Der Geschäftsleiter von Yamaha Motor Racing, Lin Jarvis ist einer der Hauptverantwortlichen der Verpflichtung von Valentino Rossi 2003, der eine sehr erfolgreiche Zeit folgte. Jetzt ist diese Ära vorbei, aber mit Jorge Lorenzo hat man weiter einen Weltmeister im Team.

Auch der neue Fahrer, Ben Spies, machte auf der Werks-Yamaha zu den Wintertests einen starken Eindruck, aber auch der Kontrahent von Honda hat über den Winter seine Hausaufgaben gemacht und schloss die Tests als schnellstes Team ab. "Die Fakten lügen nicht", hält Jarvis fest, "Die Honda sind sehr schnell und konstant. Ich würde nicht sagen, dass die Leute die Yamaha unterschätzen. Ich würde sagen: Unterschätzt die Honda nicht!"

"Wir werden konkurrenzfähig sein", ist sich Jarvis sicher, "Das kommt auf die Strecke an. Auf verwinkelten Kursen werden wir einen Vorteil haben, aber auf Strecken, wo es auf Beschleunigung ankommt - da müssen wir dran arbeiten." Dieser Aspekt wird von beiden Fahrern gewünscht. Bei sechs erlaubten Motoren in der Saison ist es aber schwierig einen guten Kompromiss aus Haltbarkeit und Leistung zu finden.

Konstanz ist der Schlüssel

Die Yamaha war letztes Jahr nicht das schnellste Motorrad im Feld, aber mit viel Konstanz konnte ein nervenstarker Lorenzo die Krone holen. 2011 wird es ähnlich sein. Nach dem starken Test in Sepang sind die heißesten Anwärter auf den Titel für Jarvis Casey Stoner, Dani Pedrosa und Jorge Lorenzo. "Valentino braucht in meinen Augen noch etwas Zeit, um sich auf das Motorrad einzustellen. Unterschätze niemals Valentino, aber bei nur noch vier Wochen bis zum Saisonauftakt, braucht er noch etwas mehr Zeit", ist sich Jarvis sicher.

Stoner ist einer der schnellsten MotoGP-Fahrer, der leider zu oft stürzt, Foto: Ronny Lekl
Stoner ist einer der schnellsten MotoGP-Fahrer, der leider zu oft stürzt, Foto: Ronny Lekl

Auch was Ben Spies angeht, ist sich Jarvis sicher: "Er wird sicher ein ´Joker‘ sein. Er ist sehr Konstant und sehr schnell. Er hat uns bei den Tests alle überrascht." Für Jarvis ist außerdem klar, dass Colin Edwards 2011 wieder in die Top-5 fahren kann, so wie es ihm bereits 2009 geglückt ist. Rossis Weggang zu Ducati sieht Jarvis aber auch nicht als Problem, was die Entwicklung des Motorrades angeht, denn mit Edwards haben sie einen der erfahrensten Piloten im Paddock und auch Lorenzo hat gelernt ein Motorrad zu entwickeln, genauso wie Ben Spies.