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Moto2

Folger in den Top-10, Cortese und Schrötter auf 12 und 13 - Niederlande GP: Die deutschen Fahrer im Check

Schwieriges Rennen für die deutschen Moto2-Fahrer in Assen: Folger als Zehnter bester Deutscher, Cortese und Schrötter auf 12 und 13.
von Redaktion Motorsport-Magazin.com

Sonntag:

Jonas Folger (10.): Jonas Folger hielt am Sonntag in Assen die Deutschland-Fahne hoch. Während es für die Schweizer Piloten abwärts ging, fiel Folger zwar auf Rang zehn zurück, konnte seine Position in den Top-10 dann aber bis zum Rennende halten. Damit ist Folger der beste, deutsche Pilot in Assen.

"Das Rennen war bei weitem nicht das, was wir erwartet haben. Der Start war ok, aber ab der ersten Kurve habe ich mir schwer getan. Ich konnte den Speed nicht mitgehen und musste mich schließlich dort einreihen, wo ich gefahren bin. Ich hatte extreme Probleme mit dem Grip und auf der Bremse im Kurveneingang. Als bei den anderen die Reifen langsam abgebaut haben, konnte ich mich etwas nach vorne kämpfen."

Sandro Cortese (12.): Sandro Cortese musste im Gegensatz zu Folger im Rennverlauf ordentlich Feder lassen. Von sieben gestartet, fiel er im Laufe des Rennens zurück und musste es auf Rang zwölf beenden.

"Mir sind zwei Fehler passiert im Rennen. Gleich am Anfang auf Start-und-Ziel bin ich gerutscht und habe viel verloren. Ein zweites Mal hatte ich aus der Strubben-Kurve im ersten Gang fast einen Highsider und habe da wieder eine Sekunde verloren. Dadurch bin ich etwas aus dem Rhythmus gekommen und bin auch sehr lange hinter Domi (Dominique Aegerter) hängen geblieben, sonst hätte ich bestimmt mit Rins (Alex) und Corsi (Simone) mithalten können. Wir sind wieder ein Rennen zu Ende gefahren, ich konnte lange Zeit mit den vorderen Jungs mithalten."

Marcel Schrötter (13.): Marcel Schrötter ist der einzige, deutsche Pilot für den es von der Startposition aus nach vorn im Feld ging. Ins Rennen startete er von Rang 17, beendet hat er das Spektakel aus Rang 13. Damit ist Schrötter in Sachen Aufholen der erfolgreichste Deutsche im Assen GP gewesen.

"Am Ende kann ich mit einem 13. Rang und drei Punkten nicht zufrieden sein. Dieses Ergebnis entspricht nicht meinen Zielsetzungen. Ich denke, wir sind zu mehr fähig. Doch es lief vom Start weg eigentlich wie es vorher zu sehen war. Mit neuen Reifen fühlte ich mich nicht sonderlich wohl, während es mit Fortdauer der Distanz immer besser wurde. Mir wäre es sogar recht gewesen, wenn es 10 Runden länger gegangen wäre. Abgesehen vom Abbruch natürlich, der vollkommen richtig war, als es zu regnen begann. Zunächst hatte ich aber enorme Probleme die Pace von Jonas (Folger) und Alex (Marquez) mitgehen zu können. Das wäre eine flotte Gruppe gewesen, da vor allem Alex das gesamte Wochenende hinweg sehr schnell war. Aber wie gesagt, ich fühlte mich mit neuen Reifen nicht wohl, sowie die Balance des Bikes irgendwie komisch war. Das kostete natürlich ein wenig Vertrauen, weshalb mir die Jungs davongefahren sind."

Sandro Cortese wurde im Rennen von Assen Zwölfter - Foto: IntactGP

Samstag:

Sandro Cortese (7.): Sandro Cortese bleibt konstant. Wie schon am Vortag wurde er nach Ablauf der verregneten Qualiying-Session in Assen Siebter in der Gesamtwertung und damit der beste, deutsche Fahrer. Damit führt Cortese am Rennsonntag die dritte Startreihe an.

"Es war sehr schwierig am Anfang. Ich bin nach nicht einmal einer gezeiteten Runde sofort in die Box zurückgekehrt, um zum Trockensetting zu wechseln. Das war natürlich riskant, da es jederzeit wieder hätte regnen können. Schade, dass ich am Ende noch Siebter geworden bin, nachdem Zarco kurz bevor es richtig nass wurde vorbeizog. Das Ergebnis ist für die Bedingungen akzeptabel. Tom ist im Moment extrem stark. Aber ich werde versuche, an den restlichen vorderen Jungs dranzubleiben und ein gutes Rennen zu fahren."

Jonas Folger (9.): Für Jonas Folger ging es im Qualifying einen Platz nach vorn. Am Freitag hielt Folger sich mit Platz zehn noch knapp in den Top-10, am Samstag schaffte es der Deutsche immerhin auf Rang neun. Damit startet er vom Ende der dritten Startreihe.

"Ich hatte mir natürlich mehr erhofft, als den neunten Platz. Die Bedingungen waren nicht einfach. Man musste heute ziemlich schnell seine Bestzeit fahren, weil es schon etwas tröpfelte. Derjenige, der das größte Risiko eingegangen ist, war heute ganz vorne. Ich hatte gehofft, dass es vielleicht aufhört zu regnen und bin auch ein gewisses Risiko eingegangen. Es hat leider am Ende nicht gereicht. Für morgen ist der neunte Platz keine allzu schlechte Ausgangsposition. Ich muss generell ein besseres Gefühl bekommen, momentan habe ich nicht genügend Vertrauen für die Front. Das bremst mich derzeit. Ich hoffe, dass wir im Warm-Up morgen noch die Möglichkeit haben, dafür eine Lösung zu finden."

Marcel Schrötter (17.): Marcel Schrötter bildet in Assen das Schlusslicht der deutschen Piloten. Während Folger im Gegensatz zum Vortag einen Platz nach oben rutschte, geht es für Schrötter von Rang 16 auf Rang 17. Sein Start beginnt damit aus der Mitte der sechsten Reihe.

"Ich kann meine Enttäuschung kaum in Worten ausdrücken. Bis zum heutigen Qualifying waren wir so gut unterwegs. Seit langer Zeit fühlte ich mich mit gebrauchten Reifen sehr konkurrenzfähig. Es fehlte lediglich die Performance mit neuen Reifen und die Positionen nach den Freien Trainings waren zwar nicht weltbewegend, doch zumindest waren wir immer konstant knapp ausserhalb der Top-10 platziert. Doch morgen von P17 ins Rennen starten zu müssen, ist schlichtweg eine herbe Enttäuschung. Sicher waren die Bedingungen heute Nachmittag sehr eigenartig und schwierig zu meistern, aber so weit von der Rolle zu sein, ohne irgendetwas falsch gemacht und auch keine anständige Runde zusammengebracht zu haben, ist einfach nur ärgerlich. Wir waren zum falschen Zeitpunkt in der Box oder andersrum, nicht auf der Piste."

Jonas Folger wurde am Samstag Neunter - Foto: IntactGP

Freitag:

Sandro Cortese (7.): Den besten Auftakt ins Assen-Wochenende erwischte aus deutscher Sicht Sandro Cortese. Lag er bei schwierigen Wetterbedingungen am Freitagvormittag noch als Vierzehnter 1,2 Sekunden zurück, steigerte er sich am Nachmittag auf völlig trockener Strecke deutlich: Mit nur mehr einer halben Sekunde Rückstand auf Spitzenreiter Lüthi belegte er den siebten Rang und war damit schnellster Deutscher.

"Es war ein ziemlich harter erster Trainingstag hier in Assen. Am Vormittag haben wir viele Dinge ausprobiert, sind aber nicht wirklich auf einen grünen Zweig gekommen. Heute Nachmittag haben wir zwei Veränderungen an der Fahrwerksabstimmung versucht, was mir entgegen gekommen ist und es mir ermöglichte, mit neuen Reifen mehr ans Limit zu gehen. Jetzt schauen wir, was das Wetter morgen macht und wo wir noch ein paar Zehntel dazugewinnen können."

Jonas Folger (10.): Einen durchwachsenen Einstieg in den Niederlange GP erwischte Jonas Folger. Im ersten Freien Training hatte er zwar nur eine halbe Sekunde Rückstand und lag auf dem fünften Rang, doch im zweiten Training bekam er dann 0,7 Sekunden aufgedrückt. Das reichte nur noch für den zehnten Rang.

"Speziell im ersten und letzten Sektor hatten wir heute noch Schwierigkeiten. Das heißt, vor allem die langsamen Kurven sind derzeit problematisch. Woran es exakt liegt, kann ich in diesem Augenblick nicht definieren. Wir müssen zuerst die Daten anschauen. Sicherlich muss ich mich fahrerisch verbessern. Und meine Crew schaut natürlich, was wir am Motorrad noch optimieren können, um morgen einen Schritt nach vorne zu machen."

Marcel Schrötter (16.): Pech hatte Marcel Schrötter gleich zu Beginn seines Rennwochenendes. Im ersten Freien Training, wo die Strecke noch stellenweise feucht war, stürzte er in Turn 16. Am Vormittag fuhr er sich dann 1,2 Sekunden Rückstand und den zwölften Platz ein. Am Nachmittag steigerte er zwar seine Pace und verringerte seinen Rückstand auf nur noch gut eine Sekunde, weil aber auch die Konkurrenz auf trockener Strecke die Zeiten drückte, reichte es nur noch für Rang 16.

"Heute lief es von Beginn an recht gut. Ein harmloser Ausrutscher in der letzten Schikane tat nichts zur Sache. Anschliessend war ich sogar in der Lage meine Rundenzeiten zu verbessern, was auch zu Beginn des zweiten Trainings der Fall war. Ich fühlte mich so wohl und spürte, da geht noch was. Aber ich hatte nie eine freie Runde. Trotzdem bin ich in diesem Run meine schnellste Rundenzeit von heute gefahren. Ich konnte ich mit den alten gebrauchten Reifen zum Schluss noch zwei sehr starke Runden fahren. Das ist auf jeden Fall erfreulich und ermutigend, dass wir nun mit gebrauchten Reifen konkurrenzfähig sind."


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