es war auch jeder wenigstens eine Sekunde langsamer als im Vorjahr. Wenn wir ein normales Wochenende gehabt hätten, wären alle solche Rundenzeiten gefahren, aber niemand weiß, ob Ducati und Valentino diese Zeiten hätten mitgehen können."

Wir hatten nur etwa eine Stunde und 20 Minuten im Trockenen vor dem Rennen und ihm standen über 100 Runden in der Woche zuvor zur Verfügung - also hatten sie wirklich einen großen Vorteil gegenüber uns
Ben Spies

Die Ansicht des Italieners teilt auch Ben Spies. "Er hatte ein gutes Rennen und ist Zweiter geworden, aber jeder hätte ein besseres Rennen erlebt, wenn wir mehr Zeit unter trockenen Bedingungen gehabt hätten. Wir hatten nur etwa eine Stunde und 20 Minuten im Trockenen vor dem Rennen und ihm [Rossi] standen über 100 Runden in der Woche zuvor zur Verfügung - also hatten sie wirklich einen großen Vorteil gegenüber uns. Aber das Tempo, dass er im Rennen konstant hingelegt hat, war bisher nicht der Fall in der Saison. Das ist also positiv."

Dovizioso ist nun gespannt, ob Rossi auch bei den kommenden Läufen in Asien nachlegen kann. "Es war schön ihn vorn und konkurrenzfähig zu sehen. Ich will ihn in Japan und Malaysia sehen, um zu schauen, ab sie wirklich näher dran sind. Valentino ist dort sehr schnell und wenn sie ähnlich schnell sind wie in Misano, würde es bedeuten, dass wirklich ein Schritt nach vorn gelungen ist", so der Italiener.


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